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Tag des offenen Denkmals

Über Sein und Schein in der Baugeschichte

Der „Tag des offenen Denkmals“ 2021 beschäftigt sich mit Illusionen, Täuschungen und der Originalität von Denkmalen. Das „Sein“ steht dabei an erster Stelle, denn ohne Original und Materialität gibt es weder Täuschung, Retusche noch Rekonstruktion. Denkmale können nur dann Geschichten erzählen, wenn die Spuren der Historie zu erkennen sind, so die Idee.

Auch der Kornwestheimer Kleinhues-Bau und seine Ausstellungen sind Teil des Denkmaltags. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Auch der Kornwestheimer Kleinhues-Bau und seine Ausstellungen sind Teil des Denkmaltags. Foto: Holm Wolschendorf

Kreis Ludwigsburg. Das Angebot des Denkmaltags ist im Kreis – pandemiebedingt – kleiner als in früheren Jahren, trotzdem finden zum Tag des Denkmals am kommenden Sonntag, 12. September, wieder zahlreiche Veranstaltungen statt. Oft ist eine Anmeldung noch heute erforderlich, andere Angebote gibt es ohnehin nur online.

So gehen am Veranstaltungstag, dem 12. September, etwa ein Stadtrundgang durch Markgröningen oder ein Rundgang durch die Markgröninger Feuerwehrgeschichte online. Abrufbar sind alle digitalen Programmpunkte im Internet auf www.tag-des-offenen-denkmals.de. Dort ist, sofern erforderlich, auch die Anmeldung zu den Präsenzveranstaltungen möglich, Buttons finden sich bei den jeweiligen Programmhinweisen.

Denn natürlich gibt es – unter Beachtung der Coronaregeln – auch wieder das „Denkmal zum Anfassen“. Beispiel Markgröningen: Hier ist die Bartholomäuskirche geöffnet, und es gibt historische Stadtführungen: Die Tour „Der Arme Konrad in Markgröningen“ startet um 11 Uhr am Marktbrunnen. Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 20 Personen begrenzt. Gleiches gilt für die Führung „Elisabeth Lyherin – Das Leben einer Bürgersfrau“, die um 14 Uhr auf dem Marktplatz beginnt. Im Stadtteil Unterriexingen ist die 1628/29 errichtete Dorfkirche von 12 bis 18 Uhr zu besichtigen, um 18 Uhr beginnt zudem eine Orgelführung. Ebenfalls geöffnet ist in Unterriexingen die Frauenkirche. Im 13. und 14. Jahrhundert als Pfarr- und spätere Wallfahrtskirche erbaut, wurde sie 1694 durch Blitzschlag zerstört, als Steinbruch verwendet, 1874 von Gerhard Graf Leutrum erworben, im romanischen Stil wieder aufgebaut und 1999 bis 2003 restauriert.

In Marbach ist in der Ölmühle Jäger alte Mühlentechnik zu sehen. Geöffnet ist das technische Kulturdenkmal von 14 bis 17 Uhr. Je nach Besucheraufkommen findet alle 45 Minuten eine Führung mit Inbetriebnahme der durch ein beeindruckendes Riementransmissionswerk angetriebenen Geräte statt. Die Besucherzahl ist begrenzt, es ist aber keine Anmeldung erforderlich. Bei höherem Besucheraufkommen kann es daher zu Wartezeiten kommen. Durch die nah gelegene Alexanderkirche führt Eckhard Fischer um 15 Uhr unter dem diesjährigen Denkmalstagsmotto „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“.

Auch in der Schwieberdinger Georgskirche finden um 14.30 und um 16.30 Uhr Führungen zum Tag des offenen Denkmals statt. Ab 14.30 Uhr lädt auch das Ortsmuseum im alten Pfarrhaus zur Spurensuche ein. Das Fachwerkgebäude wurde 1579 auf den Grundmauern eines älteren Gebäudes errichtet; heute beherbergt es eine Dauerausstellung zur Ortsgeschichte. Lebens- und Arbeitswelt, voll funktionsfähige Dorfschmiede.

Bietigheim-Bissingen lädt zu einer Fachwerkführung mit Margarethe Hamich unter dem Titel „Von Streben, Rauten und Flößeraugen“ ein. Die Führung beginnt um 14 Uhr am Hornmoldhaus und ist auf 20 Teilnehmer begrenzt. Die Anmeldung ist heute noch möglich.

Die Alte Dorfschmiede von Löchgau aus dem Jahr 1875 erläutert am Sonntag Jochen Haubold. Führungen beginnen um 16 Uhr und wiederholen sich stündlich bis 19 Uhr.

In Ludwigsburg beginnt um 11 Uhr eine Führung durch die Friedenskirche, im Stadtteil Eglosheim stellt der Historische Verein von 13 bis 18 Uhr das dortige Rathaus vor. Das freistehende, giebelständige Haus im Ortskern ist 1566 erstmals urkundlich belegt. Es wurde im 17. Jahrhundert über dem alten Sockel neu errichtet, 1873/74 umgebaut und mit einem Glockenturm versehen. Nach umfangreicher Renovierung wird es heute als Heimatmuseum genutzt. Bei zu starkem Andrang kann es zu Wartezeiten kommen.

Mit einem umfangreichen Programm wartet am Sonntag Vaihingen auf: Die evangelische Stadtkirche, Kirchplatz 3, öffnet im Rahmen zweier Baustellenführungen um 13 und 15.30 Uhr ihre Pforten und gibt Einblick in das Innenleben der Kirche während der Bauarbeiten. Das über 400 Jahre alte Haus Lamparter in der Mühlstraße 21 lädt zwischen 11 und 16 Uhr zu einer Reise in die Geschichte ein. Ein Kontaktformular muss am Eingang ausgefüllt und der 3G-Status nachgewiesen werden. Um 14.15 Uhr kann das Haus im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Außerdem kann man um 14.30 Uhr bei einer Stadtführung den Geheimnissen Vaihingens auf den Grund gehen. Burg oder Schloss? Geheimgang oder nur eine Erzählung unserer Vorfahren? Massives Mauerwerk oder aufgemalte Steine? Treffpunkt ist der Haupteingang zu Schloss Kaltenstein, eine Anmeldung ist erforderlich. Für alle Führungen ist eine Anmeldung bis zum 11. September, 11 Uhr, unter Telefon(07042) 18235 oder per E-Mail an tourismus@vaihingen.de erforderlich und Angabe der Kontaktdaten und des 3G-Status verpflichtend. Im Stadtteil Horrheim sind die Schätze der dortigen Clemenskirche zu entdecken. Führungen beginnen um 10.15, 11.15 und 15 Uhr. Ihre Themen: zuerst 50 Jahre Rensch-Orgel, dann „Die Frauen der Clemenskirche“ und zu guter Letzt eine Kirchenführung, innen und außen mit Aufstieg in den Turm und die Glockenstube.

Auch in der Michaelskirche in Großbottwar steht eine Führung auf dem Programm. Hans Wolfgang Bock empfängt Interessierte um 17 Uhr. In der Besigheimer St.-Cyriakus-Kirche lädt Erich Fritz um 15 Uhr zu einer Führung ein.

„Vom Klopferleskeller bis hin zur Außenterrasse und unters Dach“ – Einblicke in die Innenräume des Wasserschlosses gewährt der Denkmaltag in Sachsenheim. Die Führungen – Beginn 11.45 und 14.45 Uhr – durch die Innenräume des Wasserschlosses sind als Ergänzung zu der Außenpräsentation konzipiert, die rund ums Schloss stattfindet. Maximal 20 Teilnehmer sind pro Führung möglich, eine Anmeldung noch heute erforderlich.

Auch der Kleihues-Bau in Kornwestheim beteiligt sich am Tag des offenen Denkmals. Um 11 Uhr beginnt eine Kuratorenführung mit Saskia Dams durch die aktuellen Ausstellungen „René Wirths – Time is on my side“ sowie die Präsentation zum Wirken des Erbauers des Kleihues-Baus „Josef Paul Kleihues – Geometrie und Poesie. 30 Jahre Kunst im Kleihues-Bau“. Um 15 Uhr folgt der Vortrag „Geometrie und Poesie“ von Professor Arno Lederer.

Außerhalb des offiziellen Programms des Denkmaltags findet in Remseck um 14 Uhr eine Führung über den jüdischen Friedhof und in die Synagoge in Hochberg statt. In Tamm finden um 11 und um 14 Uhr Führungen durch die Bartholomäuskirche statt, Treffpunkt ist der Eingang auf der Seite des Südportals. (red)

Info: Anmeldebuttons befinden sich auf der Website www.tag-des-offenen-denkmals.de unter den jeweiligen Programmpunkten.