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Tierfrevel

Unbekannte schlachten Schafbock

Tierfrevler haben in der Nacht zu Karfreitag auf einer Weide der Kornwestheimer Jugendfarm einen jungen Schafbock getötet. Vereinsvorsitzender Michael Schmid geht davon aus, dass hier Fachleute am Werk waren: „Das Tier wurde professionell geschlachtet – an dem zurückgelassenen Fell war kein einziger Fetzen Fleisch mehr dran.“

Ziegen und Schafe werden auf der Jugendfarm Kornwestheim gehalten. Die Tiere sind dort bei den Kindern sehr beliebt. In der Nacht zu Karfreitag wurde auf der Weide der Anlage ein junger Schafbock geschlachtet. Foto: privat
Ziegen und Schafe werden auf der Jugendfarm Kornwestheim gehalten. Die Tiere sind dort bei den Kindern sehr beliebt. In der Nacht zu Karfreitag wurde auf der Weide der Anlage ein junger Schafbock geschlachtet. Foto: privat

Kornwestheim. Er hieß Justus, war eineinhalb Jahre alt und bei den Kindern, die regelmäßig die Jugendfarm besuchen, äußerst beliebt. „Es war das zutraulichste unserer Tiere und sehr verschmust“, sagte Michael Schmid gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. „Justus wurde von den Kindern mit der Flasche großgezogen und war der Star bei ihnen.“ Jetzt ist der Schafbock nicht mehr am Leben. Er wurde fein säuberlich geschlachtet und landete vermutlich als Osterbraten auf den Tellern von Tierfrevlern.

Wie an jedem Wochenende und an Feiertagen machte sich auch am Karfreitagmorgen gegen 9 Uhr der ehrenamtliche Tierdienst des Jugendfarmvereins auf den Weg, um nach den fünf Schafen und den beiden Zwergziegen zu sehen und sie zu versorgen. Dieses Mal war Vorstandsmitglied Michaela Lauxmann an der Reihe. Auf der Weide musste sie feststellen, dass von Schafbock Justus lediglich noch das Fell, die Vorderläufe, der Kopf und die Eingeweide da waren. Die alarmierte Polizei zog einen Jäger hinzu, um sich die Vorgehensweise des Täters beschreiben zu lassen. Wie ein Polizeisprecher gestern auf Anfrage unserer Zeitung sagte, kann es sich dabei aufgrund der geringen Größe des noch jungen und zutraulichen Schafbocks durchaus um einen Einzeltäter handeln. Mindestens 30 Minuten muss es gedauert haben, bis das Tier transportfähig zerlegt war. Für die ersten Ermittlungen sicherten die Polizeibeamten Spuren und führten auch Befragungen bei Anliegern durch.

„Diese entsetzliche Tat schockt den Verein und lässt ihn um die übrigen Tiere bangen“, sagte Michael Schmid. Er geht davon aus, dass es sich um mehrere Personen gehandelt haben muss, die den Tierfrevel begingen. „So etwas macht man nicht alleine“, vermutet er. „Aber das ist wie alles andere Spekulation.“

Knapp 20 Jahre lang habe es auf der Jugendfarm keinen nennenswerten Fall von Tierschändung mehr gegeben. „Jetzt müssen wir mit allen Mitteln versuchen, dass so etwas nicht noch einmal passiert“, so Schmid. Die Tiere, die bisher auch über Nacht auf der Weide umherspazieren konnten, kommen nun abends in den abschließbaren Stall. „Wir haben insbesondere um das Schaf Maja Sorge“, sagte Schmid. Sie sei wie Justus gerade Mal anderthalb Jahre alt und somit „in einem genussfähigen Alter“. Ihr soll nicht das gleiche Schicksal wie dem Schafbock blühen. Zudem sollen zur Abschreckung die Überwachungsmaßnahmen durch Kameras und Bewegungsmelder ausgebaut und verstärkt werden. Zudem wollen die Mitglieder des Jugendfarmvereins auch mehr Präsenz zeigen. Die Vorstandschaft hofft nun auf Hinweise aufmerksamer Spaziergänger, die auf dem Gelände der Farm verdächtiges Treiben entdeckt haben, insbesondere auf der Weide am oberen Ende des Platzes. Für sachdienliche Hinweise, die zur Ermittlung der Täter führen, hat der Kornwestheimer Jugendfarmverein eine Belohnung von insgesamt 500 Euro ausgesetzt. Hinweise nimmt das Polizeirevier Kornwestheim unter der Telefonnummer (0.71.54) 1.31.30 entgegen.

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