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Wetter
Unwetter trifft vor allem den nördlichen Landkreis Ludwigsburg

Auch im Bottwartal waren Straßen überflutet. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat
Auch im Bottwartal waren Straßen überflutet. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat
Nach einem Blitzeinschlag brennt in Gronau ein Wohnhaus. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat
Nach einem Blitzeinschlag brennt in Gronau ein Wohnhaus. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat
Große Hitze, dann am Donnerstagabend Hagel und Starkregen. Vor allem Mundelsheim und das Bottwartal sind stark vom Unwetter betroffen.

Kreis Ludwigsburg. Hagel sammelte sich in Blumentöpfen und trommelte auf Autodächer, der Starkregen verwandelte die ein oder andere Straße in einen wilden Fluss. Nach einem heißen Donnerstag zog am Abend ein Unwetter über den Kreis Ludwigsburg.

„So was habe ich noch nie erlebt, in 30 Jahren bei der Feuerwehr noch nicht“, sagt Kreisbrandmeister Andy Dorroch im Gespräch mit unserer Zeitung gegen 22 Uhr. Die Stunden vorher waren er und seine Kollegen dauerhaft im Einsatz. Eine Stunde lang sei die Lage völlig unübersichtlich gewesen. Das Unwetter habe sich über Tamm entwickelt und sei dann über Bietigheim-Bissingen und Mundelsheim ins Bottwartal gezogen, bevor es sich in Gronau wieder aufgelöst hat. Auf der B27 beim Bietigheimer Bahnhof stand das Wasser in einer Unterführung fast einen halben Meter hoch, zeigt ein Video.

Wassermassen fließen den Berg hinunter nach Mundelsheim

Die Zufahrtsstraße zur Autobahnauffahrt in Mundelsheim sei unpassierbar gewesen, das Wasser sei so hoch gestanden, dass man zum Teil nicht einmal mehr die Leitpfosten sehen konnte, berichtet Dorroch. Das ganze Wasser ist dann den Berg hinunter nach Mundelsheim geflossen, hat Mülltonnen mitgerissen und ein Auto weggeschwemmt.

Ein anderer Schwerpunkt des Unwetters war das Bottwartal. „Oberstenfeld hat es massiv erwischt“, so Dorroch. Dort waren zwei Menschen eingeschlossen, einer in einer Tiefgarage, ein anderer in einer Erdgeschosswohnung, in der bereits das Wasser stand. Zeitgleich brannte in Gronau nach einem Blitzeinschlag ein Wohnhaus, die Bewohner wurden vermisst. Sie konnten jedoch schnell gerettet werden.

Feuerwehren bis in die Nacht mit Aufräumen beschäftigt

„Stand 22 Uhr haben wir keinen Personenschaden, alle wurden gerettet und sind unverletzt“, bilanziert Andy Dorroch erleichtert. Die Leitstelle habe sehr gut reagiert und sofort, als sich das Unwetter entwickelte, alle Plätze besetzt.

„Jetzt geht es ans Aufräumen“, so der Kreisbrandmeister. Die Feuerwehren seien damit noch bis in die Nacht beschäftigt. Mit Radladern werden Schlammmassen zur Seite gefahren.