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Oldtimer

Vater und Sohn eint die Liebe zu alten Fahrzeugen

Sie sind leidenschaftliche Tüftler: Der 53-jährige Georg Scholz und sein 23-jähriger Sohn Patrick schrauben in ihrer Freizeit an alten Fahrzeugen und erwecken sie in ihrer „Oldiescheune“ zu neuem Leben.

Er hat in die Restaurierung viel Zeit investiert: Patrick Scholz mit seinem Demag V 25. Oben ist der japanische Kleinstwagen Carol P 360 zu sehen, an dem noch gearbeitet werden muss.Foto: Alfred Drossel
Er hat in die Restaurierung viel Zeit investiert: Patrick Scholz mit seinem Demag V 25. Oben ist der japanische Kleinstwagen Carol P 360 zu sehen, an dem noch gearbeitet werden muss. Foto: Alfred Drossel

Gemmrigheim. Während Vater Georg, gelernter Bäcker, einen alten Wehrmachts-Opel Blitz aufpoliert hat, gelang es seinem Sohn Patrick, einen schrottreifen Minikran wieder aufzurüsten – und zwar so professionell, dass selbst ein Firmenvertreter des Herstellers Demag vom derzeit einzigen Modell seiner Art überhaupt spricht.

Vor zwölf Jahren haben Vater und Sohn ihre Liebe zu alten Fahrzeugen entdeckt und ihre Tüftlerwerkstatt in „Oldiescheune“ umgetauft. Vor ein paar Jahren haben die Gemmrigheimer den Minikran im schrottreifen Zustand auf einem Firmengelände im Schwarzwald entdeckt. Dort war er über 30 Jahre im Freien gestanden. Es handelt sich um einen Demag V25 Kleinkran aus dem Jahr 1956. Er hat einen Zweizylinder 24 PS-Motor und kann 2,5 Tonnen fünf Meter hoch lupfen. Krane dieser Art wurden vor allem zum Be- und Entladen benutzt, bevor es Gabelstapler gab.

Patrick Scholz, der beruflich als Servicetechniker arbeitet, hat sich über die Historie des Herstellers kundig gemacht. Gebaut wurde der V 25 von der Demag (Deutsche Maschinenbau-Aktiengesellschaft), einem Industriekonzern, dessen Einzelunternehmen heute verstreut sind. Bereits 1840 hatte man in Wetter an der Ruhr mit dem Bau von Kränen begonnen. In diesem Bereich wurde die Demag zu einem der führenden Unternehmen. So lieferte man 1908 den bis dahin weltgrößten Schwimmkran mit einer Hebekraft von 150 Tonnen.

Der V25 hingegen war das kleinste Modell. Genau das hat Patrick Scholz fasziniert. Ein Jahr hat er daran gearbeitet, bis der Minikran aussah wie neu. Als der Dieselmotor zum ersten Mal tuckerte, war das wie Musik in seinen Ohren.

Vater und Sohn gehören keinem Verein an, pflegen aber Kontakte zu Gleichgesinnten. Sie tauschen sich mit ihnen aus und fahren auch zu Oldtimertreffen. Der Demag V25 wird dabei künftig eine wichtige Rolle spielen und sicher für Aufsehen sorgen.

Möglicherweise wird bei so einer Gelegenheit auch der japanische Kleinstwagen Mazda Carol P360 präsentiert, der auf der zweiten Ebene der „Oldiescheune“ noch auf eine Restaurierung wartet. Der P360 der japanischen Kei-Car-Klasse wurde 1962 erstmals öffentlich vorgestellt. Das Modell basierte auf Mazdas R360 und erweiterte das Modellangebot. Die Carol P360 Limousine wurde noch bis 1970 gebaut und 1972 durch den Mazda Chantez ersetzt. Inzwischen ist dieser Kleinstwagen von der Straße und aus den Augen der Oldtimerfreunde verschwunden – allerdings nicht in Gemmrigheim.

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