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Verkehrschaos nach Sperrung von B.10-Tunnel

Unzählige Lkw-Fahrer übersehen die zu kleinen Umleitungsschilder auf der Bundesstraße und landen in Müllerheim vor der Baustelle

Unter der B 10 (Brücke links oben im Bild) ist derzeit kein Durchkommen mehr, doch viele Lkw übersehen die Umleitungsschilder auf der Bundesstraße und landen dann in Müllerheim (rechterhand). Foto: Holm Wolschendorf
Unter der B 10 (Brücke links oben im Bild) ist derzeit kein Durchkommen mehr, doch viele Lkw übersehen die Umleitungsschilder auf der Bundesstraße und landen dann in Müllerheim (rechterhand). Foto: Holm Wolschendorf

Korntal-Münchingen. Freitagvormittag, eigentlich keine Uhrzeit, zu der sich rund um die B.10-Anschlussstelle Müllerheim der Verkehr staut – eigentlich. Denn seit Donnerstag ist in Fahrtrichtung Schwieberdingen kurz nach der Ausfahrt der Bundesstraße der Tunnel zum Münchinger Gewerbegebiet gesperrt, nur Linienbusse und der Rettungsdienst dürfen durch. Die Bauarbeiten hatte die Stadt vergangene Woche zwar angekündigt – doch weil die Hinweise auf der B.10 sehr klein ausfallen, gibt es nun Chaos im ohnehin belasteten Wohngebiet Müllerheim.

Denn kaum ein Fahrer weiß jene kleinen weißen Schilder richtig zu deuten, die kurz nach der A.81-Anschlussstelle an der B.10 Richtung Westen aufgestellt wurden. „Korntal-M.“ und ein Pfeil geradeaus sind auf der Variante zu lesen, die am Donnerstag stand. Am Freitagvormittag ist dieses Schild dann verschwunden, stattdessen steht erst eines mit „Durchfahrt Korntal gesperrt“ – obwohl ohnehin kaum jemand mit Ziel Korntal auf dieser Route unterwegs ist –, danach folgt ein kleineres mit „Münchingen“, darunter immerhin ein gelbes Schild mit „U“ und einem Pfeil geradeaus.

Umleitung über nächste Abfahrt

Manch einer scheint das trotz der vielen weiteren Tafeln gerade noch zu sehen und zu versuchen, von der Abfahrtsspur wieder auf die sich an dieser Stelle ohnehin verengenden B.10 zu drängen – hinter den vielen Autos und Lkw vor ihm. Denn mehr Fahrzeuge als sonst müssen nun weiter fahren, und über die Anschlussstelle Münchingen-West und die beiden dortigen Kreisverkehre auf die B.10 in die Gegenrichtung kommen, um auf der anderen Seite der Anschlussstelle Müllerheim abfahren zu können.

Wer die kleinen Umleitungsschilder aber nicht gesehen hat und abfährt, steht wenige Meter weiter vor der Baustellenabsperrung an der Unterführung der B.10 zur Tampoprint-Kreuzung. Ein Lastwagen nach dem anderen versucht, auf der engen Fläche zu wenden, zeigt auch das Video eines wegen der verwirrenden Umleitungen erbosten Anwohners. Denn problemlos funktioniert das Wenden nicht, die meisten müssen mindestens einmal zurücksetzen – und blockieren damit den Verkehr, der geradeaus nach Kallenberg will oder von dort kommt und zumindest Richtung B.10 Schwieberdingen theoretisch freie Fahrt hätte.

Doch wer ist für das Schilder-Chaos verantwortlich? Das Regierungspräsidium, weil es für die B.10 zuständig ist, an der informiert werden müsste? Die Stadt, weil sie die Sanierung der Wasserleitungen beauftragt hat, an die sich die Netze-BW mit dem Neubau einer Gasversorgungstrasse anschließen? Nein: das Landratsamt, heißt es aus dem Rathaus, welches aber wiederum für die Anordnung zuständig ist.

Insgesamt zehn Wochen lang sollen die Bauarbeiten dauern, aufgeteilt auf mehrere Abschnitte. So lange werde wohl auch die Richtigstellung der Schilder dauern, unkt ein Anwohner. Doch dann wäre das Chaos perfekt: Denn im letzten der vier Bauabschnitte – wann er beginnt, steht laut Stadtverwaltung noch nicht fest – wird auch die Kreuzung direkt nach der B.10-Abfahrt gesperrt, damit ist auch die Verbindung nach Kallenberg gekappt. Lkw hätten dann größte Mühen, auf insgesamt nur zwei Fahrspuren zu drehen...

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