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Altstadt

Verkehrssündern Kampf angesagt

Die Stadt Markgröningen ärgert sich über Autofahrer auf dem verkehrsberuhigten Marktplatz und Falschparker in der historischen Altstadt. Sie hat jetzt angekündigt, rigoros durchzugreifen.

Verkehrsberuhigte Markgröninger Altstadt aus der Luft: Autos auf dem Marktplatz und Falschparker in den Gassen halten die Verwaltung auf Trab. Foto: Werner Kuhnle
Verkehrsberuhigte Markgröninger Altstadt aus der Luft: Autos auf dem Marktplatz und Falschparker in den Gassen halten die Verwaltung auf Trab. Foto: Werner Kuhnle
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Markgröningen. Bis Ende der 70er Jahre rollte über den Markgröninger Marktplatz der reguläre Verkehr. Vor dem historischen Fachwerkrathaus, das den Glanz der ehemaligen Reichsstadt widerspiegelt, parkten Autos. „Das wäre heute undenkbar“, sagt Bürgermeister Rudolf Kürner. Für private Fahrzeuge hat die Stadt Markgröningen auf dem Marktplatz längst die Regelung getroffen: Wir müssen draußen bleiben.

Offenbar halten sich aber längst nicht alle Autofahrer an diese Botschaft. Kürner räumt ein, dass in jüngster Zeit immer wieder heizende Fahrzeuge auf dem Marktplatz gesichtet worden seien. „Wir können gegen das illegale Befahren nicht viel machen“, bekannte der Rathauschef zudem auf einer Bürgerwerkstatt. „Dafür brauchen wir die Polizei.“ Sie sei für den fließenden Verkehr zuständig. „Wir können Verkehrssünder nur schnappen, wenn sie halten oder stehen“, so der Bürgermeister weiter.

Mit den Beamten ist der Markgröninger Rathauschef nach eigenen Angaben in engem Austausch. Nicht im Visier sind dagegen Müllfahrzeuge, Anwohner sowie Taxis und Autos, die behinderte Menschen transportieren. „Hier muss gewährleistet sein, dass sie durchkommen“, sagt Kürner.

Probleme bereitet seiner Verwaltung auch ein Anbieter von Navigationsdiensten. Wer beispielsweise in dem traditionsreichen Gourmetrestaurant Herrenküferei, direkt neben dem Rathaus, speisen will, der wird offenbar über den Markgröninger Marktplatz geführt.

Ihre gute Stube will die Stadt ab dem kommenden Jahr umbauen. „Das alte Pflaster mutet zwar noch schön an“, so der Stadtbaumeister Klaus Schütze. Für Fußgänger, Radfahrer oder die stattliche Anzahl an Marktplatz-Gastronomen erweise es sich jedoch als Hindernis. Deshalb müsse ein neuer Belag her. Ab 2021 will die Stadt zudem den Kirchplatz nebenan aufwerten. Mit den Bauarbeiten verfolgen Kürner und Schütze mindestens zwei Ziele: ein schönes Areal noch schöner zu machen und private Fahrzeuge hier fernzuhalten.

Ordnungspolitisch hat das Markgröninger Rathaus in der Altstadt einen weiteren Problemfall: die Ostergasse und Autos, die wild parken. Zuletzt hatte die CDU-Stadträtin Sabine Burgi auf dieses Phänomen aufmerksam gemacht. Kummer bereitet der Stadt unter anderem eine Bar, die Gäste anlockt, die ihre Fahrzeuge im verkehrsberuhigten Bereich abstellen. „Hier sind immer wieder Gespräche nötig“, sagt Kürner.

Erschwerend kam hinzu, dass es der Stadt wohl eine Zeit lang nicht gelang, alle Stellen beim Vollzugsdienst zu besetzen. Das hätten laut Kürner einige Parksünder sofort ausgenutzt.

Mittlerweile hat sich die Lage verbessert. „Wir haben das Personal massiv verstärkt“, so der Bürgermeister. Außerdem kündigt er an, dass „wir weiter rigoros durchgreifen werden“.

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