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Insolvenz

Viele Angebote für Zulieferer

Großes Interesse an Übernahme von Murrer Unternehmen – Produktion läuft voll weiter

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Das UBC-Firmengelände in Freiberg. Der Hauptsitz des Autozulieferers befindet sich in Murr. Foto: Jürgen Schmidt

Murr. Für den insolventen Autozulieferer UBC mit Hauptsitz in Murr gibt es zahlreiche Interessenten, die an einer Übernahme interessiert sind. Es gebe bislang 21 unverbindliche Angebote, erklärte ein Sprecher der Kanzlei von Insolvenzverwalter Holger Leichtle. Bis wann der Stuttgarter Anwalt darüber entscheidet, wer den Zuschlag für den Carbonspezialisten erhält, ist derzeit noch offen.

Eile besteht derzeit offenbar nicht, denn der Geschäftsbetrieb und die Produktion laufen in Murr und dem zweiten Standort Freiberg auch nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens in vollem Umfang weiter. Für die Kleinserienproduktion in Freiberg hat Leichtle nach Angaben seines Sprechers Interimsmanager für die Werksleitung engagiert, um den Produktionsprozess besser zu strukturieren. Die Probleme beim Anlauf der Kleinserienfertigung seien einer der Gründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei UBC gewesen. Das Unternehmen fertigt Bauteile und Baugruppe für Sportwagen und Rennserien. Hauptkunden sind nach Firmenangaben Audi und Porsche. Für die Zuffenhausener werden in Freiberg beispielsweise Kotflügel produziert.

Dass es bei UBC derzeit ohne Einschränkungen weitergeht, liege auch daran, dass die meisten Mitarbeiter auch nach dem Insolvenzantrag im Betrieb geblieben seien, erklärt der Sprecher von Leichtles Kanzlei Schultze & Braun. Von den rund 160 festangestellten Mitarbeitern zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags im Februar seien noch 150 geblieben.

UBC war 1998 in Murr von Ulf Bräutigam gegründet worden. Eine Vorläuferfirma gab es schon 1993 in Asperg. In der Anfangszeit konzentrierte sich das Unternehmen ganz auf den Motorsport. Durch den Einstieg in die Serienfertigung war der Umsatz in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Für 2016 waren über 27,5 Millionen Euro Umsatz ausgewiesen worden, für das vergangene Jahr sollten es sogar 40 Millionen Euro werden.

Gleichzeitig hatte UBC aber jedes Jahr Verluste zwischen einer Million und zweieinhalb Millionen eingefahren.