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Typisierungsaktion

Viele Helden wollen Frauke helfen

Die 40-jährige Frauke aus Ottmarsheim ist an Blutkrebs erkrankt. Um einen passenden Stammzellenspender für sie zu finden, fand gestern eine große Typisierungsaktion statt. Die Teilnahme hat alle Erwartungen übertroffen.

Große Welle der Hilfsbereitschaft: Viele Menschen aus der ganzen Region nehmen an der Typisierungsaktion für Frauke teil. Julia Rée von der DKMS hilft bei der Organisation. Fotos: Alfred Drossel
Große Welle der Hilfsbereitschaft: Viele Menschen aus der ganzen Region nehmen an der Typisierungsaktion für Frauke teil. Julia Rée von der DKMS hilft bei der Organisation. Foto: Alfred Drossel
Große Welle der Hilfsbereitschaft: Viele Menschen aus der ganzen Region nehmen an der Typisierungsaktion für Frauke teil. Julia Rée von der DKMS hilft bei der Organisation. Fotos: Alfred Drossel
Große Welle der Hilfsbereitschaft: Viele Menschen aus der ganzen Region nehmen an der Typisierungsaktion für Frauke teil. Julia Rée von der DKMS hilft bei der Organisation. Foto: Alfred Drossel
Sandra Fichter aus Neudenau lässt sich typisieren, andere spenden Geld für die Aktion.
Sandra Fichter aus Neudenau lässt sich typisieren, andere spenden Geld für die Aktion.
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Besigheim-Ottmarsheim. Es herrscht eine reges Kommen und Gehen in der Ottmarsheimer Bürgerhalle. Annika Umbach betrachtet mit einem zufriedenen Lächeln das Treiben. Sie hat die Typisierungsaktion organisiert, um einen Stammzellenspender für Frauke zu finden. Die 40-jährige Ottmarsheimerin ist an Leukämie erkrankt, eine Stammzellenspende ist die einzige Überlebenschance für die Mutter einer vierjährigen Tochter (wir berichteten mehrfach). „Ich hoffe, dass wir heute den Helden für Frauke finden“, sagt Annika Umbach, angelehnt an das Motto der Aktion.

Der Andrang von Spendewilligen ist zumindest riesig. Zwei Stunden vor Ende der Aktion haben sich bereits 400 Menschen registrieren lassen, berichtet Julia Rée von der DKMS, ehemals die Deutsche Knochenmarkspenderdatei. Sie rechnet am Ende mit rund 500 Spendern und wäre damit sehr zufrieden. „Das Material reicht auf jeden Fall aus“, sagt Julia Rée mit Blick auf mehrere Stapel Kunststoffboxen mit Wattestäbchen, Tütchen und Datenblättern. Annika Umbach war da zurückhaltender. „Ich wäre mit 200 Spendern glücklich gewesen“, sagt sie. Schließlich habe es vor zehn Jahren schon einmal eine Typisierungsaktion in Ottmarsheim für einen kleinen Jungen gegeben. Viele hatten sich da schon registrieren lassen. Doch nun wurden ihre Erwartungen übertroffen. „Ich finde es ergreifend, dass ich so viele Helfer habe, und dass so viele Leute gekommen sind, um Fraukes Held zu werden“, sagt Annika Umbach ergriffen. Als Verwandte und Patentante ihrer Tochter steht sie Frauke sehr nah.

Zwei lange Tischreihen sind nebeneinander nahezu über die gesamte Länge der Bürgerhalle aufgebaut. Den 40 Helfern, die die Daten von Spendewilligen aufnehmen und die Wattestäbchen mit den Proben entgegennehmen, sitzen meist ebenso viele Aktionsteilnehmer gegenüber. Jeder Stuhl der frei wird, ist bald wieder besetzt. Weitere Helfer kümmern sich um die Zwischen- und Endkontrolle der abgegebenen Proben, sind in der Küche oder am Buffet im Foyer tätig. Insgesamt unterstützten 90 Freiwillige die Aktion, zählt Umbach zusammen. Darunter seien neben Familienmitgliedern und Freunden auch viele Fußballkollegen des TSV Ottmarsheim, denn hier spielte Frauke bis zu ihrer Erkrankung. Auch die Freiwillige Feuerwehr Ottmarsheim ist dabei. Hinzu kommen Firmen aus dem Landkreis als Sponsoren. „Die Aktion ist mit Helfern gut aufgestellt und super gut organisiert“, meint auch Julia Rée dazu. „Vor allem sind die Leute voll engagiert dabei.“

In der Tat herrscht eine fast mitreißende Stimmung in der Halle, die mit zahlreichen roten Herzchenballons geschmückt ist. An der Bühne und an der Eingangstüre hängen Plakate mit dem Motto „Helden für Frauke“. Zu diesen gehören auch Anja und Matthias Georgi aus Bietigheim. Frauke sei die Frau eines Kollegen, erklärt er. So hätten sie von der Aktion erfahren. „Wir können ganz gut nachvollziehen, was das für ein Alptraum ist“, meint Matthias Georgi mit Blick auf seinen kleinen Sohn. „Ohne Mama ist das alles nichts.“ „Hoffentlich passt’s“, sagt Petra Kleiner und reckt beide Hände mit gedrückten Daumen in die Höhe. Persönlich kennt sie Frauke nicht. „Ich hätte das viel früher machen sollen. Ich finde es sollte eine Pflicht für jeden geben“, sagt die 47-jährige Besigheimerin. Auch ihre 16-jährige Tochter Vivien hätte sich gerne typisieren lassen, durfte aber noch nicht. „Aber in einem halben Jahr bin ich 17 und dann mache ich es“, verspricht sie.

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