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Firmenporträt

Von Lissabon bis Ulaanbaatar

Das Pleidelsheimer Logistikunternehmen Loxx Pan Europa transportiert Waren in mehr als 40 Länder. Zum Schlüssel des Erfolgs wurden vor allem Fahrten nach Osteuropa.

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Loxx-Chef Andreas Epple ist seit Jahren im internationalen Logistikgeschäft auf Erfolgskurs.Foto: Holm Wolschendorf

Pleidelsheim. Einen ungewöhnlichen Weg hat die Logistikfirma Loxx Pan Europa vor rund 25 Jahren eingeschlagen und damit wahren Unternehmergeist bewiesen. Denn wovor andere zurückschreckten, erkor sie damals zu ihrem Geschäftsfeld: Transporte hinter den Eisernen Vorhang nach Osteuropa.

„Das war eine richtige Pionierzeit“, erinnert sich Andreas Epple, Mitgesellschafter und Geschäftsführer seit der Gründung des Logistikunternehmens im Jahr 1993. Die ersten Fahrten nach Osteuropa seien wegen Sprachbarrieren und kultureller Unterschiede regelrechte Abenteuerreisen gewesen. Waren Ost und West zu dieser Zeit doch wie zwei verschiedene Welten. „Aber die Märkte haben nach Lösungen gesucht“ – und Loxx Pan Europa hat sie ihnen geboten. „Damit hatten wir ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Epple. Während andere sich in den Bereich nicht hineintrauten, habe man frühzeitig die Chance erkannt, sich gerade dort zu etablieren. „Das hat Spaß gemacht, Geschäfte zu tätigen, die nicht jeder macht“ – und sie wurden für das Unternehmen aus dem Landkreis Ludwigsburg zum Sprungbrett für seinen Erfolg. „Vergangenes Jahr haben wir einen Umsatz von 35 Millionen Euro erwirtschaftet“, berichtet Epple.

Sprachliche und kulturelle Hürden sind indes längst passé. Loxx Pan Europa ist inzwischen nicht nur weit über den osteuropäischen Raum international tätig – in mehr als 40 Ländern von Lissabon bis Ulaanbaatar in der Mongolei – sondern auch sein Firmensitz in Pleidelsheim ist in gewisser Hinsicht multikulturell. Denn für internationale Geschäfte sei ein „hohes Maß an interkulturellem Verständnis“ nötig, sagt Epple: „Dafür braucht man Spezialisten.“ Bei Loxx Pan Europa setzt man daher auf Muttersprachler im Kontakt mit der Kundschaft aus aller Welt. „Es ist einfach etwas anderes, ob man sich in einer Fremdsprache unterhält oder ob ein Russe mit einem Russen spricht oder ein Pole mit einem Polen. So haben wir allein in der Russland-Abteilung 15 Mitarbeiter, die fließend die Sprache sprechen“, erläutert Epple. Seine Spezialisten schult das Unternehmen vielfach selbst. „Wir haben von Beginn an konsequent selbst ausgebildet“ – und dabei vor allem auch Menschen ausländischer Nationalitäten. „Dadurch haben wir im kleinen Stil sicher mehr für Integration gemacht als andere, die nur davon reden“, ist der Geschäftsführer überzeugt.

Insgesamt beschäftigt die Logistikgesellschaft an ihrem Firmensitz in Pleidelsheim derzeit 126 Mitarbeiter. Zum Vergleich: Angefangen hat sie einst mit gerade einmal fünf Mitarbeitern, damals noch in Kornwestheim. Später zog man dann nach Tamm um und seit einem Jahr ist man in Pleidelsheim ansässig. „Wir haben hier optimale Rahmenbedingungen.“ Ein entscheidender Vorteil sei natürlich die Nähe zur Autobahn. Aber auch die Gemeinde sei schwer dahinter her gewesen, dem Unternehmen eine Perspektive bei sich zu bieten. Zum einen habe man Räume anmieten können, zum anderen aber auch selbst dazu gebaut. So verfüge man jetzt über eine Logistikfläche von 10 000 Quadratmetern. Diese nutze man nicht nur, um etwa für namhafte Hersteller sogenannter Weißer Ware, wie Trockner oder Waschmaschinen, die Verteilung zu übernehmen, sondern auch für Projektabwicklungen, etwa bei Standortverlegungen von Firmen.

Vom Kern her sei man aber nach wie vor stark auf Ost- und Südosteuropa fokussiert, wobei Verkehre nach Russland hierbei einen ganz großen Teil ausmachten. So habe man jüngst in Verbindung mit der Exportakademie Tübingen eine hochrangige 23-köpfige Wirtschaftsdelegation aus Russland empfangen mit Vertreter aus den Bereichen Gesundheit, Textil und Bau, die sich im Rahmen eines mehrtägigen Programms konkret über den Logistikstandort Pleidelsheim informieren wollten. Gesprochen wurde mit dieser selbstverständlich auf Russisch. Dadurch werde man von den Gästen ganz anders wahrgenommen, meint Epple.

Sind bei Russland-Geschäften die derzeitigen weltpolitischen Spannungen zu spüren? „Momentan ehrlich gesagt nicht“, antwortet darauf Epple. Natürlich merke man es, wenn Waren sanktioniert seien und daher dorthin nicht verkauft und geliefert werden dürfen. „Aber die Verbindungen sind nachhaltig gut.“