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Vorstellung der Bürgermeisterkandidaten für Beilstein mit Liveübertragung geplant

Wie können sich die Kandidaten für die Beilsteiner Bürgermeisterwahl am 14. März trotz der Pandemie öffentlich vorstellen? Diese Frage treibt den Gemeinderat um.

Die Bewerbungsfrist für die Bürgermeisterwahl läuft noch bis 16. Februar. Derzeit gibt es drei Bewerber. Archivfoto: Alfred Drossel
Die Bewerbungsfrist für die Bürgermeisterwahl läuft noch bis 16. Februar. Derzeit gibt es drei Bewerber. Foto: Alfred Drossel

Beilstein. Drei Kandidaten haben sich bislang für den Beilsteiner Bürgermeistersessel beworben. Während Georg Kobiela als gebürtiger Beilsteiner, der die örtliche Pfadfindergruppe nach eigenem Bekunden mitaufgebaut hat, dem einen oder anderen bereits bekannt sein dürfte, sind die beiden anderen Bewerber als Auswärtige wohl noch eher unbeschriebe Blätter für die meisten Einwohner. Gottfried Göbbel stammt aus Heilbronn und lebt derzeit wie Kobiela mit seiner Partnerin in Stuttgart. Barbara Schoenfeld ist gebürtige Niedersachsin und wohnt momentan aus beruflichen Gründen gemeinsam mit ihrem Ehemann im hessischen Gernsheim und hat für die Wahlkampfzeit zudem eine Wohnung in Oberstenfeld bezogen.

Allen drei gemeinsam ist, dass sie aufgrund der Coronapandemie vor besonderen Herausforderungen in ihrem Wahlkampf stehen. Schließlich fallen öffentliche Veranstaltungen, als Gelegenheiten Gesicht zu zeigen, flach. Auch die üblichen Vorstellungsrunden von Kommunen und Medien, zu denen die Bewerber geladen werden, sind voraussichtlich nicht wie gewohnt vor dem Wahltermin am 14. März möglich. Der Gemeinderat hat sich daher in seiner jüngsten virtuellen Onlinesitzung Gedanken gemacht, wie Göbbel, Schoenfeld, Kobiela und eventuell noch weiteren Bewerbern – die Frist läuft noch bis zum 16. Februar – dennoch eine öffentliche Plattform geboten werden kann, sich zu präsentieren.

Der Vorschlag der Stadtverwaltung hierzu: eine digitale Vorstellung. Dazu sollen die Kandidaten für Videoaufzeichnungen zehn- bis 15-minütige Reden halten, die anschließend auf der Stadt-Homepage online gestellt werden sollen. Des Weiteren wäre ein digitales Diskussionsforum möglich, das von einem Moderator angeleitet wird, sagte Bürgermeister Patrick Holl. Da er Anfang März den Posten des Ersten Beigeordnete des Gemeindetags Baden-Württemberg übernimmt, wurde die Wahl nur rund ein Jahr nach seiner Bestätigung im Amt überhaupt angesetzt. „Das Problem dabei ist, dass nicht jeder online-affin ist.“ Doch sobald man eine Präsenzveranstaltung plane, müsse man wegen Corona die Anzahl der Besucher limitieren und hierfür unweigerlich eine Auswahl treffen, aber gleichzeitig für Chancengleichheit sorgen.

Der FDP-Stadtrat Wolfgang Behr sprach sich für eine Präsentation vor Publikum aus und diese online zu streamen. „Es ist sehr attraktiv, wenn die Kandidaten sich live zeigen und nicht nur in einem Mitschnitt“, begründete er seinen Vorschlag. Oliver Kämpf, der Fraktionssprecher der Bürgerliste befürwortete ebenfalls eine Veranstaltung zur Vorstellung der Kandidaten zu organisieren. „Aber nicht als angeleitetes Diskussionsforum.“ Die Bewerber sollten lediglich die Möglichkeit haben ein Statement abzugeben. Ähnlich sah es Bernd Kircher (SPD), der die Veranstaltung jedoch möglichst klein halten wollte wegen Corona. Der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Oliver Muth, warnte in diesem Zusammenhang davor, Publikum zu einer Vorstellungsrunde in der Stadthalle überhaupt zuzulassen. Denn eine Limitierung der Besucher mache die spätere Bürgermeisterwahl anfechtbar.

Sein Fraktionskollege Stefan Kleinbach riet dazu, vorab Bürgerfragen zu sammeln, welche die Bewerber aber erst kurz vor ihren Reden erfahren für mehr Spontanität bei der Präsentation. Peter Gruner (Initiative) schlug eine Kooperation mit Tageszeitungen vor, die das entsprechende Know-how mitbringen.

Einigkeit bestand schlussendlich nur darüber, dass es eine Kandidatenvorstellung mit Liveübertragung ins Internet geben soll. Dazu will man sich mit den örtlich vertretenen Zeitungen absprechen. Zudem soll die Verwaltung prüfen, wie auch nicht online-affine Bürger an der Bewerberpräsentation beteiligt werden können.

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