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Warum ein Tunnel zwischen Benningen und Murr (derzeit) keine Lösung sein kann

Kosten von mindestens einem zweistelligen Millionenbetrag für eine Verbindung zwischen Benningen und Murr – Kreisverkehr an Bergkelter-Kreuzung schwierig

Hier könnte ein Tunnel von Benningen nach Murr beginnen. Foto: Andreas Becker
Hier könnte ein Tunnel von Benningen nach Murr beginnen. Foto: Andreas Becker

Benningen/Murr. Ob die Idee wohl entstand, als er im Stau stand? Auf jeden Fall hat unser Leser Oliver Löffelhardt einen Vorschlag, wie man das tägliche Verkehrschaos auf der Landesstraße 1100 zwischen Marbach und Murr beenden könnte: Nicht mit einer Busspur entlang der dortigen Kläranlage, wie von der Politik in Planung gegeben, sondern mit einem Tunnel vom Abzweig Benningen in Richtung Pleidelsheimer Wäldle, also ungefähr auf der Höhe von McDonalds in Murr.

Land Baden-Württemberg hat 734 Bauvorhaben bewertet

Unsere Zeitung hat beim zuständigen Verkehrsministerium nachgefragt. Im Maßnahmenplan des Landes Baden-Württemberg, der aufzeigt, wo neue Landesstraßen geplant und gebaut beziehungsweise ausgebaut werden sollen, ist für diesen Bereich keine neue Maßnahme vorgesehen. Um das Geld für den Aus- und Neubau von Landesstraßen sachgerecht zu verteilen, seien 2010 genau 734 Bauvorhaben bewertet worden und schließlich 123 Projekte mit Kosten von 385 Millionen Euro in den Maßnahmenplan für Landesstraßen aufgenommen worden, heißt es in der Antwort. Hauptsächlich seien Maßnahmen aufgenommen worden, die bereits im Generalverkehrsplan 1995 enthalten waren. Ein Tunnel bei Benningen sei weder bei der Aufstellung des Maßnahmenplans 2013 angemeldet noch bewertet worden. „In Anbetracht der nur begrenzt zur Verfügung stehenden Mittel und des Grundsatzes der Landespolitik, den Erhalt dem Neubau vorzuziehen, erscheint ein Neubau eines Tunnels unter Berücksichtigung der Kosten als nicht realistisch“, heißt es aus dem Verkehrsministerium weiter. Für einen solchen Tunnel halte man Kosten in einem sehr hohen zweistelligen Millionenbereich für realistisch. Es sei mit einer Länge von mindestens einem Kilometer zu rechnen.

Parkmöglichkeit am Abzweig nach Benningen historisch bedingt

Warum am Abzweig nach Benningen die Möglichkeit besteht, zu parken, weiß das Regierungspräsidium Stuttgart. Sie sei wahrscheinlich historisch bedingt. Es handle sich um eine öffentliche Fläche, die zum Beispiel auch für den Straßenbetriebsdienst nützlich sei, um unter anderem Mäharbeiten oder Ähnliches durchzuführen und zu erleichtern.

Eine weitere Idee, nämlich einen Kreisverkehr an der Bergkelter-Kreuzung bei Murr, wird vom Regierungspräsidium sofort verworfen. Alle Knotenpunkte in diesem Umfeld seien im Rahmen einer Verkehrsuntersuchung näher betrachtet worden. Die Ergebnisse und mögliche Wege, die Situation zu verbessern, wurden und werden aktuell mit den Kommunen erörtert. Man befinde sich im stetigen Austausch, lautet die Aussage aus dem Regierungspräsidium. Es würden Lösungsmöglichkeiten für eine spürbare Entlastung der Strecken diskutiert, die sich jedoch sowohl bautechnisch als auch planungsrechtlich anspruchsvoll gestalten werden, heißt es auch aus dem Verkehrsministerium. Sobald konkrete Pläne vorlägen, würden diese selbstverständlich auch kommuniziert.

Topografie erschwert Kreisverkehr an Murrer Bergkelter-Kreuzung

Unabhängig von der Frage, ob ein Kreisverkehr verkehrlich sinnvoll wäre, dürfte aufgrund der örtlichen Situation und Topographie die bauliche Realisierung eines Kreisverkehrs an dieser Stelle aber vermutlich schwierig werden, so die Aussage des Regierungspräsidiums.

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