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Beeindruckende Bilanz der Hilfstransporte
Was Ehrenamtliche aus dem Kreis Ludwigsburg für Menschen in der Ukraine tun

Einer der zahlreichen, vom GAW organisierten Hilfstransporte in die Ukraine. Hier wurden unter anderem Fahrräder und Stühle auf den Weg gebracht.
Einer der zahlreichen, vom GAW organisierten Hilfstransporte in die Ukraine. Hier wurden unter anderem Fahrräder und Stühle auf den Weg gebracht. Foto: privat
20 Hilfstransporte, die Güter im Wert von einer Million Euro in die Ukraine gebracht haben: Diese Bilanz zieht Organisator Ulrich Hirsch aus Sachsenheim.

Sachsenheim. Das Jahr 2024 ist für Ulrich Hirsch Anlass, „dankbar Bilanz zu ziehen“, wie er sagt. Zwischen Januar und Dezember hat das Helferteam unter Leitung des früheren GAW-Geschäftsführers eine Fülle von Hilfsgütern gesammelt, abgeholt, geladen und für eine verlässliche Ankunft in der Ukraine gesorgt, so eine Pressemitteilung.

Demnach wurden insgesamt 20 Hilfstransporte in die Ukraine unter dem Dach des Gustav-Adolf-Werkes (GAW) organisiert. Das GAW ist das älteste bundesweite evangelische Hilfswerk in Deutschland. Zusätzlich wurden bei acht Transporten auch diakonische Einrichtungen in der Slowakei und Ungarn mit Hilfsgütern bedacht.

Insgesamt waren 15 Trucks mit je 40 Tonnen und fünf große Sprinter auf der Strecke. Zur Vorbereitung und Beladung der Lkw kamen an 34 Tagen 344 Mitarbeiter aus dem Raum Vaihingen/ Sachsenheim und Bietigheim zum Einsatz. Sie engagierten sich in mehr als 3434 Arbeitsstunden.

Von Windeln bis zu Pflegebetten

Die Hilfsgüter reichten von Mineralwasser über Windeln bis hin zu Kühlschränken, Pflegebetten und Fahrzeugen. Neben einer Fülle von Sach- und Geldspenden durch Privatpersonen wurden auch Schulmöbel aus Bietigheim, sowie Hilfsgüter aus Pflegeheimen und Sozialeinrichtungen geladen. Die Beladung der Trucks wurde nicht nur im Raum Sachsenheim, Vaihingen und Bietigheim, sondern auch an weiteren 34 Orten in Süddeutschland vorgenommen.

Partnerkirchen und Netzwerke vor Ort

Die zuverlässige Verteilung in der Ukraine erfolgte wiederum durch den GAW-Partner Pfarrer Péter Szeghljánik. Er wurde unterstützt von Partnerkirchen vor Ort, von Menschen in allen Regionen und Netzwerken, die für eine gerechte Verteilung aller Güter sorgten. Neben den Regionen um Odessa, Charkiv, Kiev, Cernowitz, Sumij und Chmelnitzky, Vinnytsa, Dnipro, Tschernihiv, Mikolajev, Lwiw waren auch Dörfer in der Karpato- Ukraine Ziel der Hilfstransporte.

Fabrikneue Schutzhandschuhe

Bemerkenswert war die Großspende des Landes Baden-Württemberg, das mehr als 5,2 Millionen nicht mehr benötigter fabrikneuer Schutzhandschuhe beisteuerte. Allein sie füllten zwei Trucks und waren in zahlreichen Krankenhäusern und Arzpraxen sehr willkommen. Eine weitere Besonderheit war der Transport von über 770 in der Region gesammelten Fahrädern. Das im Sommer in Hemmingen übergebene Feuerwehrfahrzeug wird inzwischen für viele Zwecke in Transkarpatien eingesetzt.

Transportkosten über Spenden gedeckt

Einschließlich der für 40.000 Euro gekauften Hilfsgüter wie Lebensmittel, Generatoren und Saatmais betrug der Gesamtwert aller 20 Transporte über 1,1 Millionen Euro. Die Kosten in Höhe von 148.000 Euro wurden durch verschiedene Spenden und Zuschüsse gedeckt. Weil viele Hilfsgüter wiederverwendet werden, wird auch Müll reduziert und werden Entsorgungskosten gespart, so die Pressemitteilung. (red)