Kreis Ludwigsburg. Wer dieser Tage mit der S-Bahn unterwegs ist, braucht gute Nerven. Seit Anfang der Woche häufen sich die Meldungen über Verspätungen und Ausfälle, mal wegen „Personenunfällen“ oder „Besoffene im Gleis“, wie es ein viral gegangenes Video von einer Lokführer-Durchsage kundtat, aber auch wegen technischer Störungen – und ab dem morgigen Samstag wegen zu vieler Krankmeldungen.
Die Linien S3 bis S6 fahren deshalb statt im üblichen Viertel- nur im Halbstundentakt, zudem fährt die S4 nicht durchgehend bis Backnang, sondern man muss in Marbach umsteigen. Ebenfalls geteilt wird die S60, die von Böblingen aus nicht zur Schwabstraße verkehrt, sondern nur bis Renningen, wo man dann auf die S6 wechseln muss.
So fahren die S-Bahnen...
Sonn- und feiertags ist dann ohnehin ein Halbstundentakt üblich – wie ab dem 2. Oktober den ganzen Monat über auch auf den durch den Kreis verkehrenden Linien. Grund sind die Bauarbeiten bei Feuerbach für den Digitalen Knoten – deshalb stehen nur zwei statt vier Gleisen zur Verfügung – sowie am Bahnsteigdach, das 2012 losgelöste Güterwaggons beschädigt hatten.

Die S5 und die S4 fahren bis zum 26. Oktober nur noch alle 30 Minuten, zudem entfällt bei Letzterer von Montag bis Samstag die Durchbindung nach Backnang, eine Maßnahme, um erwartete Verspätungen zu kompensieren, so der Betreiber. Die S6/60 entfällt zwischen Zuffenhausen und Schwabstraße, und die ohnehin oft ausfallende S62 verkehrt gar nicht. In Zuffenhausen gibt es zudem eine Änderung beim Bahnsteig, die S4 und S5 halten an den Gleisen, die am nächsten zur B10/27 liegen – in Fahrtrichtung Ludwigsburg gibt es allerdings keinen Aufzug.
Für Reisende mit Ziel Feuerbach pendeln alle fünf bis zehn Minuten Busse ab dem Busbahnhof Zuffenhausen (mit Extrahalt vor Bosch, ab etwa 20.40 Uhr aber nur auf Anforderung (über die App „Mobility Stuttgart“ oder unter (0711) 933837-98).
...und so die Regionalzüge
Ausfälle und Fahrplanänderungen gibt es aber auch im Regionalverkehr. Allen voran wird wieder die Schusterbahn (Kornwestheim – Untertürkheim) eingestellt, um Platz für Fernzüge und etwa die Linie MEX18 zu schaffen, die deshalb nicht im Hauptbahnhof und in Bad Cannstatt hält, dafür aber in Kornwestheim. Zudem starten und enden die MEX17-Züge bereits in Bietigheim, der MEX12 fährt nur zwischen Tübingen und Stuttgart sowie zwischen Bietigheim und Heilbronn. Und in den Randzeiten entfallen einzelne Züge der Linie RE8 (Stuttgart – Würzburg).
Taktreduzierung im neuen Fahrplan vorgesehen
Mit dem Abschluss in Feuerbach sind die Einschränkungen aber nicht beendet – denn es gibt noch die Baustelle bei Bad Cannstatt. Und mit dem neuen Fahrplan ab Mitte Dezember will die Bahn den Halbstundentakt erneut planmäßig reduzieren, unter der Woche ab 19 Uhr (bislang 20.30 Uhr) sowie samstags. Damit sollen Engpässe beim Personal und den Fahrzeugen – sie müssen für die neue Leit- und Sicherungstechnik umgerüstet werden – kompensiert werden und das Angebot stabiler werden.
Nach Kritik der Regionalräte ergänzen Umwelt- und Fahrgastverbände das nun um den finanziellen Aspekt. Denn wenn das 49-Euro-Ticket abgeschafft werde, gelten wieder die Verbundtarife, die im September um 7,5 Prozent deutlich erhöht wurden – und wofür es dann weniger Leistung gebe als zuvor.



