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Natur

Weitere kranke Eschen werden gefällt

Pilzkrankheit weitet sich aus: Maßnahmen im Marbacher Eichgraben und am Steinheimer Radweg geplant

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Ein vom Eschentriebsterben befallener Baum. Viele Äste sind schon kahl.Archivfoto: dpa

Marbach/Steinheim. „Wir müssen das machen, bevor Personen zu Schaden kommen. Wir müssen unserer Verkehrssicherungspflicht nachkommen“, betont Werner Westhauser von der Stadt Marbach. Kommende Woche müssen im oberen Bereich des Eichgrabens nochmals 50 bis 100 kranke Eschen gefällt werden. Nachdem 2015 ein Ast einer kranken Esche nur knapp an einer Tagesmutter mit zwei Kindern vorbeigeschrammt war, hatte man bereits 2016 rund 200 Bäume im unteren Teil des Eichgrabens gefällt. Die Baumfällmaßnahme war damals stark aufgefallen, da Eschen das obere Stockwerk eines Waldes bildeten.

Die Eschen werden seit geraumer Zeit durch einen Pilz massiv beeinträchtigt. Der Verursacher des Eschentriebsterbens, auch „Falsches Weißes Stängelbecherchen“ genannt, hat sich mittlerweile in Baden-Württemberg etabliert und die Eschenbestände flächendeckend befallen. Ist ein Baum betroffen, ist er in der Regel nicht mehr zu retten. Im Frühstadium der Erkrankung treten an den Blättern bräunliche Verfärbungen auf. Die Infektion arbeitet sich von den Triebspitzen immer weiter in die Äste und den Stamm der Bäume vor. Durch den Befall werden die Eschen geschwächt und anfälliger für weitere Schädlinge sowie gegen Trockenheit oder Sturm. Wegen der Bruchgefahr müssen die Kommunen reagieren.

„Die Hoffnung, die Bäume retten zu können, indem man nur die erkrankten Äste entfernt, hat sich nicht bestätigt. Das Eschentriebsterben schreitet weiter voran“, betont der zuständige Revierförster Jürgen Weis. Bei der Fällung würden seine Mitarbeiter sehr sensibel vorgehen, um die nachwachsenden Bäume wie Ahorn oder Erle zu erhalten. Speziell der Ahorn habe sich auf den Flächen, wo bereits gefällt wurde, sehr gut entwickelt. Auch Buche und Hainbuche entwickelten sich gut.

Nachbessern muss auch die Stadt Steinheim: Entlang des Radweges zwischen Steinheim und Kleinbottwar sind bereits 90 Bäume gefällt worden, zwischen Kleinbottwar bis zur Markungsgrenze nach Großbottwar werden kommende Woche nochmals 40 Eschen gefällt. Ursprünglich wollte der städtische Umweltbeauftragte Eric Hirsch noch 20 bis 25 Bäume stehenlassen. Aber auch die seien dann in zwei bis drei Jahren spätestens kaputt. Mittlerweile gebe es eine zweite Pilzkrankheit, die die Wurzeln befalle und sich gerade bei geschwächten Bäumen ausbreite. „Da habe ich auch schon von einigen Unfällen mit Forstarbeitern gehört“, sagt Hirsch. Deshalb sei es eine Überlegung wert, alle Bäume jetzt zu fällen. „Die Fällarbeiten sind aufwendig, es bedeutet einen Eingriff in die Natur. Und die Bäume sind nicht zu retten“, sagt er. Es sei jedoch noch keine Entscheidung gefallen. Auch am Kaisersbach und am Otterbach müssten Eschen gefällt werden. „Es ist ein Trauerspiel“, bedauert Hirsch.

Die gefällten Bäume werden größtenteils an einen Holzhändler verkauft, aber auch einige Privatpersonen kaufen das Holz und verarbeiten es direkt vor Ort. Die kleineren Äste und das kleinwüchsige Holz wird zu Holzhackschnitzel verarbeitet und in der Marbacher Anlage verbrannt.

Info: Die Arbeiten finden von Montag, 12. Februar, bis Freitag, 16. Februar, statt. Die Straße durch den Eichgraben muss von der Ludwigsburger Straße (L 1100) bis zur Dreibronnenstraße (K 1601) gesperrt werden.