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24-Stunden-Schwimmen

Wenn es Nacht wird im Stadtbad...

Beim 24- Stunden-Schwimmen des SGV Freiberg haben 322 Teilnehmer zwischen vier und 87 Jahren schwimmend insgesamt über 1934 Kilometer zurückgelegt.

Schwimmen in familiärer Atmosphäre – dafür ist das Freiberger Event bekannt. Eine Teilnehmerin kommt sogar aus der Schweiz.Foto: Andreas Becker
Schwimmen in familiärer Atmosphäre – dafür ist das Freiberger Event bekannt. Eine Teilnehmerin kommt sogar aus der Schweiz. Foto: Andreas Becker

Freiberg. Bereits zum 14. Mal veranstaltete der Schwimmverein SGV Freiberg das 24-Stunden-Schwimmen, das längst weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt ist. Seit dem Vorjahr steht die Veranstaltung unter dem Motto „Nachts im Stadtbad“, was sehr gut ankommt. „Es greift das Besondere auf, nämlich ausnahmsweise auch nachts schwimmen zu dürfen“, erklärt Franziska Skrubel, die für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Schon vor dem offiziellen Anmeldestart fanden sich die ersten Teilnehmer ein, um sich registrieren zu lassen. Pünktlich um 13 Uhr begann dann das 24-Stunden-Schwimmen nach einer kurzen Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden Stefan Dahl. Auf eine offizielle Eröffnung wurde diesmal verzichtet, da Bürgermeister und Schirmherr Dirk Schaible wegen der Klausurtagung des Gemeinderates fehlte und nicht wie sonst die ersten zwei Bahnen schwimmen konnte.

Den Teilnehmern war es gerade recht, vor allem die Kinder konnten es kaum abwarten, endlich ins Wasser zu springen. Einer von ihnen war der siebenjährige Nils. „Letztes Jahr habe ich eine Goldmedaille bekommen, das möchte ich dieses Jahr wieder schaffen“, erzählt er von seinen ehrgeizigen Plänen.

Während kleine und große Schwimmer Bahn um Bahn zogen, arbeiteten die Zähler hochkonzentriert in Vier-Stunden-Schichten. Tagsüber waren pro Bahn drei Zähler eingesetzt, nachts zwei. Doch auch wenn der Andrang zu sehr später und sehr früher Stunde grundsätzlich etwas geringer ist, erfreut sich auch das nächtliche Schwimmen mit der ganz besonderen Atmosphäre großer Beliebtheit. Diesmal blieben sogar überdurchschnittlich viele Schwimmer über Nacht. Wie schon in den Vorjahren, lockte zwischen 1 und 5 Uhr das Aqua-Jogging und das Pyjamaschwimmen im langen Schlafanzug.

Die 322 Teilnehmer schwammen innerhalb der 24 Stunden insgesamt 77.370 Bahnen, was einer Gesamtstrecke von 1.934250 Metern entspricht. Damit wurde der Rekord von 2013 mit 1940 Kilometern nur knapp verpasst.

Stefan Dahl zeigte sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung. „Sogar aus Zürich reiste wieder eine Frau an, die das 24-Stunden-Schwimmen toll findet“, freute sich der Vereinsvorsitzende über die Teilnahme von Natalia Lombardi, die ebenso wie Peter Bareuther aus dem bayrischen Marktredwitz eine weite Anreise in Kauf genommen hatte. Für die beiden hat sich das gelohnt: Sie gewannen die Wertung in ihrer jeweiligen Altersklasse.

Dass es vielen Teilnehmern nicht nur ums Schwimmen geht, sondern dass sie auch die gute Atmosphäre loben, wunderte Dahl nicht. „Es ist fast wie eine große Familie, die hier zum 24-Stunden-Schwimmen zusammenkommt“, freute er sich. Damit bezog er die Schwimmer ebenso ein wie die rund 100 Helfer. „Wir haben keine Schwierigkeiten, genügend Helfer zu finden“, ergänzte Franziska Skrubel. „Es sind auch Leute dabei, die keinerlei Berührungspunkte zu unserem Verein haben, sondern von anderen Helfern mitgebracht werden.“ Ein Punkt, mit dem der Schwimmverein gegenüber anderen Vereinen punkten kann, ist die benachbarte Stadthalle, die für Ruhepausen und Verpflegung zur Verfügung steht. Diesmal bestand die Verpflegung überwiegend aus fair gehandelten und regionalen Produkten. „Freiberg braucht einen Partnerverein, um Fairtrade Town zu werden. Dass wir mitmachen, um ein Zeichen zu setzen, war für uns selbstverständlich“, sagt Dahl und erinnerte daran, dass sein Verein schon öfter Vorreiterrollen übernommen hat, zum Beispiel mit den Projekten „cool and clean“ oder den Schwimmpatenschaften.

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