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Wenn Literarisches im Einklang mit dem Genuss steht

Bei einer Online-Weinprobe liest Dieter Schedy aus seinem neuen Buch vor, dazu werden sechs passende Weine präsentiert.

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Besigheim.

Bei der „Mörderischen Weinprobe“ lesen Sie aus Ihrem neuen Krimi „Viertelesmörder“. Wie läuft der Abend ab?

Dieter Schedy: Ich gebe einen ganz kleinen Einblick in den Krimi, um Appetit zu machen, dann lese ich die wichtigsten Passagen daraus, verbinde diese mit inhaltlichen Erzählungen, bis kurz vor dem Clou. Der bleibt ungesagt, um eigenes Lesen anzuregen. Der Bösewicht wird nicht genannt. Dabei wird auch ein Wein im Mittelpunkt stehen, den Sophia Schäfer, Sommelière der Felsengartenkellerei, vorstellen und beschreiben wird.

Auf was sollten die Teilnehmenden achten?

Vielleicht erkennen sie schon während des Lesens, wer oder was zum Tode geführt hat. Für mich ist die Weinbeschreibung ganz wichtig, findet sie doch in der Auswahl der Sommelière Sophia Schäfer ihr Pendant. Beschreibung und Genuss geben Aufschluss über unsere hervorragenden Lagen und die herrlich aromatischen Gewächse. Alle in den Krimis genannten Orte können aufgesucht werden, so nach dem Motto: „Guck mal, da an dieser Staffel hat’s ihn oder sie erwischt.“ Die Orte sind authentisch, wie auch schon in dem Band „Tod im Wengert“.

Was sind die Vorteile, was sind die Nachteile einer solchen Onlineveranstaltung?

Jeder kann es sich zu Hause gemütlich machen, zum Wein vespern, sich ungestört mit dem Partner austauschen oder einfach nur in Ruhe genießen. Der Nachteil ist für die Akteure, dass der direkte Zugang zu den Zuhörern fehlt. Für mich, der schon Hunderte von Weinproben gehalten hat, war immer die Stimmung, das Gespür, die Emotionalität zur Gruppe wesentlich. Da konnte man Bezüge aufbauen, die für eine Weinprobe wichtig sind.

Ohne zu viel zu verraten: Um was geht es in Ihrem neuen Krimi?

Nun, es sind sechs Kurzkrimis, bis zu 25 Seiten lang, gerade lang genug, um sich nebenher ein feines Viertele einzuverleiben. Alle Protagonisten und Antagonisten sind eng mit dem Wein verbunden, sind alle hier im Neckartal zu Hause. Alles spielt sich in den bekannten Weinlagen ab. Doch Eifersucht, Habgier und Missgunst ließen sie zu Bösewichten werden. Da geht es um Wasserklau, um die Kraft der Aromen, um einen arroganten Weinbergführer und um einen eifersüchtigen Wengertschützen.

Was ist Ihr persönlicher Lieblingswein?

Der Graue Burgunder feinherb.

Haben Sie schon Ideen für Ihren nächsten Krimi?

Ja, wenn es einen mal gepackt hat, sich mit den Menschen und Weinen auseinanderzusetzen, kommt man nicht mehr davon los. Die nächsten fünf Kurzkrimis sind schon konzipiert, zwei ganz fertig, wobei es einmal – so viel sei schon mal verraten – um unser Winzerfest gehen wird, die Kälte dieses Winters und den Eiswein.

Info: Die „Mörderische Weinprobe“ ist eine Veranstaltung unserer Zeitung. Sie findet statt am Donnerstag, 20. Mai, um 19 Uhr. Sechs Flaschen und zwei Gläser sowie ein signiertes Buch gibt es für 54,90 Euro unter lkz.de/shop per Click&Collect in der Felsengartenkellerei in Hessigheim. Das Paket kann für 5,90 Euro zugesandt werden.

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