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Ingersheim

Wie kam das Metallstück in Sunnys Bauch?

Ingersheim. Hatte der Mischlingshund Sunny aus Ingersheim eine Rasierklinge im Bauch (wir berichteten mehrfach)? Wenn ja, wurde diese mit einem Köder ausgebracht? Fragen, denen die Polizei derzeit auf den Grund geht. Dabei gestalten sich die Ermittlungen recht schwierig.

Zur Erinnerung: Am 31. Januar kam Hundebesitzerin Jasmin Eggert von einer Gassirunde zurück. Weil das Tier sehr sabberte und sich ungewöhnlich ruhig verhielt, ging Eggert zum Tierarzt und danach zum Anicura Kleintierzentrum in Heilbronn, wo Sunny operiert wurde. In einer Pressemitteilung sprach die Polizei anschließend von Holzstücken und Kugelschreiberteilen, die bei der Operation zum Vorschein kamen. Jasmin Eggert blieb derweil bei ihrer Darstellung, es seien Rasierklingen. Auch der Gegenstand, den Sunny kurz danach ausschied, sei eine Rasierklinge gewesen. Damit ging sie am vergangenen Samstag zur Polizei in Bietigheim-Bissingen.

„Nachdem die Klinik uns mündlich und schriftlich mitteilte, dass es sich möglicherweise um einen Kugelschreiberclip handeln könnte, sind wir jetzt zu dem Schluss gekommen, dass es auch eine einzelne Klinge eines Nassrasieres sein kann“, sagt Peter Widenhorn, Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg auf Nachfrage unserer Zeitung. Allerdings sei noch völlig unklar, wie der Hund das Metallstück zu sich genommen hat. In sozialen Netzwerken werde vehement die Theorie von ausgelegten Ködern verbreitet. „Doch das ist rein spekulativ und entbehrt jeglicher Grundlage“, sagt Widenhorn. Kein weiterer Hundebesitzer habe sich bei der Polizei wegen eines solchen Köders gemeldet. Die Kollegen würden weiterhin wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz ermitteln.

Tierarzt Dr. Franz Xaver Lutter vom Anicura Kleintierzentrum Heilbronn hält sich auf Anfrage unserer Zeitung bedeckt und beruft sich auf den Datenschutz. Ganz allgemein sei es auf einem Röntgenbild nicht eindeutig ersichtlich, wie gefährlich ein Gegenstand im Bauch eines Tieres ist. Allerdings sei es möglich, den Gegenstand zu verifizieren, wenn man ihn nochmals röntgt und mit dem ersten Röntgenbild vergleicht. Dieses Angebot habe er der Polizei gemacht. (elf)