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Wissen in Erster Hilfe hilft Leben zu retten

DRK-Ortsverein Benningen gibt bei einem Aktionstag praktische Einblicke in das Rettungswesen – Schauübungen und Kinderprogramm

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Fachmännisch legen die jungen Helfer einen Verband an. Foto: B. Stollenberg

BENNINGEN. Je länger die Führerscheinprüfung zurückliegt, umso mehr verblassen auch die Erinnerungen an den einst absolvierten Erste-Hilfe-Kurs. Daraus resultiert auch Unsicherheit. An diesem Punkt setzte das DRK Benningen am Sonntagnachmittag bei einem Erste-Hilfe-Aktionstag mit Schauübungen, Fahrzeugausstellung und Kinderprogramm im alten Schulgebäude an.

Nach dem Hoffest vor zwei Jahren hat sich der Fokus von der Unterhaltung auf die Information verlagert. Das DRK bietet Besuchern bei seinem Aktionstag auch die Möglichkeit, ihr Erste-Hilfe-Wissen aufzufrischen.

„Eigentlich weiß ja jeder, wie eine stabile Seitenlage funktioniert oder wie Verbandsmaterial angelegt wird“, sagt Manuel Feucht, stellvertretender Vorsitzender des Benninger DRK-Ortsvereins. „Aber bei vielen Autofahrern ist es schon lange her, dass sie sich mit Erster Hilfe befasst haben. Wir zeigen den Leuten, was sie ohnehin schon wissen und wollen so auch die Unsicherheit nehmen.“

Mitglieder des Jungen Roten Kreuzes (JRK) stellen auf dem Hof einen Unfall mit Verletzten nach, inklusive Gehirnerschütterung und Kopfplatzwunde. Mehrere JRKler demonstrieren den „Bodycheck“ – also das vorsichtige Abtasten einer verletzten Person, insbesondere an Extremitäten und im Bauchbereich. Sie sorgen auch für den sogenannten Wärmeerhalt, bei dem eine verletzte Person mit einer Rettungsdecke eingewickelt wird.

Wärmeerhalt nicht vergessen

Moderator Julius Sonnenwald weist auf die Bedeutung des Wärmeerhalts hin, der in der Hektik am Unfallort schnell in Vergessenheit geraten kann. „Das ist genauso wichtig, wie sich zum Beispiel um den Verband zu kümmern oder andere Maßnahmen“, erklärt der stellvertretende Bereitschaftsleiter des Ortsvereins. „Natürlich nicht bei einem Sonnenstich – aber der Wärmeerhalt ist eine wichtige Maßnahme, sobald sich der Körper abkühlt.“

Sonnenwald gibt auch Einblicke in die Abläufe am Unfallort. Es sei nicht so, dass Rettungskräfte auf die Verletzten zustürmten. Zunächst verschaffe sich der stets in blauer Weste gekleidete Einsatzleiter ein Bild und gebe weitere Anweisungen. Parallel werde die Integrierte Leitstelle alarmiert, wobei die obligatorischen W-Fragen im Hinterkopf zu behalten sind.

Bis zum Eintreffen des Notdienstes muss der Patient beaufsichtigt werden. Der Helfer sollte nicht nur dessen Puls messen, sondern den Verletzten durch kontinuierliche Ansprache nach Möglichkeit auch bei Bewusstsein halten. Die Helfer erstellen für jeden Verletzten ein separates Protokoll, das schließlich an den Notdienst übergeben wird.

Defibrillator im Einsatz

Bei einer weiteren Schauübung, einem Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer und einem Fußgänger, zeigen Mitglieder der DRK-Bereitschaft am Abend, wie Defibrillator und Beatmungsbeutel funktionieren. Der Aktionstag erweist sich für die Besucher als Frischzellenkur für eingerostete Gehirnbereiche mit Erste-Hilfe-Informationen.