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Veranstaltung

Wo Laufen zum Familienfest wird

Mit einer neuen Rekordbeteiligung von fast 1500 Teilnehmern beweist der „Nussdorflauf“ bei der 12. Auflage einmal mehr seine Attraktivität.

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Ein langer Lindwurm zieht sich über die Wege rund um Nussdorf – mit Teilnehmern auch aus flugs dazu ernannten Läufernationen.Foto: Oliver Bürkle

Eberdingen. Nicht zuletzt der Nachwuchs läuft und läuft und läuft in Nussdorf. Den Bambini-Lauf der unter Sechsjährigen einberechnet, sind vor dem eigentlichen Höhepunkt des Tages, dem Panoramalauf, schon Hunderte über die 3,3 Kilometer lange Rundstrecke gerannt. Oder wenigstes über ein Drittel davon, denn bei den Allerkleinsten reicht fürs Erste auch ein guter Kilometer.

Die kommen sowieso wieder im nächsten Jahr, denn zum Laufen gebracht wird der Nachwuchs in Nussdorf und weit drüber hinaus durch die Alison-und-Peter-Klein-Stiftung, die für jeden Jungstarter fünf Euro an die jeweilige Schule überweist, was bei über tausend Kindern aus 20 Schulen eine hübsche Summe ergibt. Am stärksten präsent: die Grundschule Eberdingen mit 150 jungen Flitzern.

Dann aber ist es soweit. An die 500 Starter gehen an der Gemeindehalle auf die Panorama-Strecke, wobei sich die für die 10 Kilometer Gemeldeten mit jenen für den um eine Runde kürzeren „Einsteigerlauf“ in einem großen Pulk tummeln. Die Besten gehen bei einer Temperatur von neun Grad Celsius gleich mit ordentlich Dampf voran und in den Berg hinein mit seinen knackigen sieben Prozent Steigung. Wenn sie oben auf dem Kamm des Kühtrieb angekommen sind, gleicht die Strecke einer einzigen bewegten Menschenmenge. Ein faszinierendes Bild. Und nur noch übertroffen davon, wenn alles wie leergeputzt wirkt, weil nach fünf, sechs Minuten alle vom Wald geschluckt sind, über die der kühle Wind dramatische Wolkengebilde schiebt. Schon dieser Eindruck gibt eine Ahnung davon, was so spät in der Saison noch so viele zum sportlichen Wettkampf hinaus in die Landschaft lockt.

Als bekennende Nichtläufer bringen am Start- und Zielpunkt die Moderatoren ordentlich Spaß in die Sache: „Schon Schnee auf dem Berg?“ fragen sie lauthals, als der Vorjahressieger Martin Diebold auftaucht, mit Gerd als Pacemaker auf dem Rad vorne dran: „In der Form seines Lebens, der Mann! Muss sich aber ranhalten!“ Klar, dass sie nicht den Triathleten aus Aurich meinen. Als der nächste Läufer aus dem Örtchen auftaucht, wird Aurich kurzerhand zur „Läufernation“ ernannt.

Den Organisationsleiter Karl-Heinz Dieterle vom Lauftreff des veranstaltenden TSV 07 Nussdorf freut natürlich auch die gute Stimmung im Publikum. Sowieso ist er jetzt ganz entspannt, nachdem der Termin 2017 auf der Kippe gestanden hatte: „Dank unserer Sponsoren sind wir auf fünf Jahre gesichert. Das heute war eine rundum gelungene Sache!“

Im Pulk von ein paar Gleichaltrigen war Rocco Mauch aus Nussdorf, 16, der schnellste, ist aber nicht voll zufrieden: „28 Minuten und irgendwas“ sei er gelaufen: „Letztes Jahr war ich schneller.“ Aus Karlsruhe ist Katja Heuser gekommen, um erst ihr Patenkind Lene aus dem Ort anzufeuern und dann auch selbst zu laufen: „Das hier hat einen ganz eigenen Charakter. Und so viel Nachwuchs!“, staunt sie, während Karlheinz Keuerleber im Zielbereich die Transponderchips einsammelt.

Nicht unter den Allerschnellsten waren Sarah, Stefanie, Johannes und Vanessa: „Aber das coolste Firmen-Team!“, sagt das Quartett, das sonst „nur bis zur Kantine läuft“, bei Raiser in Hochdorf. Sechs Jahre alt ist Samuel und 1,5 Kilometer „ganz am Stück“ gelaufen. Sein Bruder Mathis sowieso. Jetzt essen sie Pommes und warten auf Papa und Mama, die noch auf der Strecke sind. Als Peggy Hequet kommt, ist sie voll des Lobes. Für ihre Jungs und für die Veranstalter: „Tolle Organisation! Jedes Kind wusste immer, wo es sein muss. Kein Gedrängel, kein Chaos, keine Hektik. Einfach super!“ Sie kenne das auch anders. Klar, ist ja auch eine Läuferfamilie aus einer Läufernation. Aus Aurich.