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ÖPNV

Ziel: Besserer Busverkehr

Weitere Haltestellen werden barrierefrei umgebaut – Installation von neuartigen Anzeigetafeln

Wenn die Fahrer an barrierefrei umgebauten Haltestellen nicht sauber anfahren, gibt es einen großen Spalt zwischen Eingangstür und Randstein.Symbolfoto: dpa
Wenn die Fahrer an barrierefrei umgebauten Haltestellen nicht sauber anfahren, gibt es einen großen Spalt zwischen Eingangstür und Randstein.Symbol Foto: dpa

Strohgäu. Viel war zuletzt kritisiert worden, wenn es um den Busverkehr im Strohgäu ging. Etwa die häufigen Verspätungen bei manchen Linien von Markgröningen aus und zu geringe Kapazitäten im Schülerverkehr, ebenso ungünstige Anschlussverbindungen nach dem Fahrplanwechsel oder unzureichende Informationen. Doch einige aktuelle Beispiele zeigen, dass sich etwas tut.

Etwa in Ditzingen. Dort wurden im Gemeinderat zum einen Verbesserungen bei den kritisierten Linien angekündigt (wir berichteten), ebenso ging es um den Spalt, der sich beim Halt eines Busses zwischen Randstein und Tür auftun kann. Iris Ehinger (Freie Wähler) kritisierte dabei, dass viele Busfahrer weit entfernt vom Randstein hielten. Vor dem Hintergrund stellte sie auch den von der Stadt geplanten weiteren Umbau von Haltestellen infrage: „Ich halte es langsam für einen Schildbürgerstreich“, sagte sie. Oberbürgermeister Michael Makurath verwies darauf, dass die Kommunen gesetzlich gehalten seien, barrierefreie Haltestellen zu schaffen. Doch das funktioniere nur, wenn auch die Fahrer einen Beitrag leisteten. Bürgermeister Ulrich Bahmer sagte, man wirke auf die Unternehmen ein, dass die ihre Fahrer noch einmal auf das korrekte Anfahren der Haltestellen hinweisen.

Indes haben zumindest Stadt und Gemeinderat ihren Anteil geleistet, dass es weitere barrierefreie Haltestellen gibt. Nach acht Stationen 2018 werden dieses Jahr sieben umgebaut, 2020 dann weitere 17. Mit einer Enthaltung stimmte der Gemeinderat dem vorgeschlagenen Ausbauprogramm zu.

Tafeln für aktuelle Abfahrtszeiten

Verbesserungen sind auch andernorts geplant. Sowohl der Hemminger Gemeinderat wie vor Kurzem auch der von Korntal-Münchingen haben zugestimmt, neuartige und besonders energiesparende kleine elektronische Anzeigetafeln des Verkehrsverbunds installieren zu lassen. Und dafür erhalten Kommunen eine Förderung des Kreises. Bezuschusst wird ein Viertel der Gerätekosten, maximal 3000 Euro pro Haltestelle. 108.000 Euro stellt der Landkreis bereit, etwas mehr als ein Drittel der VVS-Kommunen seien der Ausschreibung beigetreten, heißt es.

Die ersten Geräte sollen im dritten Quartal kommen. In Hemmingen sind sie dann am Bahnhof, an der Eisgasse und der Haltestelle Rathaus zu finden, zudem meldete Bürgermeister Thomas Schäfer unlängst die Schlosshaldenstraße nach. Nicht ganz so unumstritten war das Vorhaben in Korntal-Münchingen. Zwölf Räte stimmten zu, die Förderung für alle Standorte abzurufen, für die der VVS den Bedarf festgestellt hatte, fast ebenso viele waren aber dagegen oder enthielten sich. In diesem Jahr werden damit Geräte an den Haltestellen Bahnhof Münchingen, am Stiegelplatz, Kallenberg Lackfabrik und Sportzentrum Münchingen installiert, die Stadt stellt dafür 35.000 Euro bereit. 2020 folgen die Haltestellen Bergstraße und Kallenberg Rasthaus. Den Antrag, auch die restlichen Stationen auf eigene Kosten auszustatten, lehnten fast alle Räte aber ab.

Anderswo hätten die elektronischen Anzeigetafeln vor allem im vergangenen Halbjahr viele Verspätungen verkünden müssen. Im November hatten sich Leser gemeldet, weil Linien ab Markgröningen die Anschlüsse mit der S-Bahn in Asperg nicht schafften oder Schüler an den Haltestellen stehengelassen wurden, weil die Busse zu voll waren. Eine Mutter aus Möglingen hatte deshalb an Regionalbus Stuttgart geschrieben, auch im Sinne des Elternbeirats des Hans-Grüninger-Gymnasiums. Die Kapazitäten seien ausreichend, hatte RBS daraufhin widersprochen. Seit Januar gibt es für die kritisierten Linien aber einen anderen Betreiber. Und offenbar allein dadurch hat sich die Situation entspannt, berichtet die Mutter nun auf Nachfrage. Und hofft, dass dies so bleibt.

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