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Nahverkehr

Zwei Geräte, aber weiter ein Ticket

Derzeit werden landesweit 180 Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn ausgetauscht. Im Kreis wird das zwar erst in ein paar Monaten der Fall sein, dann aber mit teils kuriosen Folgen.

Sowohl ein „alter“ Automat der Bahn als auch einer im Landesdesign werden bald in Ludwigsburg und Bietigheim zu finden sein. Fotos: dpa, Ministerium
Sowohl ein „alter“ Automat der Bahn als auch einer im Landesdesign werden bald in Ludwigsburg und Bietigheim zu finden sein. Foto: dpa, Ministerium
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Bietigheim-Bissingen/Ludwigsburg. Mit dem Thema Fahrkartenverkauf hat die Deutsche Bahn seit Mitte Dezember für einigen Wirbel gesorgt. Erst kam die Meldung, dass es offenbar immer mehr Betrügereien gibt und deshalb die Online-Buchung von Sparpreis-Tickets mit bestimmten Zahlungsmitteln eingeschränkt wurde. Dann gab es Medienberichte, wonach es an den Automaten gar keine Tickets für den Fernverkehr mehr geben solle, was das Unternehmen jedoch dementierte. Ungeachtet dessen gibt es aber eine ganz offizielle Änderung: Nach und nach werden in diesen Tagen die Automaten für den Verkauf im Nahverkehr ausgetauscht. Das gilt derzeit zwar vor allem für Orte außerhalb der Verkehrsverbünde, doch auch die Region Stuttgart ist in einem weiteren Schritt betroffen – aber nicht an jedem Bahnhof einheitlich. In Ludwigsburg und Bietigheim etwa, wo sowohl die roten Stuttgarter S-Bahnen als auch Regionalzüge halten, werden zwei unterschiedlich aussehende Automaten stehen.

Hintergrund des Tauschs der rot-hellgrauen Geräte hin zu jenen im schwarz-weiß-gelbem Design – es lehnt sich ans Landesdesign der neuen Züge unter der Dachmarke „bwegt“ an – ist die Neuvergabe vieler Verträge. Schon seit einigen Monaten fahren die neuen Züge etwa von Stuttgart über Backnang nach Schwäbisch Hall, durch den Kreis Ludwigsburg dann ab Juni.

Als Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr mache man den Eisenbahnunternehmen nicht nur Vorgaben zum Fahrplan und den Zügen, sondern auch zu den Möglichkeiten für die Fahrgäste, Fahrkarten zu kaufen, so das Verkehrsministerium. Ziel war es, möglichst einheitlich aussehende und vergleichbar funktionierende Automaten anbieten zu können. „Durch die angepasste Displayhöhe sind die neuen Automaten für Rollstuhlfahrer besser bedienbar“, so Verkehrsminister Winfried Hermann anlässlich des Austauschs der ersten von rund 180 Automaten Ende Dezember.

Im Bereich des VVS werden erst neue Automaten aufgestellt, wenn eine E-Ticket-Funktion für die Polygo-Karte (mit Bezahlfunktionen für VVS-Dauerkunden, aber auch Car- und Bikesharing) nachgerüstet ist, teilt das Verkehrsministerium auf Anfrage mit. Es rechnet damit, dass das im Frühjahr der Fall sein wird. Allerdings werden diese neuen Automaten nicht schwarz-weiß-gelb sein, sondern weiterhin rot-hellgrau. Der Verband Region Stuttgart als Aufgabenträger der S-Bahn wollte dieses Design beibehalten, so das Ministerium. Parallel dazu werden aber an den Bahnhöfen, an denen keine S-Bahnen, sondern nur Züge halten, die schwarz-weiß-gelben Geräte aufgestellt – im Kreis Ludwigsburg vor allem die Halte nördlich von Bietigheim. Betrieben werden diese von der Deutschen Bahn wie auch dem neu durch den Kreis fahrenden Unternehmen Abellio.

Eine Ausnahme ist Vaihingen, dort werden DB-Automaten im Auftrag eines weiteren neuen Unternehmens, Go-Ahead, aufgestellt. Im weiteren Verlauf der Strecke bis nach Pforzheim gibt es noch eine Sondersituation: Sie wird zwar ebenfalls erst ab dem 9. Juni durch Go-Ahead betrieben. Weil es aber an einigen Standorten zwischen Mühlacker und Bruchsal bisher entweder gar keinen Automaten oder nur alte Modelle mit eingeschränktem Leistungsspektrum ohne Nachrüstmöglichkeit gab, stehen dort schon jetzt erste neue schwarz-weiß-gelbe Geräte. Für den bisherigen Betreiber AVG wäre das finanziell nicht vertretbar und sinnvoll gewesen, so das Verkehrsministerium.

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