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Zwei Quereinsteiger wollen Rathauschef werden

Zwei Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Beilstein im März gibt es bereits. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 16. Februar.

Die ersten Kandidaten: Gottfried Göbbel. . .
Die ersten Kandidaten: Gottfried Göbbel. . . Foto: privat
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. . . und Barbara Schoenfeld. Fotos: privat

Beilstein. Der Wahlkampf ist eröffnet: Zwei Kandidaten wetteifern bisher darum, das Rennen bei der Bürgermeisterwahl am 14. März zu machen: Gottfried Göbbel (38) und Barbara Schoenfeld (60). Beide sind Quereinsteiger.

Weder er noch sie sind ausgebildete Verwaltungsfachleute. Davon abgesehen finden sich kaum Gemeinsamkeiten. Die beiden kommen beruflich aus ganz verschiedenen Bereichen.

Göbbel arbeitet als Entwicklungsingenieur bei einem Automobilhersteller und ist offensichtlich entschlussfreudig. Denn kaum war der Bürgermeisterposten Ende November ausgeschrieben, hatte er sich schon darum beworben. Ein spontaner Entschluss sei es indes nicht gewesen. „Ich habe mich schon länger mit dem Thema befasst“, sagt Göbbel dazu. Mit der Neuorientierung des Amtsinhabers Patrick Holl (er wird Erster Beigeordneter des Gemeindetags Baden-Württemberg) sah er dann seine Chance für eine Kandidatur.

Denn es gehe ihm nicht allein um das Amt. „Ich muss mich mit der Stadt identifizieren können“, erklärt der gebürtige Heilbronner, der momentan mit seiner Partnerin in Stuttgart-Birkach wohnt. Die ebenfalls in diesem Jahr stattfindenden Bürgermeisterwahlen in Marbach und Obersulm seien daher für ihn keine Option gewesen. Beilstein dagegen kenne er von Kindheit an durch Familienausflüge und aus seiner aktiven Fußballerzeit beim VfR Heilbronn.

Ein „sinnvolles Verkehrskonzept“ strebe er an mit öffentlichem Nahverkehr, Bottwartalbahn und Umgehungsstraße, aber auch mit einer Fahrradschnellstraße, erläutert Göbbel; auch die E-Mobilität habe er im Blick. Bei den Themen Digitalisierung und erneuerbare Energien lege er Wert auf eine „gesamtheitliche Betrachtung“ , auf „proaktives Handeln“ und „Bürgernähe“. Konkret bedeute dies die Einrichtung einer digitalen Bürgersprechstunde oder den Einsatz von Elektrobussen. Auch den Pflegeheim-Neubau wolle er vorantreiben, sagt Göbbel, der bereits mehrere Gemeinderatssitzungen besucht hat.

Dass er nicht aus der Verwaltung, sondern aus der freien Wirtschaft kommt, sieht Göbbel als Vorteil. Zudem wirft er seine kaufmännischen Kenntnisse als technischer Betriebswirt in die Waagschale sowie politische Erfahrungen durch mehrere Ämter, die er in der FDP innehatte: stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender in Heilbronn sowie Beisitzer im Kreis- und Bezirksverband. In Beilstein möchte er parteiunabhängig kandidieren, betont Göbbel.

Auch Barbara Schoenfeld hat sich ehrenamtlich politisch engagiert. Rund zehn Jahre saß sie in Schönau (Rhein-Neckar-Kreis) im Vorstand der CDU. Inzwischen wohnt die gebürtige Niedersächsin im hessischen Gernsheim, wo ihr Ehemann beruflich tätig ist. Von dort aus pendelt die Schulamtsdirektorin zu ihrer Arbeitsstelle am Staatlichen Schulamt Frankfurt. Zudem hat sie als Zweitwohnsitz für ihre Kandidatur eine Wohnung in Oberstenfeld bezogen, um so oft wie möglich vor Ort in Beilstein sein zu können. Kennengelernt hat Schoenfeld, die gezielt in Baden-Württemberg auf der Suche nach einem Bürgermeisterposten war, die Stadt erst durch die Stellenausschreibung. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, berichtet sie von ihrem Besuch, bevor sie ihre Bewerbung kurz vor Weihnachten im Rathaus abgab. „Beilstein erinnert mich an Schönau. Es ist einfach wunderschön mit den Weinbergen und der Burg.“ Sollte ihre Kandidatur erfolgreich sein, werde sie nach Beilstein ziehen.

Wie Göbbel hat auch Schoenfeld keine Ausbildung in der Verwaltung. „Aber ich habe durch meinen Beruf Verwaltungs- und Führungserfahrung“, sagt die 60-Jährige, die derzeit für die Leitung von knapp 20 Haupt- und Realschulen verantwortlich ist. Begonnen hat sie ihren beruflichen Werdegang mit einem Lehramtsstudium in Biologie, Chemie und Sport an der Universität in Hannover. Anschließend absolvierte sie eine Lehre als Bankkauffrau und war mehrere Jahre in der Branche tätig, bevor sie zunächst an einer christlichen Schule und danach an einem Gymnasium in Heidelberg Anstellungen fand.

Für eine Stelle an einer Gesamtschule ging sie nach Hessen, wo sie die Karriereleiter hinaufkletterte von der stellvertretenden Schulleiterin zur Rektorin und ins Kultusministerium.

Warum sie Bürgermeisterin werden möchte? „Ich habe Lust auf die Aufgabe und finde es wichtig, dass man sich persönlich immer weiterentwickelt“, antwortet Schoenfeld. Der Zeitpunkt sei günstig für etwas Neues, da die Kinder mit 28 und 31 Jahren erwachsen und aus dem Haus seien.

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