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Bildung

Zwei Schulen machen gemeinsame Sache

Erstmals unterzeichnen eine Gemeinschaftsschule und eine Berufsschule im Kreis einen Kooperationsvertrag – Partner hoffen auf eine Win-win-Situation

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Neue Hanfbachschule in Möglingen: Im Juni sollen die Bauarbeiten hier fertig werden. Gestern haben die Spitzen der Gemeinschaftsschule und der Ludwigsburger Robert-Franck-Schule sowie des Landkreises und der Gemeinde eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Fotos: Karin Rebstock
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Möglingen. Auf der Möglinger XXL-Baustelle Hanfbachschule sind die Arbeiter jetzt beim Innenausbau angelangt. An den Wänden ist bereits Farbe zu sehen. Bis zum Juni soll das größte Einzelprojekt in der Geschichte der Gemeinde fertig sein. Rund 20 Millionen Euro investiert Möglingen bekanntlich in den Bau einer neuen Gemeinschaftsschule. Flankiert wird das Vorhaben von einer öffentlichen Bibliothek.

Und jetzt ist die Schule bei einem weiteren Vorhaben entscheidend vorangekommen. Gestern schlossen Schulleiter Eberhard Schober und Wolfgang Ulshöfer, sein Pendant der Ludwigsburger Robert-Franck-Berufsschule, eine Kooperationsvereinbarung ab. Zu den Unterzeichnerinnen gehörten auch Möglingens Bürgermeisterin Rebecca Schwaderer und die Finanzdezernentin des Kreises, Bettina Beck.

Die Abmachung ist bislang einzigartig im Kreis Ludwigsburg. Zum ersten Mal tun sich eine Gemeinschaftsschule und eine Berufsschule zusammen und besiegeln das mit einem offiziellen Akt. Für die Ludwigsburger ist solch ein Schritt nicht vollkommen neu. Die Robert-Franck-Schule kooperiert bereits mit der Großbottwarer Realschule.

Die beiden Pädagogen Schober und Ulshöfer erhoffen sich von dem Vorhaben eine Win-win-Situation. „Wir können unseren Schülern jetzt vielfältige Anschlussmöglichkeiten bieten“, sagt der Möglinger Schulleiter. Leistungsstarken Schülern steht auf dem Römerhügel der Weg ans Wirtschaftsgymnasium oder eine Berufsfachschule offen. Darüber hinaus bietet die Ludwigsburger Berufsschule in einem kreisweiten Pilotprojekt duale Ausbildungsvorbereitung an.

Nach Ansicht des Berufsschulleiters Ulshöfer habe die Chemie zwischen den Projektpartnern von Anfang an gestimmt. Wichtig ist es ihm jetzt, dass die Kooperation gelebt und die Übergänge für die Gemeinschaftsschüler optimiert werden. Ulshöfer und Schober denken an Brückenkurse, Schulbesuche und Hospitationen. Die gelten auch für das pädagogische Personal. Der Ludwigsburger Schulleiter nennt die Möglinger Einrichtung mit ihren knapp 350 Gemeinschaftsschülern „sehr vielfältig und bunt“. Ulshöfer: „Das wird super interessant.“

Mit Blick auf die große Angebotspalette der Berufsschule sprach der Leiter des Staatlichen Schulamts, Hubert Haaga, gestern von einem „idealen Kooperationspartner“. Die Möglinger Bürgermeisterin Schwaderer beglückwünschte die beiden Schulleiter zu dem Abschluss. „Uns liegt viel an Bildung und Betreuung“, sagte sie. Die Kreisdezernentin Beck machte am Mittwoch „einen weiteren wichtigen Schritt“ aus. Dem Kreis, der Träger der Berufsschulen ist, sei die Gestaltung der Schnittstellen wichtig. Das Landratsamt habe in den vergangenen Jahrzehnten „weit über 100 Millionen Euro“ in die sechs Berufsschulen im Landkreis investiert.

Wahrscheinlich ist, dass in naher Zukunft weitere Gemeinschaftsschulen im Kreis dem Möglinger Vorbild folgen und ebenfalls Kooperationen mit Berufsschulen vereinbaren. Als Partner kommen laut Schulamtsleiters Haaga die Oscar-Walcker-Berufsschule und die Gemeinschaftsschulen in Marbach und Ditzingen-Hirschlanden infrage.