Innenstadt
Ludwigsburg | 10. August 2018

Beinahe-Katastrophe am Marktplatz

Kran schlägt Hunderte Kilo schweres Zierelement vom Dach der Dreieinigkeitskirche – Terrasse des Restaurants „Alte Sonne“ teilweise zerstört

Drei Löcher hat die Steinvase in das Kirchendach gerissen. Der Pfeil zeigt, wo das Zierelement angebracht war. Ein Stück darunter steht eine weitere Vase. Ein Brocken schlug direkt vor dem Eingang der „Alten Sonne“ ein.Fotos: Holm Wolschendorf
Drei Löcher hat die Steinvase in das Kirchendach gerissen. Der Pfeil zeigt, wo das Zierelement angebracht war. Ein Stück darunter steht eine weitere Vase. Ein Brocken schlug direkt vor dem Eingang der „Alten Sonne“ ein.Fotos: Holm Wolschendorf
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Drei Löcher hat die Steinvase in das Kirchendach gerissen. Der Pfeil zeigt, wo das Zierelement angebracht war. Ein Stück darunter steht eine weitere Vase. Ein Brocken schlug direkt vor dem Eingang der „Alten Sonne“ ein.Fotos: Holm Wolschendorf
Drei Löcher hat die Steinvase in das Kirchendach gerissen. Der Pfeil zeigt, wo das Zierelement angebracht war. Ein Stück darunter steht eine weitere Vase. Ein Brocken schlug direkt vor dem Eingang der „Alten Sonne“ ein.Fotos: Holm Wolschendorf
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Das Unterteil der Vase liegt auf der Straße (links), mit diesem Kran wurde sie vom hinteren Teil des Kirchendachs geschlagen (Mitte). Trümmerfeld vor der „Alten Sonne“.
Das Unterteil der Vase liegt auf der Straße (links), mit diesem Kran wurde sie vom hinteren Teil des Kirchendachs geschlagen (Mitte). Trümmerfeld vor der „Alten Sonne“.
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Das Unterteil der Vase liegt auf der Straße (links), mit diesem Kran wurde sie vom hinteren Teil des Kirchendachs geschlagen (Mitte). Trümmerfeld vor der „Alten Sonne“.
Das Unterteil der Vase liegt auf der Straße (links), mit diesem Kran wurde sie vom hinteren Teil des Kirchendachs geschlagen (Mitte). Trümmerfeld vor der „Alten Sonne“.
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Falls es wirklich so etwas wie Wunder gibt, dann ist gestern eines in Ludwigsburg geschehen. Gegen 14.30 Uhr schlug ein Baukran, der bei der Renovierung eines historischen Gebäudes am Marktplatz eingesetzt wird, ein vasenförmiges Zierelement vom hinteren Dachgiebel der katholischen Kirche. Der steinerne Koloss, der einige Hundert Kilo wiegt, rutschte vom steilen Kirchendach, in das er drei Löcher schlug, schanzte dann mit ordentlichem Schwung über den Trauf und das Schneefangitter und landete in der Mitte der Straße „Bei der katholischen Kirche“, wo die Ziervase in Tausende Stücke zerbrach.

Ein großer Brocken landete auf einem Tisch, der direkt vor dem Restaurant „Alte Sonne“ steht, zertrümmerte dort mehrere Außenmöbel und schlug zum Schluss noch ein Loch in die Hauswand. Andere Trümmer und Dachziegel beschädigten ein geparktes Auto und einen Sitzbereich der „Alten Sonne“, der direkt vor der Kirche liegt.

Keine Frage: Niemand – kein Passant, kein Gast auf der Terrasse und wohl auch kein Autofahrer hätte eine direkte Begegnung mit dem steinernen Zierelement überlebt. Es ist fast unvorstellbar, dass im Moment des Einschlags niemand im direkten Umfeld war und somit auch niemand verletzt wurde – nicht einmal durch die vielen Steinsplitter und -trümmer.

Kerstin und Laurent Durst stehen nach dem Unglück lange vor ihrer „Alten Sonne“ und können kaum glauben, was eben passiert ist. „Drei Gäste waren noch draußen gesessen, ihnen ist zum Glück nichts passiert“, erzählt Kerstin Durst. Über Mittag war die Terrasse des Restaurants sehr gut besucht. Nicht auszumalen, was passiert wäre, wenn der Kran die Ziervase eine halbe Stunde früher vom Kirchendach gefegt hätte. Kerstin und Laurent Durst waren gerade im Inneren ihres Restaurants gewesen, als sie den lauten Schlag hörten. Als sie raus schauten, war auf der Straße alles voller Staub.

Die hinzugerufene Polizei sperrt die Straße „Bei der katholischen Kirche“ dann erst einmal ab. Denn auf dem Kirchendach sind viele Ziegel locker und drohen abzurutschen. „Es sieht aus wie im Krieg“, sagt Kerstin Durst. Direkt vor dem Eingang ihres Restaurants liegen ein völlig zertrümmerter Tisch, kaputte Stühle und Scherben von Blumenvasen.

Lange Zeit ist unklar, was zu tun ist. Mit solch einem Ereignis hat eigentlich niemand Erfahrung. Da es stark stürmt, kommt die Feuerwehr erst mit einiger Verspätung. Die Bauherren des Gebäudes auf der anderen Seite der Kirche, dort, wo auch der Kran steht, der das Unglück beim Schwenken verursacht hat, schicken dann einige ihrer Zimmerleute in die Kirche. Denn in der Zwischenzeit hat es zu regnen begonnen und die Tropfen fallen direkt durch die Löcher im Dach. Die Zimmerleute lösen die kaputten Ziegel und decken die Löcher mit Folie ab. Bis zum frühen Abend ist auch die Straße sauber und wird freigegeben. Nur ein Teil bleibt abgesperrt.

Die Höhe des Schadens war der Polizei gestern Abend noch nicht bekannt. Es dürften aber mehrere Tausend Euro sein. Allein die Schäden am Kirchendach und an der Hausfassade der „Alten Sonne“ dürften kostspielige Reparaturen nach sich ziehen.

Christian Walf
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