Protest
Ludwigsburg | 14. September 2017

Demo gegen AfD verläuft friedlich

Während am gestrigen Abend die Spitzenkandidatin der Alternative für Deutschland (AfD), Alice Weidel, in der Musikhalle sprach, versammelten sich vor dem Eingang bis zu 200 Gegendemonstranten unter dem Motto „Kein Raum für rechte Hetze“. Trotz einiger Anfeindungen und Rangeleien verlief der Abend friedlich.

Die Demonstranten versuchten, den Besuchern der AfD-Veranstaltung mit Bannern den Zutritt in die Musikhalle zu verwehren. Foto: Ramona Theiss
Die Demonstranten versuchten, den Besuchern der AfD-Veranstaltung mit Bannern den Zutritt in die Musikhalle zu verwehren. Foto: Ramona Theiss

Ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien und politischen Gruppen hatte sich zum Protest gegen die Wahlkampfveranstaltung der AfD angekündigt. Schon über eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung hatten sich circa 50 Demonstranten neben der Musikhalle versammelt. Am Ende sollten es trotz strömendem Regen 170 bis 200 werden. Im Inneren folgten dagegen etwa 350 Interessierte der Rede der AfD-Spitzenpolitikerin Weidel.

Von den angekündigten Gewerkschaften waren die IG Metall und die Lehrergewerkschaft GEW nur mit kleinen Gruppen vor Ort. Bei den politischen Parteien ging das Spektrum nicht über die Linke und die MLPD hinaus. Die Polizei hatte den Eingang der Musikhalle mit Absperrband abgesperrt, alle eineinhalb Meter stand ein Polizist. Nur von linker Seite blieb ein Zugang zur Musikhalle offen, um die Besucher ungestört zur Veranstaltung gelangen zu lassen. Rechts vom Eingang hatten die Demonstranten ihre Protestveranstaltung angemeldet. Einsatzleiter der Polizei Marcel Bischof wollte sich gegenüber unserer Zeitung nicht zur Einsatzstärke der Polizisten äußern. Auf dem Platz hinter der Musikhalle hatten immerhin sechs Mannschaftswägen der Polizei geparkt. Als mehr und mehr Demonstranten vor dem Busbahnhof kamen, wirkten die Beamten sichtlich angespannt. Kurz nachdem die ersten Besucher aufgetaucht waren, verließen die meisten Demonstranten den ihnen zugewiesenen Versammlungsbereich rechts des Gebäudes und stellten sich mit ihren Bannern um die Absperrung der Polizei herum. Das Ziel: die Besucher am Eintreten in die Musikhalle zu hindern. Polizisten und Demonstranten standen sich nun dicht an dicht gegenüber. Ein Mann des Anti-Konflikt-Teams der Polizei forderte die Menge mehrmals auf, den Platz vor der Halle zu verlassen, jedoch ohne Erfolg. Die Polizei entschied sich dennoch, nicht gegen die Demonstranten vorzugehen, sodass die Lage trotz unzähliger Beschimpfungen zwischen Protestlern und Besuchern ruhig blieb. Nur einmal kam es zu einer kurzen Rangelei zwischen Demonstranten und einem Besucher der Veranstaltung, als dieser mitten durch den Protest hinein in die Musikhalle wollte. Das Anti-Konflikt-Team der Polizei konnte die Situation aber schnell beenden.

Der abschließende Demonstrationszug über den Arsenalplatz, die Wilhelmstraße entlang der Stuttgarter Straße mit einer kurzen Kundgebung am Synagogenplatz und zurück zur Musikhalle sorgte besonders bei den Passanten in der Wilhelmstraße für Aufsehen.

Über die Wahlveranstaltung berichten wir in unserer morgigen Ausgabe.

von andreas Schmaltz
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