Bürgerinfo
Ludwigsburg | 08. April 2017

Erst BRT, dann die Stadtbahn?

Nach Gesprächen im Verkehrsministerium deutet sich ein Weg an – OB will keine knappe Mehrheitsentscheidung

Großer Bahnhof in der Arena: Etwa 200 Bürger informieren sich über das Ludwigsburger Nahverkehrskonzept. Fotos: Benjamin Stollenberg
Großer Bahnhof in der Arena: Etwa 200 Bürger informieren sich über das Ludwigsburger Nahverkehrskonzept. Fotos: Benjamin Stollenberg

Die Stadt hat die MHP-Arena ausgesucht, um die Bürger zu informieren. Etwa 200 waren gestern Abend gekommen, um sich anzuhören, wie sich die Stadt künftig den Nahverkehr in Ludwigsburg und darüber hinaus vorstellt. Wie berichtet, waren vor einer Woche Kommunalpolitiker und Kreisräte darüber informiert worden.

Als „beste Variante“ stellte die Verwaltung ihr Konzept vor und warb für die BRT-Busse (Bus Rapid Transit) und die Reaktivierung der bestehenden Bahntrassen nach Markgröningen und in Richtung des Unternehmens Wüstenrot. Die Stadtbahn-Lösung – ob Niederflur oder Hochflur – wurde als nicht bedarfsgerecht vorgestellt, am Bahnhof gebe es ein „ziemliches Gewürge“, so Baubürgermeister Michael Ilk.

Nach Gesprächen im Verkehrsministerium in Stuttgart zeichnet sich indes ein ganz anderer Weg ab: eine Doppelstrategie, so OB Werner Spec in der Arena. Möglichst rasch will die Stadt die BRT-Busse einführen, sagte er, parallel dazu könne aber ein Antrag auf Förderung für eine Stadtbahn gestellt werden. Anfang Mai soll der Ludwigsburger Gemeinderat darüber entscheiden, ob – wie vom Landrat und den Nachbarkommunen gewünscht – auch Ludwigsburg dafür ist, dass beim Bund ein solcher Förderantrag eingereicht wird.

Dem voraus ging ein interfraktioneller Antrag der Hälfte des Gemeinderats mit Grünen, SPD, Ökolinx und Einzelstadträten zugunsten einer Stadtbahn (wir berichteten). Mit knappen Mehrheiten sollte diese Frage nicht entschieden werden, so Spec, eine „Lagerbildung“ wie derzeit zwischen Stadt und Landkreis sowie zwischen den Fraktionen im Gemeinderat könne mit einem solchen Weg möglicherweise aufgelöst werden.

Wie dieser Weg realisiert werden kann, ist noch offen, auch ist noch unklar, ob später eine Stadtbahn möglich ist, wenn bereits BRT-Busse fahren. Über diese Gespräche, die erst einen Tag zuvor stattfanden, hat der OB gegen Ende der Bürgerinfoveranstaltung berichtet. In den nächsten Tagen würden die Gespräche weitergeführt.

Etwa 100 Fragen wurden an dem Abend von den Bürgern gestellt, nachdem die Stadt – mit Hilfe eines Kurzfilms und trotz Hinweisen von Fraktionen, neutral über die verschiedenen Varianten zu berichten – vehement für ihre Lösung geworben hatte. Bislang seien die Untersuchungen des Landkreises mehr „ein Bauchgefühl“ gewesen, behauptete er. Seiner Meinung nach sei bislang nicht für den Bedarf in Ludwigsburg und Nachbarkommunen geplant worden. Mit dem Ludwigsburger Konzept könne Markgröningen gut angebunden werden, Remseck werde mit Bussen besser versorgt. Die Firma Wüstenrot werde eingebunden, die zeitliche Realisierung sei mit drei Jahren greifbar. Probleme mache eine Stadtbahn auch am Bahnhof.

Fragen der Bürger bezogen sich auf den BRT-Bus und die Trassen. Laut vom Stadt beauftragten Planer sollen die Langbusse beispielsweise über die Fuchshofstraße und Waiblinger Straße nach Oßweil fahren. In der Weststadt will man die Hoferstraße zur Anliegerstraße machen – die Busse könnten dann weiter über die Grönerstraße das Gewerbegebiet erschließen.

Ob die Alleen leiden, beantwortete Stadtplaner Martin Kurt damit, dass bei Schienen die Leitungen verlegt werden müssen und damit auch die Alleen in Mitleidenschaft gezogen werden oder die Parkplätze wegfallen würden. Bei der Hindenburgstraße und Leonberger Straße bezifferte er die Zahl auf bis zu 250 Stellplätze. Die Aussage, dass dies bei einem BRT-Bus nicht der Fall sei, wurde korrigiert. Eventuell müssten auch da Stellplätze wegfallen.

Fragen kamen auch dazu, ob Fahrräder in die BRT-Busse passen, ob die Nahverkehrsplanungen auch beim Arsenalplatz berücksichtigt werden oder ob die Berufspender genügend berücksichtigt wurden.

Wie in einer Show befragte die Moderatorin des Abends, die sich offensichtlich noch nie mit Mobilitätsfragen beschäftigt hat, die Vertreter der Stadt.

Hans-Peter Jans
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