Brände
Ludwigsburg | 21. April 2018

Feuerwehrleute im Dauereinsatz

Flammen auf dem Dach des Dekanats am Marktplatz und in einem Haus in Pflugfelden – Am Donnerstag achtmal ausgerückt

Der Brand im Keller eines Hauses in der Stammheimer Straße in Pflugfelden hat sich auf die oberen Stockwerke ausgebreitet. Derzeit ist das Gebäude unbewohnbar.Foto: Benjamin Stollenberg
Der Brand im Keller eines Hauses in der Stammheimer Straße in Pflugfelden hat sich auf die oberen Stockwerke ausgebreitet. Derzeit ist das Gebäude unbewohnbar.Foto: Benjamin Stollenberg

Das hätte schlimm ausgehen können: Flammen schlugen am vergangenen Donnerstag gegen 15 Uhr plötzlich lichterloh aus einem Teil des Dachs des evangelischen Dekanatsamts am Marktplatz (wir berichteten). Das denkmalgeschützte Eckhaus Nummer 8 – Geburtshaus von Justinus Kerner – wird derzeit saniert.

Über die Brandursache wird noch gerätselt, denn an diesem Tag haben keine Arbeiten im oder am Dachstuhl stattgefunden, wie der Gebäude- und Immobilienverwalter des Dekanats, Frank Birnzain, erklärt. Es gäbe dort auch gar keine unter Strom stehenden elektrischen Leitungen. „Es hat außerhalb der Dachgauben angefangen zu brennen“, betont er. Brandsachverständige der Kriminalpolizei waren auch gestern noch dabei, dem Rätsel auf die Spur zu kommen.

Birnzain, selbst als Feuerwehrmann ausgebildet, hat noch versucht, bis zum Eintreffen der zwischenzeitlich alarmierten Feuerwehr die Flammen mit einem Feuerlöscher einzudämmen. Doch die vom Sonnenschein der vergangenen Tage ausgetrockneten Holzlatten der Dachkonstruktion und die historische Substanz hätten wie Zunder gebrannt. Verletzt worden sei glücklicherweise niemand, alle hätten das Gebäude verlassen.

Die Feuerwehren aus Ludwigsburg und Freiberg waren mit rund 35 Leuten und drei Löschfahrzeugen im Einsatz. Wobei eines der Ludwigsburger Fahrzeuge leicht verspätet auf dem Marktplatz eintraf: Der Fahrer hatte irrtümlicherweise den Rathaushof als Einsatzort im Sinn.

„Das hat spektakulär ausgesehen, aber die Drehleiter war ruckzuck raus und das zu löschen war dann eigentlich ein Kinderspiel“, berichtet der stellvertretende Ludwigsburger Feuerwehrkommandant Hans-Peter Peifer, der den Einsatz geleitet hat. Denn glücklicherweise sei die Dachisolierung bereits verlegt gewesen, was die darunterliegenden Stockwerke vor größerem Schaden bewahrt hat.

Den durch die Flammen angerichteten Schaden hat die Polizei am Donnerstag auf rund 20 000 Euro geschätzt. Viel zu niedrig gegriffen, findet das Frank Birnzain. Denn die Flammen haben auch die Außenfassade und den Boden beschädigt, Löschwasser ist bis ins Obergeschoss eingedrungen. Birnzain rechnet mit einem sechsstelligen Betrag, für den wohl die Versicherung aufkommen werde.

Allerdings wird sich die Sanierung des Gebäudes durch den Vorfall um Wochen verlängern. „Wir mussten unseren Zeitplan schon wegen unvorhergesehener zusätzlicher Arbeiten korrigieren, Ende Oktober sollte das Gebäude aber bezugsfertig sein“, so Birnzain. Nun könne das Gebäude wohl frühestens im November bezogen werden. Es wird künftig das Verwaltungs- und kirchliche Zentrum der evangelischen Kirche Ludwigsburg sein.

Weniger Aufsehen erregend, aber im Ergebnis weit gefährlicher, war der Brand am selben Nachmittag in einem mehrgeschossigen Wohnhaus in der Stammheimer Straße in Pflugfelden, wo sich gegen 18.15 Uhr im Keller ein Wäschetrockner entzündet hatte.

„Über das Belüftungssystem hat sich das Feuer auch im ersten und zweiten Stock des Hauses ausgebreitet“, erklärt Hans-Peter Peifer. Glück im Unglück: Alle Bewohner konnten das Gebäude noch rechtzeitig verlassen, auch ein älterer Herr, der auf einen Rollator angewiesen ist, konnte rechtzeitig und unversehrt in Sicherheit gebracht werden.

Der Schaden an dem Gebäude in Höhe von etwa 200 000 Euro ist allerdings erheblich. Es ist zunächst nicht mehr bewohnbar, die Familie ist nach Polizeiangaben bei Nachbarn untergekommen.

Die Feuerwehren Ludwigsburg und Freiberg waren mit 50 Einsatzkräften und zehn Fahrzeugen und der Rettungsdienst mit einem Notarzt sowie einem Rettungswagen vor Ort.

Zusätzlich zu diesen Einsätzen hatte die Ludwigsburger Feuerwehr am Donnerstag noch allerhand zu tun: Insgesamt genau achtmal war ihre Hilfe gefragt.

„Das war schon ungewöhnlich, acht Einsätze haben wir selten an einem Tag“, so Hans-Peter Peifer. Neben zwei Fehlalarmierungen über Brandmelder waren noch je ein Mülleimerbrand in der Reuteallee und in der Arsenalstraße zu löschen, in der Heinrich-Schweitzer-Straße hatte eine Hecke Feuer gefangen und in der Mönchfeldstraße musste eine Türe geöffnet werden.

INfo: Auf der Facebook-Seite der Ludwigsburger Kreiszeitung ist ein Video von dem Brand am Dekanatsgebäude abrufbar.

Annette de cerqueira
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