Sanierungsprojekt
Ludwigsburg | 21. August 2018

Für Bürgerdienste brechen neue Zeiten an

Im denkmalgeschützten Gebäude an der Wilhelmstraße soll ein zentrales Bürgerbüro entstehen. Mit der Vergabe von Planungsleistungen haben die Stadträte im Bauausschuss vor der Sommerpause ihre Zustimmung zum Projekt signalisiert. Damit, dass das Ganze mindestens 16 Millionen Euro kosten soll, sind aber noch nicht alle einig.

Das denkmalgeschützte Eckgebäude an der Sternkreuzung soll zur zentralen Anlaufstelle der Bürger werden. Foto: Oliver Bürkle
Das denkmalgeschützte Eckgebäude an der Sternkreuzung soll zur zentralen Anlaufstelle der Bürger werden. Foto: Oliver Bürkle
Der Treppenaufgang mit Herzog Carl Eugen wird öffentlich nicht genutzt.Archivfoto: Ramona Theiss
Der Treppenaufgang mit Herzog Carl Eugen wird öffentlich nicht genutzt.Archivfoto: Ramona Theiss

Wer das Standesamt in der Oberen Marktstraße aufsuchen will, muss auf einen Aufzug verzichten; die Mitarbeiter in der Ausländerbehörde in der Wilhelmstraße teilen sich den Platz hinterm Schalter mit 20 000 Akten. Zeit, dass sich etwas ändert, findet nicht nur Jürgen Schindler, der im Rathaus die Bürgerdienste leitet. Seit vielen Jahren überlegt die Bauverwaltung, wo eine zentrale Anlaufstelle für die Anliegen der Bürger geschaffen werden kann. Im denkmalgeschützten Gebäude Ecke Stuttgarter Straße/Wilhelmstraße soll in drei Bauabschnitten ein zentrales Bürgerbüro eingerichtet werden. Derzeit geht die Stadt davon aus, dass mit dem Umbau im Herbst 2019 begonnen werden kann. Läuft alles planmäßig, sollen Ende 2022 die neuen Bürgerdienste fertig sein.

Die Kommentare der Stadträte zum Großprojekt neue Bürgerdienste fielen knapp, aber überwiegend positiv aus. „Sehr gut“, befand Harald Lettrari (parteilos). „Sehr schöne, aber kostspielige Ideen“, urteilte Maik Stefan Braumann (CDU) über das Projekt, das aktuellen Prognosen zufolge mindestens 16 Millionen Euro kosten soll. Um die Kosten unter Kontrolle zu halten, solle der Controller eingebunden werden, so der Wunsch der CDU-Fraktion. Das sei bei Projekten, die ein Volumen über fünf Millionen Euro überschreiten, ohnehin der Fall, sagte Baubürgermeister Ilk.

Die Grünen-Fraktion sei seelisch bereits auf die mit der Sanierung einhergehenden hohen Kosten eingestellt, sagte Dr. Christine Knoß und signalisierte Zustimmung zum Millionenprojekt in der Innenstadt. „Es gibt andere Projekte, die die Stadt haben will und die wir ablehnen“, so Knoß. Anders die Freien Wählern, die mit den hohen Kosten hadern: „Die Standards sind die nächste Frage“, sagte FW-Stadtrat Bernhard Remmele.

Verwunderung herrschte unter anderem bei der SPD darüber, dass sich um den europaweit ausgeschriebenen 250 000-Euro-Auftrag nur zwei Planungsbüros beworben haben. Laut Stadtverwaltung sind die Planungsbüros wegen der guten Baukonjunktur aktuell ausgelastet. „Das Hochbauamt ist nicht zu beneiden“, sagte Elga Burkhardt (Lubu) angesichts der vielen großen städtischen Bauvorhaben. Die stellvertretende Hochbauamtsleiterin Gabriele Barnert konnte dies bestätigen: „Wir stoßen an unsere Kapazitätsgrenzen.“ Die Vergabe von Planungsleistungen an einen externen Dienstleister beschloss der Bauausschuss einstimmig.

Gabriele Barnert kündigte außerdem an, dass sie so bald wie möglich im denkmalgeschützten Gebäude in der Wilhelmstraße ein Musterzimmer bauen will. Das diene zum einen dazu, genauer zu erfahren, welche Herausforderungen und Kosten für die Sanierung des Komplexes in den Decken und Wänden schlummern. Zum anderen könnte anhand eines Musterzimmers gezeigt werden, wie moderne Büros in einem alten Gebäude aussehen können.

Umzugswagen und Umzugskartons sind übrigens aktuell schon die Vorboten der neuen Bürgerdienste. Die Abteilung Informationstechnik sowie die Revision haben bereits ein Ausweichquartier in der Uhlandstraße 21 bezogen. Weitere Umzüge folgen: Die Kämmerei wechselt im November und Dezember die Straßenseite und bezieht Büroräume in der Oberen Marktstraße 4. Die Stadtverwaltung hat dafür die Fläche über dem Haushaltswarengeschäft Lotter angemietet. Im Standesamt bleibt bis auf weiteres alles beim Alten. Bis Heiratswillige auf dem Weg zum Ja-Wort Herzog Carl Eugen im Treppenhaus begegnen, wird es noch ein paar Jahre dauern.

Stephanie Bajorat
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