Brand
Kirchheim | 26. Januar 2018

Im Schlaf vom Feuer überrascht

Die Wohngruppe für minderjährige Flüchtlinge im früheren katholischen Kindergarten an der Kirchheimer Uhlandstraße ist in der Nacht zum Donnerstag ausgebrannt. Die acht Jugendlichen und ihre Sozialarbeiterin konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen.

Nicht mehr bewohnbar: Der Gemeinschaftsraum der Wohngruppe ist total ausgebrannt. 50 Feuerwehrleute aus vier Kommunen sind im Einsatz. Fotos: Alfred Drossel

Nicht mehr bewohnbar: Der Gemeinschaftsraum der Wohngruppe ist total ausgebrannt. 50 Feuerwehrleute aus vier Kommunen sind im Einsatz. Fotos: Alfred Drossel

Suche nach der Brandursache: Die Polizei nimmt noch in der Nacht Ermittlungen auf.

Suche nach der Brandursache: Die Polizei nimmt noch in der Nacht Ermittlungen auf.

Es ist kurz nach 0.30 Uhr. Sozialarbeiterin Judith Häringer steht mit ihren acht Jungs auf der Straße. Das Rote Kreuz hat Decken verteilt, Zeit zum Anziehen blieb nicht. Das Feuer hat alle im Schlaf überrascht. Während die Einsatzkräfte in dem ehemaligen Kindergarten, unmittelbar neben der katholischen Marienkirche, mit Löscharbeiten beschäftigt sind, kümmern sich die Rotkreuzler um die Evakuierten. Auch Bürgermeister Uwe Seibold ist gekommen. Die Betroffenen werden in der Nacht vom DRK versorgt. „Wir wurden vom Rauchmelderpfeifton im Schlaf überrascht“, berichtet Sozialarbeiterin Judith Häringer. Sie glaubt, im Gemeinschaftsraum ein brennendes Sofa gesehen zu haben. Gegen 22 Uhr am Vorabend seien alle Jugendlichen zu Bett gegangen, nachdem sie den Abend mit Spielen im Gemeinschaftsraum verbracht hatten.

Die Kirchheimer Wehr kam zuerst: „Als wir eintrafen, schlugen die Flammen schon aus dem Flachdach und der große Raum stand im Vollbrand“, berichtet Einsatzleiter Christian Scherb. Während die Kirchheimer Einsatzkräfte von der Uhlandstraße her über einen schmalen, 50 Meter langen Fußweg zum Brandort kamen, gingen die Gemmrigheimer mit Kommandant Markus Pleschke vom Amselweg her vor. Aus Besigheim kamen Kommandant Jochen Feyerabend und die Drehleiter, von der Feuerwehr Bietigheim-Bissingen wurde mit Kommandant Frank Wallesch die Führungsgruppe aufgebaut. Kreisbrandmeister Andy Dorroch, der ein paar Häuser weiter wohnt, unterstützte den Einsatz. Insgesamt waren knapp 50 Kräfte der Feuerwehren aus Kirchheim, Gemmrigheim, Besigheim und Bietigheim-Bissingen im Einsatz. Außer dem Rettungsdienst waren noch zehn ehrenamtliche Helfer der Kirchheimer DRK-Bereitschaft vor Ort, die sich hauptsächlich mit der Betreuung der Jugendlichen befassten. Wie das Landratsamt Ludwigsburg auf Nachfrage mitteilte, seien drei Jugendliche mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gekommen, mittlerweile aber wieder entlassen worden.

Die Polizei war mit mehreren Streifen angerückt. Spezialisten der Kripo nahmen noch in der Nacht die Ermittlungen über die Brandursache auf. Aussagen dazu wollte die Polizei bisher nicht treffen. Hinweise auf ein Einwirken von außen hätten sich noch nicht ergeben. Brandermittler der Kripo haben den Brandort in Kirchheim gestern mit Kriminaltechnikern untersucht.

Fest steht, dass die Gemeinschafts- und Schlafräume nicht mehr bewohnbar sind. Die Jugendlichen haben ihre Habseligkeiten verloren. Nach ersten Schätzungen ist ein Schaden von etwa 60 000 Euro entstanden. Die verantwortlichen Träger suchen nun nach neuen Plätzen in einem Jugendhilfeangebot.

Alfred drossel
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