KORNWESTHEIM | 14. März 2012

Jazzfreunde erleben Bigband-Sound und elektronische Klangvisionen

Sechs Formationen sorgen bei der 23. Jazzaktion für kontrastreiche Hörerlebnisse – Junge Talente zum Auftakt, rockige Töne aus den Vogesen zum furiosen Finale

Hat Jazz im Blut: die junge Sängerin Isabelle Manicone.
Hat Jazz im Blut: die junge Sängerin Isabelle Manicone.
Bild: Benjamin Stollenberg

Zu einer Kornwestheimer Institution hat sich die Jazzaktion entwickelt. Zum 23. Mal fand sie jetzt im Haus der Musik statt. Wieder war es den Initiatoren gelungen, sechs Bands und Formationen, hauptsächlich aus der Region um Stuttgart, zu gewinnen. Das bedeutete mehr als vier Stunden Jazz in allen Stilarten. Das Organisationsteam hatte sich auch diesmal einen originellen, Titel einfallen lassen: „Wolle Jazz?“ Um dies zu illustrieren, zeigte sich auf der Titelseite des Programms ein Schaf in einem aufgeknöpftem Mantel, auf den Innenseiten sah man eine ländliche Idylle mit weidenden Schafen. Auch Moderator Armin Köhnke trat als Schäfer gekleidet vors Publikum. Die jungen Musiker der Jugendmusikschule Ludwigsburg, die in der Charles’ Barracks Big-Band einen fulminanten Sound entwickelten, spielten unter der Leitung von Andreas Bader traditionellen Swing und neuere Big-Band-Titel. Das klang vom ersten Takt an fetzig und groovig. Ganz besonders beeindruckte Isabelle Manicone, die mit ihrer jungen, biegsamen Stimme bekannte Hits sang. Sie hat Jazz im Blut. Mainstream-Jazz der 1950er und frühen 1960er Jahre zelebrierten im wohltemperierten Sound einer Jazzformation jener Zeit Herbert Stebe (Saxofone), Herbert Fessler (Piano und Gitarre), Tobias Bodensiek (Bass) und Thomas Schaefer (Schlagzeug), die als How about us auftraten. Sie verbreiteten die Atmosphäre einer Jamsession. Einen kraftvollen Kontrast hierzu bildete Durbon Poison IV, eine Formation, die neuzeitliche Mittel der Tonentfaltung mit bodenständigem Musikantentum verbindet. Einerseits ließ es Klaus Burger auf herkömmlichen Blechblasinstrumenten wie der Tuba heißblütig klingen, andererseits entlockte er Muscheln oder dem Didgeridoo die sonderbarsten Naturtöne. Matthias Schneider-Hollek spielte dazu mal auf der Flöte, mal machte er mit dem Laptop Klangvisionen hörbar. Lea bezeichnet sich als Jazzdame. Sie liebt schöne eingängige Melodien und hat mit dem Jazz selbst weniger am Hut. Mit heller, wandlungsreicher Stimme sang sie Bekanntes und Beliebtes und wurde dabei swingend und rhythmisch perfekt von Jean-Pierre Barraqué am Piano und Tobias Bodensiek am Bass begleitet. Dagegen stellte die Formation mit den drei unübertrefflichen Musikern Martin Wiedmann (Gitarre), Florian King (Bass) und Christian Krischkowsky (Schlagzeug) wieder die typischen Elemente des Jazz in den Mittelpunkt. Neues und „Klassisches“ war zu hören, alles wohl ausgewogen in mitreißendem Rhythmus, über den sich reiche Melodik ausbreitete. Es war schon ziemlich spät, als das aus den Vogesen angereiste Trio Gomo Park mit rockigem Jazz auftrat. Carsten Netz spielte auf Saxofonen und Flöten und entfachte elektronische Klangwolken, Michael Deak ließ den Bass wummern, und Jörg Bielfeld war der Mann an der Schlagzeugbatterie, die er volumenreich zum Einsatz brachte. Da schwollen die Wogen der Begeisterung noch einmal mächtig an. Die 23. Jazzaktion ging damit aufregend furios zu Ende.

RUDOLF WESNER
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