ksk music open
Ludwigsburg | 28. Juli 2017

Kleinere Taschen, kürzere Schlangen

Was manch einer übertrieben findet, halten andere für sinnvoll: Für die KSK Open, die heute Abend starten, hat der Veranstalter die Eingangskontrollen verschärft, aber auch die Abläufe gestrafft. Die Agentur Eventstifter verspricht sich davon neben mehr Sicherheit kürzere Schlangen vor den sechs Konzerten.

Der Aufbau für die KSK Music Open ist im Zeitplan: Beim Auftritt von Silbermond heute Abend kommt das neue Sicherheitskonzept erstmals zum Einsatz. Rund 2000 Karten sind für die sächsische Pop-Band mit Sängerin Stefanie Kloß noch zu haben.Foto: Holm Wolschendorf
Der Aufbau für die KSK Music Open ist im Zeitplan: Beim Auftritt von Silbermond heute Abend kommt das neue Sicherheitskonzept erstmals zum Einsatz. Rund 2000 Karten sind für die sächsische Pop-Band mit Sängerin Stefanie Kloß noch zu haben.Foto: Holm Wolschendorf
Die linke ist erlaubt, die rechte nicht: In diese Box müssen die Taschen passen.Foto: Werner
Die linke ist erlaubt, die rechte nicht: In diese Box müssen die Taschen passen.Foto: Werner

Es ist traurige Realität: Je nach Anschlagsart variieren die Sicherheitsmaßnahmen. Seit am 14. Juli 2016 in Nizza ein Lastwagen in die Menge raste und 86 Menschen tötete sowie über 400 verletzte, werden bei Veranstaltungen weltweit Durchfahrtsperren errichtet. Nach dem Terroranschlag in Manchester am 22. Mai dieses Jahres mit 23 Toten stehen Rucksäcke im Fokus. Der Täter hatte für sein Selbstmordattentat die Sprengladung im Rucksack mitgebracht – und vor dem Konzertsaal gezündet.

Anlass für Eventstifter, bei den sechs KSK-Music-Open-Konzerten vom heutigen Freitag bis zum 8. August grundsätzlich keine Rucksäcke oder größere Taschen mehr zuzulassen. „Mit Manchester hat sich das Problem zusätzlich vor die eigentliche Veranstaltungsfläche verlagert“, sagt Daniel Niedrich von der Agentur Eventstifter. Natürlich könne man nicht verhindern, dass jemand mit einem Rucksack auftauche – aber mit dem Verbot seien diese zumindest sehr auffallend und verschwänden irgendwann ganz. Die Regel werde sich durchsetzen, ist er überzeugt: „Bei wenigen Open Airs oder Konzerten sind größere Taschen noch erlaubt.“

Eventstifter hat sich für die zwei Eingangsschleusen eigens Metallboxen für die Taschenkontrollen anfertigen lassen. Sie sind das Kriterium: Alles bis DIN-A 4 geht durch, alles andere bleibt draußen. Und das ist wörtlich zu nehmen: Wer eine größere Tasche oder einen Rucksack, Schirm, Stühle oder auch einen Selfie-Stick fürs Smartphone („Auch damit kann man zuschlagen“) dabeihat, kommt nicht durch. „Da gibt es keine Diskussionen.“ Das heißt: Zurück ans Auto, um das Hab und Gut einzuschließen oder eben vor Ort loszuwerden. Aufbewahrungsmöglichkeiten werden laut Niedrich nicht angeboten. „Das ist am Flughafen mit dem Handgepäck auch nicht anders.“ Sein Tipp: Schlüssel, Geld und Handy in die Hosentasche, mehr nicht: „Das ist ja kein Fünftagesfestival.“

Um sich wütende Gäste zu ersparen, informiert Eventstifter seit einiger Zeit per Internet, Facebook, beim Kartenkauf und auf Plakaten über das Verbot. „Von jeder Richtung aus hängen die Plakate“, so Niedrich. An der Bärenwiese ebenso wie direkt beim Ausgang vom Marstall-Parkhaus oder entlang der Allee, wo sich vor dem Einlass die Schlangen bilden. Im ersten Hof kommen zudem Lautsprecheransagen mit Sicherheitshinweisen hinzu, wie auch Helfer, die Auskunft geben. Niedrich: „Da kann sich jeder gut informieren.“ Auf Facebook etwa würden die Sicherheitshinweise seit Wochen eifrig geteilt, erzählt er. „Wir machen das ja nicht willkürlich.“

So wenig wie die Macher der Weinlaube, die den Rathaushof vom 10. bis 26. August bespielen. Gab es vergangenes Jahr noch einen Zaun inklusive Einlass- und Taschenkontrollen, ist davon dieses Jahr nach Absprache mit Stadt und Polizei keine Rede mehr. Auch die Sicherheitsmannschaft wurde laut Cheforganisator Bernhard Remmele auf drei Mitarbeiter reduziert, die aber auch mal bei Verdacht Taschen kontrollieren dürften. „Der Vertrag ist klar“, zeigt sich Remmele erleichtert.

Bei Eventstifter gibt es ein Sicherheitskonzept in Buchdicke: Die Agentur hatte sich selbst bereits vergangenes Jahr für die KSK Music Open ein Sicherheitskonzept auferlegt, nach Absprache mit Rettungsdiensten, Schloss, Stadt und der Polizei, die auch dieses Jahr in Uniform und Zivil vor Ort sein wird. Pro Konzert gibt es Platz für 10 000 Besucher, bestuhlt passen rund 4000 rein. Für Niedrich ein Argument für das Verbot von Stühlen, abgesehen von der Stolper- und Wurfgefahr: „Da könnten wir weniger reinlassen.“

Vor einem Jahr gab es mit den ersten Taschenkontrollen lange Schlangen, die hätten die insgesamt 40 000 Besucher im Schloss aber geduldig hingenommen, so Niedrich. Je nach Andrang wurde die Einlasszeit auf eineinhalb bis drei Stunden gesetzt. Und die Besucher können von den neuen Regeln profitieren: Künftig wird es eine Eingangsschleuse für Menschen mit Taschen und Kontrollen sowie eine zweite, schnellere für diejenigen geben, die nur das Nötigste dabeihaben und nur abgetastet werden. Ein weiterer Faktor: Weil die Kontrolle bei kleineren Taschen deutlich schneller geht, werde es auch hier kürzere Wartezeiten geben, ist Niedrich überzeugt: „Wir wollen uns verbessern.“

Dazu gehört übrigens auch, den Hof bei allen Konzerten mit mehr Lautsprecherboxen auszustatten – 2016 hatte es bei einigen Konzerten Beschwerden wegen zu geringer Lautstärke gegeben. Heißt: Im hinteren Biergartenbereich werden auch diejenigen beschallt, die lieber auf Bänken sitzen, als mehrere Stunden zu stehen.

Info: Für Dieter Thomas Kuhn gibt es nur noch Restkarten, die anderen Konzerte bieten noch Platz. Karten im LKZ Kundencenter, online unter www.ksk-music-open.de, bei Easyticket, Reservix, Eventim und an der Abendkasse. Wegen des Open Airs starten die letzen Schlossführungen jeweils um 14 Uhr.

von janna werner
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