Oststadt
Ludwigsburg | 09. März 2018

Lidl-Pläne bleiben umstritten

Der geplante Umbau der Lidl-Filiale in der Ludwigsburger Oststadt wird weiter heftig diskutiert. Auch eine überarbeitete Beschlussvorlage wird von manchen Anwohnern sehr kritisch gesehen. Nächste Woche wird über die Pläne im Bauausschuss abgestimmt.

Ein erster Entwurf der Firma Lidl für den Neubau in der Oststadt.Grafik: Lidl
Ein erster Entwurf der Firma Lidl für den Neubau in der Oststadt.Grafik: Lidl

Wird die Firma Lidl für ihre Umbau-Pläne jetzt eine Mehrheit finden? Seit über einem halben Jahr wird das Projekt in Ludwigsburg diskutiert. Kein Wunder: Der Discounter hat für seine Filiale an der Ecke Ost-/Hindenburgstraße große Pläne.

Das bestehende Gebäude soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Künftig soll die Verkaufsfläche dann nicht mehr im Erdgeschoss, sondern im ersten Stock liegen. Darunter soll ein ebenerdiges Parkdeck gebaut werden, eine einstöckige Tiefgarage, für Mitarbeiter und Bewohner, ist ebenfalls vorgesehen. Auf dem Dach des erheblich vergrößerten Einkaufsmarktes sollen zweigeschossig Wohnungen entstehen – von 38 ist die Rede.

Die Pläne haben viele Anwohner vor allem aus der Steuben- und der Max-Elsas-Straße erschreckt. Sie befürchten, dass der Neubau, der an einigen Stellen bis zu 17 Meter hoch werden soll, ihre Wohnungen stark verschattet. Zudem werden mehr Verkehr und Lärm befürchtet.

Auch unter den Stadträten gibt es noch Skepsis und Beratungsbedarf. Nachdem der geplante Neubau im Januar im Bauausschuss zunächst grünes Licht erhielt, wurde die Abstimmung im Gemeinderat vertagt. Eine erneute Diskussion findet am Donnerstag im Bauausschuss statt.

Einige der bereits vorgebrachten Vorschläge, die den Neubau weniger wuchtig erscheinen lassen sollen, wurden in die neue Verwaltungsvorlage eingearbeitet – als „Planungsempfehlungen für die weitere Ausarbeitung“. Danach soll das Gebäude an der Max-Elsas- und der Steubenstraße von den Grundstücksgrenzen zurückgesetzt werden. An der Max-Elsas-Straße soll die Tiefe der aufgesetzten Wohnzeilen geringer ausfallen als bisher vorgeschlagen. Die obersten Wohngeschosse sollen in ihrer Höhe außerdem gestaffelt werden.

Diese Vorschläge sind Folgen einer Verschattungsstudie, die festgestellt hat, das einige Wohnungen an der Max-Elsas-Straße durch den Neubau verschattet werden. Zudem schlägt die Stadt vor, an der Max-Elsas-Straße die Zugänge zu den Wohnungen einzurichten. Dies erleichtere die Bildung einer neuen Nachbarschaft. Ein weiterer Vorschlag: Grünstreifen zwischen Neubau, Max-Elsas- und Steubenstraße.

„Diese Vorschläge akzeptieren wir nicht“, sagt Eike Sautter. Er ist der Sprecher der Anwohner, die mit diesem Bauvorhaben nach wie vor nicht einverstanden sind. Sautter befürchtet, dass die Stadtverwaltung Lidl schon weitgehende Zugeständnisse gemacht hat und jetzt nicht mehr zurückrudern kann. Von der überarbeiteten Vorlage ist er enttäuscht. „Ursprünglich hatten wir viel Hoffnung in die Überarbeitung gesteckt.“

Heute haben die Anwohner einen Termin mit dem Stadtplaner Martin Kurt. Am Montag wollen sie erneut mit den Fraktionen sprechen. „Was uns gar nicht gefällt, ist, dass die Argumente der Bürger nicht gehört werden“, sagt Sautter. Dem widerspricht die Stadt: „Die Verwaltung hat die Interessen der betroffenen Nachbarn selbstverständlich im Blick. Die bisherige Bürgerbeteiligung war mit persönlichen Gesprächen, einer öffentlichen Informationsveranstaltung und einer Offenlage der Vorplanung sehr umfangreich“, so eine Sprecherin auf Anfrage unserer Zeitung.

Sautter und seine Mitstreiter haben mehrere Punkte aufgelistet, die sie an dem Bauprojekt stören. So wundern sie sich über die Aussage von Lidl, dass den Kunden keine Tiefgarage zumutbar sei. Die Anwohner, die sich wehren, würden einen Markt im Erdgeschoss und ein Tiefgaragenparkdeck für die Kunden bevorzugen. Dadurch würde das Gebäude nicht so hoch werden. Außerdem fordert Sautter eine klar definierte Maximalhöhe des Gebäudes, die sich auch in den Unterlagen wiederfindet. Zudem fehlen ihm Planungsalternativen und ein rechtsgültiges Verkehrsgutachten. Dass die Bürger in das Bauvorhaben miteinbezogen werden, glaubt er nicht. „Es ist immer von einem frühen Planungsstadium die Rede. Das ist in meinen Augen nicht wahr. Die Fakten werden jetzt geschaffen.“

Als Gegenvorschlag haben Sautter und andere Anwohner die Idee eines „grünen Lidls“ entwickelt. Dieser soll ebenerdig mit viel Grün im Umfeld und ausreichend Tiefgaragenstellplätzen errichtet werden. „Eine eventuelle Wohnbebauung sollte zur Oststraße maximal zweistöckig und zur Max-Elsas-Straße maximal einstöckig und zurückgesetzt sein.“ Die Wohnbebauung soll sich vom Volumen und Charakter an die Umgebung anpassen.

Info: Der Bauausschuss tagt am Donnerstag ab 17 Uhr im Rathaus. Lidl steht als achter und damit letzter Punkt auf der Tagesordnung.

Christian Walf
Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige
Mein Ort
Wählen Sie Ihren Ort
GerlingenDitzingenKorntal-MünchingenHemmingenSchwieberdingenEberdingenVaihingen an der EnzMöglingenLudwigsburgAspergKornwestheimRemseck am NeckarMarkgröningenOberriexingenSersheimTammFreiberg am NeckarBenningenMarbach am NeckarErdmannhausenAffalterbachSteinheim an der MurrMurrPleidelsheimIngersheimBietigheim-BissingenSachsenheimFreudentalLöchgauBesigheimHessigheimMundelsheimGroßbottwarOberstenfeldPrevorstGemmrigheimWalheimErligheimBönnigheimKirchheim am NeckarOttmarsheim
Nachrichten und mehr aus Ihrer Region!
Kinoprogramm
Schnellsuche

Wählen Sie eine oder mehrere der folgenden Suchoptionen aus:

Anzeige