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REmseck/STuttgart | 31. Januar 2018

Remstal-Ticket soll für freie Fahrt sorgen

Die Macher der Remstal-Gartenschau 2019 arbeiten derzeit ein Mobilitätskonzept aus – Kritik gibt es allerdings schon jetzt an der Deutschen Bahn

Löst Mitte 2019 die Deutsche Bahn im Regionalverkehr ab: der britische Betreiber Go Ahead. Foto: privat
Löst Mitte 2019 die Deutsche Bahn im Regionalverkehr ab: der britische Betreiber Go Ahead. Foto: privat

Zwischen den 16 Kommunen, die bei der Remstal-Gartenschau im kommenden Jahr ihre Finger mit im Spiel haben, liegen von der der Quelle der Rems in Essingen bis zur Mündung in Remseck rund 80 Kilometer – oder mit dem Stuttgarter Verkehrs- und Tarifverbund (VVS) und Ostalb-Mobil zwei Experten für Busse und Bahnen.

Für eine Schranke auf der Strecke soll das im kommenden Jahr allerdings nicht sorgen. Das versprach der Schorndorfer Bürgermeister Thorsten Englert in dieser Woche im Verkehrsausschuss des Stuttgarter Regionalverbands, der Mitgesellschafter der Gartenschau ist. „Unsere Besucher können von Remseck bis Mögglingen mit einem Ticket fahren“, sagte der kommunale Spitzenbeamte. Der VVS habe grünes Licht für ein solches Remstal-Ticket gegeben.

Englert sprach im Verkehrsausschuss auf Bestreben der Grünen, die wissen wollen, wie sich die Macher ein Mobilitätskonzept für die rund 334 000 Remstäler und ihre Besucher vorstellen. Klar ist, dass Englert und sein Team auf Züge, S-Bahnen, Busse und Stadtbahnen setzen wollen. Dazu kommen voraussichtlich Shuttle zwischen den Kommunen. Geprüft werde, ob auf den Straßen E-Busse eingesetzt werden können. Ab dem kommenden Mai sind darüber hinaus sieben Remstalstädte bei dem Pedelecausleihprojekt Regio-Rad-Stuttgart dabei – neun weitere könnten dazukommen. „Vieles ist aber noch nicht final besprochen“, so der Schorndorfer Bürgermeister.

Was sich bereits jetzt deutlich abzeichnet: Die Deutsche Bahn wird während der Remstal-Gartenschau, die zwischen Mai und Oktober 2019 über 164 Tage laufen soll, nicht zu einem leichten Partner werden. Ab Mitte des kommenden Jahres verliert der Großkonzern das Regionalbahnnetz in und um Stuttgart an den britischen Betreiber Go Ahead und Abellio Rail – und bisher sind solche Wechsel noch in den seltensten Fällen geräuschlos über die Bühne gegangen.

Außerdem hakt es offenbar an der Barrierefreiheit auf den Bahnsteigen. „Wir haben es auf Spitzengesprächen nicht hinbekommen, uns auf eine einheitliche Norm zu verständigen“, räumte Englert jetzt ein. Für die Regio-SPD ist dieses Ergebnis enttäuschend. Ihr Fraktionschef Harald Raß aus Fellbach wirft der Bahn „eine Beamtenmentalität“ vor. Die Linke sprach im Verkehrsausschuss von „einem Armutszeugnis“.

Den Mangel sollen nun ehrenamtliche Mobilitätshelfer beheben, kündigt Englert an, was die CDU begrüßt. Die Möglinger Regionalrätin Isabel Kling verweist auf positive Erfahrungen, die die Planer auf der Landesgartenschau 2016 in Öhringen gemacht hätten. „Ehrenamtliche Helfer stiften Identifikation“, so Kling. Der Linken-Sprecher Wolfgang Hoepfner sieht die Mobilitätshelfer dagegen kritisch. Er sagt: „Behinderte Menschen brauchen Planungssicherheit.“ Die könnten ehrenamtliche Helfer nicht immer leisten, wenn es darum gehe, sicher in und aus Zügen zu kommen.

Nicht besonders flexibel zeigt sich die Deutsche Bahn wohl auch bei der Taktung der S-Bahnen. Grüne und Linke bemängeln, dass an Wochenenden, wenn der größte Betrieb zu vermuten ist, die meisten Züge voraussichtlich nur im Halbstunden-Takt verkehren. Sie fordern, dass die Organisatoren hier noch einmal bei der DB vorstellig werden und auf Verbesserungen drängen.

Die CDU zieht mit Blick auf die bundesweit erste Gartenschau, die in 16 Städten und Gemeinden stattfindet, ein versöhnliches Zwischenfazit. Der Leonberger Regionalrat Helmut Noe: „Die Remstal-Gartenschau ist auf dem besten Weg, ein Erfolgsmodell zu werden.“

Philipp Schneider
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