Dreharbeiten
Affalterbach | 01. August 2018

Soko – mal privat

„Sie sehen so aus, als ob Sie etwas zu trinken gebrauchen könnten“, sagt die junge Frau mit dem blauen T-Shirt zu den Pressefotografen und kommt einige Sekunden später mit Wasserflaschen zurück. Später stellt sich heraus, dass dies Yve Burbach war, die in der Serie „Soko Stuttgart“ die Kriminalkommissarin Selma Kirsch spielt. Völlig unaufgeregt und sympathisch präsentiert sie sich beim Pressetermin in der Villa Aufrecht im Gewerbegebiet mit ihren Kollegen Peter Ketnath, Sonja Kirchberger und Katja Weitzenböck.

Die Schauspieler Peter Ketnath, Katja Weitzenböck, Sonja Kirchberger und Yve Burbach im lockeren Gespräch in Affalterbach. Fotos: Ramona Theiss
Die Schauspieler Peter Ketnath, Katja Weitzenböck, Sonja Kirchberger und Yve Burbach im lockeren Gespräch in Affalterbach. Fotos: Ramona Theiss
Andreas Hoppe, bekannt als Ludwigshafener Tatort-Kommissar, spielt einen Patienten.
Andreas Hoppe, bekannt als Ludwigshafener Tatort-Kommissar, spielt einen Patienten.

Ohne Navi hätten sie Affalterbach alleine nie gefunden, geben alle ganz unverblümt zu. Und vorher haben sie auch noch nie etwas von dem Ort gehört – bis auf Peter Ketnath. Männer wissen eben, wo der Mercedes-Tuner AMG produziert. Alle wurden aber ohnehin vom Fahrer um halb zehn in Stuttgart abgeholt. Am langen Holztisch im Garten bekamen sie vom Regisseur nicht nur ihre Anweisungen für den Drehtag, sondern auch eine kurze Einführung in die AMG-Geschichte. „Es ist so schön hier“, schwärmt dann auch Schauspielerin Sonja Kirchberger im Gespräch mit der Lokalpresse und gerät total in Verzückung, als sie den Teich erblickt: „Ich habe auch Kois und die haben Babys gemacht“, erzählt sie ihren Kollegen. Kirchberger spielt in der Folge 237, die im Januar ausgestrahlt wird, eine Schauspielerin. Der Fall, der heute und die nächsten zwei Tage in Affalterbach gedreht wird, spielt in einer noblen Suchtklinik und da bot sich die Villa, die nun als Eventlokal vermietet wird, an. Normalerweise wird im Studio im Stuttgarter Römerkastell gedreht, die Außenaufnahmen finden meist in der näheren Umgebung statt. Die Location Scouts kennen sich aus in der Gegend und werden schnell fündig. Die Villa musste nicht groß umdekoriert werden, lediglich ein paar Massageliegen wurden im Garten aufgestellt.

Kurz zum Inhalt: Ein prominenter Reporter schleicht sich inkognito in die Klinik ein und wird ermordet. Sonja Kirchberger mimt eine Schauspielerin, die eine undurchsichtige Rolle spielt. „Die Rolle hat man extra mit mir besetzt, damit es verdächtig wird“, sagt sie schmunzelnd. Als sie das Drehbuch gelesen habe, sei ihr sofort klar gewesen: „Diese Rolle muss ich spielen.“ Zum zweiten Mal sei sie bei der Soko Stuttgart dabei und verkörpere immer schwierige Charaktere. „Ich liebe schwierige Charaktere, auch im privaten Leben“, sagt sie, lächelt und wedelt charmant mit ihrem Fächer.

Noch sind alle trotz Hitze sehr entspannt: „Es ist bei uns auch nicht wärmer als woanders“, wiegelt Ketnath ab und zieht etwas genervt die Augenbrauen hoch. Außerdem gebe es ja auch einen Swimmingpool auf dem Gelände, wie er schon erfahren hat. Viel Zeit zum Planschen wird ihnen aber nicht bleiben, denn der Drehtag dauert von 9 bis 19 Uhr, inklusive Mittagspause. Für Yve Burbach ist er nochmal etwas länger. Sie ist bereits um halb sechs Uhr aufgestanden, um zwei Stunden auf dem Balkon ihren Text zu lernen. Normalerweise paukt sie abends, aber bei der Hitze sei sie zu k.o. In den Drehpausen erfolgt meistens der erste Lerndurchgang. Nach dem Dreh jetzt fährt die Stuttgarterin in ihre Heimat an die Mosel, erzählt sie. Da wird gelernt, aber auch entspannt.

Nach der Ankunft geht es zunächst in die Maske und die Ankleide im großen Gelenkbus. Obwohl die Kleider aussehen wie normale Alltagsklamotten, sind alles Requisiten. „Wir dürfen nichts mit nach Hause nehmen“, betont Katja Weitzenböck. Schließlich muss die Anschlussszene mit allen Details auch am nächsten Tag wieder stimmen. Wenn da ein Ring fehlt, fällt es dem Zuschauer sofort auf.

40 bis 50 Leute sind pro Tag an einem Dreh beteiligt, in der Regel wird nicht chronologisch, sondern ökonomisch gedreht, zum Beispiel alle Verhöre nacheinander weg. Um 13 Uhr gibt es schon Mittagessen – allerdings weniger idyllisch: Im Zelt auf der Robert-Bosch-Straße.

Patricia Rapp
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