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2G-Regel gekippt: Das sagen Ludwigsburger Einzelhändler

Der Verwaltungsgerichtshof hat die 2G-Regel für den Handel gekippt. Foto: dpa
Der Verwaltungsgerichtshof hat die 2G-Regel für den Handel gekippt. Foto: dpa
Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim hat am Dienstag die 2G-Regel gekippt. Damit haben ab sofort auch wieder Ungeimpfte Zutritt zum Einzelhandel - vorausgesetzt, sie können einen negativen Schnelltest vorweisen. Erste Reaktionen aus Ludwigsburg auf das Gerichtsurteil sind verhalten positiv.

Ludwigsburg. „Ich kann das nur begrüßen“, sagt Christoph Sprenger, Geschäftsführer von Ludwigsburgs größtem Bekleidungsgeschäft, dem Modehaus Oberpaur. Die Abkehr von der 2G-Regel komme zwar spät, „aber für den Handel ist das jetzt ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.“

Einzelhandel steckt nach wie vor in der Krise

Schon vor Wochen hatte der Handelsverband Deutschland (HDE) eine flächendeckende Aufhebung von 2G beim Einkauf gefordert. Denn der Einzelhandel trägt schwer an den Folgen der Coronapandemie. „Die Situation bleibt für viele Händler weiter schwierig, viele Betriebe im stationären Nicht-Lebensmittelhandel kämpfen um ihre wirtschaftliche Existenz. Insbesondere dort, wo die 2G-Regelung beim Einkaufen gilt, kommen deutlich weniger Kunden und die Umsätze verharren tief im Minus“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Erst vor wenigen Tagen hatte der bayerische Gerichtshof die 2G-Regel in Bayern gekippt. Auch in Niedersachsen und im Saarland war zuvor die 2G-Regelung aufgehoben worden.

Ungeimpfte brauchen negativen Schnelltest

Das Mannheimer Gerichtsurteil bedeutet jedoch nicht, dass es keine Zugangskontrollen mehr in die Geschäfte gibt. Denn statt 2G gilt jetzt 3G. Kunden müssen ihren Impf- oder Genesenennachweis vorzeigen oder aber einen negativen Schnelltest. „Die Einlasskontrollen sind das personalaufwenigste“, sagt Christopf Sprenger. Er sieht für die Händler in diesem Punkt keine Erleichterung. Dennoch sei das Urteil ein sehr wichtiges Signal. Ob dadurch wirtschaftlich viel gewonnen sei für die Einzelhändler, daran habe er seine Zweifel.

„Jetzt müssen wir sehen, wie es sich entwickelt“, sagt Rosemarie Popic, Geschäftsführerin beim Modehaus Kodweiss. Sie wertet die Entscheidung des Gerichts als positives Signal an den Handel. „Jetzt wünschen wir uns, dass die Kunden auch kommen.“

Citymanager fordert Abkehr von Zugangsbeschränkungen

Der Ludwigsburger Citymanager Markus Fischer spricht von einer „Erleichterung,“, aber das Ziel müsse „der Normalzustand sein“, also ein Zugang zum Handel ohne jegliche Zugangsbeschränkungen. Der Wechsel von 2G auf 3G sei „nicht die Rettung.“ Fischer hofft zudem, dass diese Regel nun Bestand hat und nicht binnen weniger Tage wieder durch eine neue Landesverordnung zurückgenommen wird.

„Dieses Urteil darf für die Landesregierung nun jedoch nicht bedeuten, dass sie die Regeln für den Einzelhandel in der Warnstufe I im Rahmen der neuen Corona-Verordnung verschärft“, erklärte die Hauptgeschäftsführerin des Einzelhandelsverbands Baden-Württemberg, Sabine Hagmann, am Dienstag in Stuttgart. Der Verband fordere, 2G und 3G im Einzelhandel wie im benachbarten Bayern gänzlich abzuschaffen.