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Einzelhandel

Ab Mittwoch öffnen wieder die Geschäfte

Der Ludwigsburger Einzelhandel ist vorbereitet auf Click&Meet - Kunden müssen negativen Corona-Test vorweisen

Auch in zahlreichen Arztpraxen kann man sich testen lassen. Diese sind in dieser Grafik auf deren ausdrücklichen Wunsch hin jedoch nicht aufgeführt.
Auch in zahlreichen Arztpraxen kann man sich testen lassen. Diese sind in dieser Grafik auf deren ausdrücklichen Wunsch hin jedoch nicht aufgeführt.

Es ist gefühlt eine Ewigkeit her, dass Christoph Sprenger, Geschäftsführer des Modehauses Oberpaur in der Ludwigsburger Innenstadt, Kunden im Geschäft gesehen hat. Das muss irgendwann Ende März gewesen sein. Sprenger stand damals selbst am Eingang und hat die Kunden begrüßt - und deren Kontaktdaten abgefragt. Jetzt bereitet sich Christoph Sprenger erneut mit seinem gesamten Team auf die bevorstehende Öffnung vor. „Wir sind voller Vorfreude und glauben, dass uns das jetzt ein Stück nach vorne bringt“, sagt er.

Das gilt ab Mittwoch im Einzelhandel

Click&Meet nennt sich das Angebot, das ab Mittwoch wieder im Einzelhandel möglich ist. Was das konkret bedeutet, erfahren Sie hier im Kurz-Überblick:

  • Einkaufen während einem festem Zeitfenster, am besten nach vorheriger Anmeldung oder spontan, falls Termine frei sind.
  • Für Geschäfte gilt eine maximal zulässige Anzahl von Kunden. Dabei gilt pro 40 Quadratmeter ein Kunde.
  • Der Einzelhandel ist verpflichtet, die Kontaktdaten der Kunden zu dokumentieren. Dies erfolgt schriftlich oder digital, möglich ist auch eine Erfassung über die luca App oder über die Corona Warn-App.
  • Für den Besuch im bisher geschlossenen Einzelhandel ist ein tagesaktueller negativer Covid-19-Schnelltest notwendig. Kunden können hierfür eine der zahlreichen offiziellen und kostenlosen Schnellteststationen in Ludwigsburg nutzen.
  • Kein negativer Schnelltest ist notwendig, wenn Kunden über eine seit 14 Tagen vollständige abgeschlossene Impfung gegen Covid-19 verfügen oder als genesene Personen gelten, welche in den letzten sechs Monaten eine Infektion mit dem Corona-Virus hatten. Als genesen gilt auch, wer den Nachweis einer Erstimpfung in Verbindung mit einer überstandenen Corona-Erkrankung erbringen kann.

Weil die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 150 lag, dürfen die Geschäfte am Mittwoch wieder für Click&Meet öffnen. Konkret bedeutet das, dass sich Kunden vorab im jeweiligen Geschäft einen Termin geben lassen müssen. Die Praxis vor dem Lockdown hat aber gezeigt: Meist kann man auch direkt zum Geschäft kommen und einen Spontan-Termin erhalten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich dabei um eine Buchhandlung oder ein Bekleidungsgeschäft, ein Sportgeschäft oder einen Schuhladen handelt.

„Das ist ein ganz wichtiges Signal“, sagt Oberbürgermeister Matthias Knecht. Click&Meet sei ein entscheidender Öffnungsschritt. „Man kann endlich wieder in die Stadt gehen. Das ist ein Gefühl, das uns verloren gegangen ist.“ Nun hoffe er, dass sich die Stadt schnell wieder mit Leben füllt. „Aber wir müssen vorsichtig sein, dass wir das Erreichte nicht aufs Spiel setzen.“ Schon mehrfach hat die Pandemie gezeigt, dass sie stärker ist, als gedacht. Das häufige Auf und Zu, es hat die Händler zermürbt.

Auch Britta Zinthäfner vom gleichnamigen Spielwarengeschäft hat das Prozedere mitgemacht. Zwar sei der Verkauf vorbestellter Artikel einigermaßen gut angenommen worden („Vor allem Rätselhefte waren gefragt“), doch das sei nichts im Gegensatz dazu, wenn man die Ladentüre wieder aufsperren dürfe. „Wir freuen uns sehr, dass es wieder losgeht.“

Kunden müssen negativen Corona-Test vorweisen

Diese Vorfreude teilt sie mit dem Ludwigsburger Citymanager Markus Fischer. „Die Öffnung jetzt ist ein Schritt in die richtige Richtung.“ Allerdings rechnet er nicht mit einem Riesenandrang, was insbesondere auch mit der Testpflicht zusammenhängt. Denn: Ab Mittwoch muss man ein negatives Testergebnis (oder einen Impf-/Genesenennachweis) vorweisen, wenn man in ein Geschäft gehen möchte. „Die Stadt hat sich da sehr ins Zeug gelegt, damit die Bürger schnell und unkompliziert an einen Corona-Test kommen.“ Laut Oberbürgermeister gibt es aktuell 46 Testmöglichkeiten im Stadtgebiet: Sieben Apotheken, 24 freie Teststellen, 15 Arztpraxen. Knecht gibt sich zuversichtlicher als der Citymanager: „Die Menschen sehnen sich nach dem Einkaufserlebnis, da nimmt man den Test gern in Kauf.“ Die Maskenpflicht, darauf weist die Stadtverwaltung ausdrücklich hin, gilt auch weiterhin.

Am 17. Mai liegt die Inzidenz im Landkreis bei 99,9 und damit erstmals seit Wochen unter 100. Diese Marke ist eine weitere wichtige Schwelle hin zu mehr Normalität: Gemäß der neuen Corona-Landesverordnung dürfen Gastronomiebetriebe wieder öffnen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz fünf Tage in Folge unter 100 liegt.

Inzidenz in Ludwigsburg immer noch verhältnismäßig hoch

Mit zuletzt 170 war die Inzidenz in der Stadt Ludwigsburg jedoch verhältnismäßig hoch. „Wir haben uns mit dem Gesundheitsamt intensiv um Ursachenforschung bemüht“, sagt Oberbürgermeister Knecht. Doch abgesehen von einem Corona-Ausbruch mit rund 60 Fällen an der Karlshöhe vor gut drei Wochen, sei das Infektionsgeschehen in der Stadt sehr diffus. „Es ist schwer zu eruieren, woher das kommt.“ Derzeit arbeite die Verwaltung daran, mit mobilen Impfteams zu den Menschen zu kommen, die zu den sozial Benachteiligten gehören. „Außerdem können wir die MHP-Arena fürs Betriebs-Impfen zur Verfügung stellen, sofern die Genehmigung vom Sozialministerium dafür vorliegt und ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht.“ Knecht könne sich vorstellen, mit der Stadtverwaltung einen Testlauf zu machen.

Bei Christoph Sprenger haben in den vergangenen Tage mehrfach Kunden angerufen und wollten wissen, wie es denn nun so läuft mit dem Einkaufen und der Testpflicht. Sein Team bringt derweil die Warenpräsentation auf Vordermann. Die Frühjahrsmode will gezeigt werden.

Bei Britta Zinthäfner sind jetzt vor allem Spielgeräte fürs Freie angesagt. Stelzen, Schaukeln, Krocket.

Und der Oberbürgermeister? Der freut sich auf Mittwoch und auf einen kleinen Bummel durch die Stadt, auf „etwas zum Spielen für unseren Sohn, ein paar neue Socken und vielleicht eine Hose.“

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