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Absage: Gastronom klagt erneut

Berghütte wird auch im zweiten Anlauf nicht zugelassen, Betreiber zieht vor Gericht

Ludwigsburg. Und ewig grüßt die Schweizer Kuh: Der Inhaber von Hugos Berghütte, Heiko Laur, hat erneut Klage auf Zulassung zum Weihnachtsmarkt eingereicht. Hintergrund ist, dass die Stadt gestern nach Auflage des Verwaltungsgerichts erneut über seinen Standplatz entschieden hat und die ursprüngliche Absage von Juni bestätigte. Wie berichtet, hatte der Gastronom mit seinem Stand in der Bewertung nur 60 Punkte erreicht und dagegen geklagt. Voraussetzung, überhaupt in die Auswahl zu kommen, sind bei einem Gastronomen mit Alkoholausschank 75 Punkte.

Explizit ging es um Laurs null Punkte bei der Zuverlässigkeit. Ein Mitarbeiter von ihm hatte eine städtische Mitarbeiterin ausfallend beschimpft. Auch war Laur vorgeworfen worden, dass er Gäste von einem anderen Stand abgeworben und seinen Stand zu spät geschlossen habe. Das Verwaltungsgericht wiederum bemängelte die Entscheidungsgrundlage, zudem der betreffende Mitarbeiter nicht mehr in der Berghütte arbeitet.

„Wir sind der Argumentation des Gerichts gefolgt“, sagte der Geschäftsführer von Tourismus & Events, Mario Kreh, gestern. Laur bekam fünf statt null Punkten für Zuverlässigkeit, die zählen mal drei: Jetzt liegt er bei 75 Punkten. Der Möglichkeit, Laur damit einen Standplatz zuzuweisen, folgte der städtische Eigenbetrieb aber nicht. Kreh insistiert, dass die Quote von zehn Prozent Ständen mit Alkohol (19 Stände) erfüllt sei.

Ein punktgleicher Bewerber, der schon akzeptiert wurde, bekomme weiter den Vorzug vor Hugos Berghütte, weil er ein langjähriges Traditionsgeschäft sei. Dieses zusätzliche Entscheidungskriterium bei Punktgleichheit sei in den AGB verankert, so Kreh. Das Gericht hatte formuliert, es sei nicht auszuschließen, dass Laur noch zum Zuge komme. Kreh: „Das ist kein Muss.“

Ein Muss ist es dagegen laut Kreh, den Punktekatalog zu überarbeiten. Das Gerichtsurteil habe Schwachstellen offengelegt. „Vielleicht müssen wir weiter objektivieren.“ Auch werde die Punktezahl 2019 steigen, sagte er. Dies führt dazu, dass sich das Bewerbungsverfahren nach hinten verschiebt. Denn über den neuen Bewertungskatalog muss der Gemeinderat entscheiden, und der tagt 2019 erst wieder Ende Januar.

Heiko Laur drängt auf ein neues Urteil: „Wir wollen dieses Jahr unbedingt auf den Weihnachtsmarkt“, egal, zu welchem Zeitpunkt. „Ich will die Ludwigsburger und die Gäste beglücken.“