Logo

Älteste Frau im Kreis mit fast 109 Jahren gestorben

Vier Tage vor ihrem 109. Geburtstag ist die älteste Bewohnerin des Landkreises, Schwester Bertholda, gestorben.

Schwester Bertholda an ihrem 108. Geburtstag. Archivfoto: Oliver Bürkle
Schwester Bertholda an ihrem 108. Geburtstag. Foto: Oliver Bürkle

Es war ein grippaler Infekt, dem ihr Körper am Ende unterlegen war. „Dabei war sie bis eine Woche vor ihrem Tod pumperlgsund“, sagt Oberin Edith vom Karmelitinnen-Kloster St. Josef in Hoheneck.

Schwester Bertholda wurde 1910 als Helene Beinlich in Schlesien geboren. 1930 trat sie in den Orden der Karmelitinnen ein. Viele Jahrzehnte arbeitete sie mit Kindern. Erst mit 94 Jahren kam sie ins Kloster nach Hoheneck, um hier ihren Lebenabend zu verbringen. „Das Kloster ist mein Himmelreich“, sagte sie einmal.

Kurz und schmerzlos wünsche sie sich den Tod, sagte sie vor drei Jahren im Gespräch mit unserer Zeitung. Dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen. „Sie ist ganz friedlich eingeschlafen“, sagt Oberin Edith. Sie habe gehen wollen. „Und wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann war da auch nix mehr zu machen.“ Bis zuletzt habe sie an der Gemeinschaft der Ordensschwestern teilgenommen und die Spazierfahrt mit dem Rollstuhl durch den Park genossen. Sie war bekannt und beliebt für ihren trockenen, treffsicheren Humor. „Bertholda war ein Unikum“, sagt Oberin Edith.

Die betagte Schwester war nicht die einzige, die im Kloster Hoheneck weit über 100 Jahre alt geworden ist. Erst vor wenigen Wochen verstarb Schwester Clara nur 14 Tage vor ihrem 104. Geburtstag. Warum die Schwestern in Hoheneck ein solch biblisches Alter erreichen, lässt sich nur mutmaßen.

Neun Schwestern leben jetzt noch in Hoheneck, die älteste von ihnen ist 93 Jahre alt. „Mein ehrgeiziges Ziel ist es, dass meine alten Schwestern hier bleiben können, das habe ich ihnen versprochen“, sagt Schwester Edith. Wie es dann weitergeht, werde sich zeigen. Die Karmelitinnen sind eine weltweite Gemeinschaft. Neben Hoheneck gibt es ein weiteres Haus in Berlin, in dem derzeit sechs Schwestern wohnen. Seit über 15 Jahren gab es keinen Eintritt in den Orden im deutschsprachigen Raum.

Autor: