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Verkehr

Ärger um Elterntaxis hält weiter an

In Hoheneck und Grünbühl verlangen die Stadtteilausschüsse Lösungen ein – Hilft nur ein farblich hervorgehobener Schulcampus weiter?

Schilder, die auf einen Elternhalt hinweisen, gibt es bereits an vielen Stellen, in Hoheneck, Grünbühl und in der Innenstadt beim Schulcampus. Fotos: Holm Wolschendorf
Schilder, die auf einen Elternhalt hinweisen, gibt es bereits an vielen Stellen, in Hoheneck, Grünbühl und in der Innenstadt beim Schulcampus. Foto: Holm Wolschendorf

Es ist ein Dauerbrenner: Jeden Morgen vor den Schulen ein Verkehrschaos, wenn Eltern ihre Kinder direkt am Pausenhof abliefern wollen. In Hoheneck ist schon früh von der Stadt ein Elternhalt eingerichtet worden, doch der wird kaum angenommen. Dafür drängeln sich Autos vor der Grundschule in der Ostertagstraße, die eine Sackgasse ist und damit das Chaos nur noch verschlimmert. Dazu kommen Lehrerparkplätze, die am Ende der Straße sind.

Bei einem Rundgang vergangenen November mit OB Werner Spec war von baulichen Maßnahmen die Rede, die sich der Elternbeirat wünscht. Ohne eine solche werde sich nichts ändern. Spec sagte zu, das Anliegen zu prüfen – im Stadtteilausschuss berichtete nun Richard Schlichczin von der städtischen Straßenverkehrsbehörde. Den Verkehr mit einer Schranke aus der Straße vor der Schule herauszuhalten, hält er für nicht möglich, auch versenkbare Poller könne man mit Rücksicht auf die Anwohner und die Lehrerparkplätze nicht anbringen.

Der Elternhalt hat keine Wirkung gezeigt, auch die Schule könne darauf regelmäßig hinweisen. „Es wird aber jedes Jahr ein Kampf sein, das den Eltern zu erklären“, stellt auch Schlichczin fest. Der Vorschlag nun: Die Stadt will die Ostertagstraße in den Morgenstunden zeitweise sperren und den Bereich von der Polizei kontrollieren lassen. „Ich gehe davon aus, dass das Wirkung hat“, so Spec.

Im Hohenecker Ausschuss ist man skeptisch. „Wenn, dann darf nicht nur einmal im Jahr kontrolliert werden“, regte Bernd Gehlen (SPD) an, weil sonst gar kein Effekt zu erwarten sei. „Wir versuchen es seit Jahren mit kleinen Maßnahmen und Hinweisen, aber das fruchtet nicht.“ Jochen Zeltwanger (Freie Wähler) hakte konkret nach, ab wann die Sperrung umgesetzt wird – und gab sich nicht mit der Antwort zufrieden, dass dies erst zu Beginn des neuen Schuljahres erfolgen soll. Er empfahl, noch vor den Sommerferien an bis zu drei Tagen eine Testphase laufen zu lassen. Dann könnten sich die Eltern bereits darauf einstellen.

Dass solche zeitweisen Sperren und Kontrollen ausreichen, glaubt der Hohenecker SPD-Stadtrat Hubertus von Stackelberg nicht. Zumal für Autofahrer die Ostertagstraße wie eine normale Straße aussieht. Diese Sackgasse müsste farblich anders gestaltet werden, damit sie für Autofahrer gut sichtbar ist. „Er muss das sofort erkennen können“, so sein Eindruck. Ideal wäre, so Stackelberg, einen Schulcampus schon von Beginn der Straße an zu gestalten. „Sonst geht’s nicht ins Bewusstsein“, sagte der Stadtrat, der das Thema seit Jahren kennt.

Die Vertreter der Stadt nahmen das zur Kenntnis, ohne jedoch auf die Anregung näher einzugehen. Dabei haben auch Schulleitung und Elternbeirat zuletzt festgestellt, dass Appelle und Schilder allein nicht reichen. Man will es jetzt mit der testweisen Sperrung versuchen.

Grundschule erhält nächstes Jahr neue Toiletten

Die Grundschule kann allerdings auf dem Schulgelände mit weiteren Verbesserungen rechnen. Die neue Schulsporthalle ist inzwischen voll funktionstüchtig, auch für die Vereine, die einen Sonnenschutz erhalten haben, wie Lothar Willner (CDU) vom Stadtteilausschuss zufrieden feststellte. Auf dem Pausenhof der Schule stellte Baubürgermeisterin Gabriele Nießen, wie gewünscht, eine Überdachung für das Jahr 2020 in Aussicht. Klaus Hoffmann (Grüne) bat, diesen noch zu entsiegeln. „Wir haben uns sehr gewundert, dass das alles asphaltiert wurde.“

Auch für die Toiletten ist endlich eine Lösung in Sicht, allerdings werden die Schüler noch warten müssen. Momentan müssen sie das Schulgebäude verlassen, die Toiletten sind außerhalb. Eltern haben das seit Jahren bemängelt, zumal die Aufsicht ihrer Meinung nach nicht gewährleistet sei. Die Schulleitung hatte einen Einbau der Sanitäranlagen im Erdgeschoss des Schulgebäudes vorgeschlagen. Das hat die Stadt geprüft und festgestellt, dass sich Räume im Obergeschoss besser eignen. Nießen sagte einen Umbau für das Jahr 2020 zu.

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