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Akademiehof: Stadt und Polizei setzen auf Flutlicht

In einer gemeinsamen Planungsgruppe wollen die Stadt und die Polizei Wege finden, den Akademiehof als Treffpunkt für junge Leute zu erhalten – und gleichzeitig die Kontrolle zu sichern. Erster konkreter Beschluss: Eine Flutlichtanlage, die helfen soll, bei Bedarf den Platz schneller zu räumen.

Nächtlicher Treff vor dem Theaterturm am Akademiehof. Foto: Holm Wolschendorf
Nächtlicher Treff vor dem Theaterturm am Akademiehof. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Erst am Mittwochabend hat die Polizei den Akademiehof wieder einmal geräumt. Es ging zwar friedlich zu, heißt es, aber die Coronalage habe ein Einschreiten nötig gemacht, die nötigen Abstände seien nicht eingehalten worden. Gegen Mitternacht beendete die Polizei den Treff der jungen Leute. Am Donnerstag folgte eine Ankündigung gemeinsam von Polizei, Stadtverwaltung und den beiden angrenzenden Hochschulen: Vom Oberbürgermeister bis zum Polizeipräsidenten habe man den Akademiehof zur Chefsache gemacht.

In einer ersten Besprechung, so heißt es in der gemeinsamen Mitteilung, habe man sich über Leitplanken unterhalten, die einerseits die Attraktivität des Platzes und seine Nutzung durch die Allgemeinheit erhalten und andererseits Ordnungsstörungen und Straftaten verhindern sollen. „Der Akademiehof bedeutet uns viel. Für uns steht fest, dass wir diesen bei jungen Leuten so beliebten Platz nicht schließen wollen“, sagt Oberbürgermeister Matthias Knecht. „Deshalb haben wir zusammen ein Maßnahmenbündel vereinbart, das auf Deeskalation ausgerichtet ist.“

Eine der „wesentlichen und auch deutlich sichtbaren Maßnahmen“, heißt es weiter, soll die Installation einer Flutlichtanlage sein, die den Platz im Falle einer notwendigen polizeilichen Intervention hell erleuchten soll. „Bei einem sich abzeichnenden Stimmungswechsel wollen wir die jungen Leute, wie schon bisher praktiziert, in einer Phase ansprechen, in der polizeiliche Maßnahmen noch auf Akzeptanz stoßen. Dabei ist eine helle Beleuchtung, die dort nicht zum weiteren Verweilen einlädt, sicher hilfreich“, erläutert Polizeipräsident Burkhard Metzger. Wann die Flutlichtanlage einsatzbereit sein wird, ist noch offen. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärt die Stadtverwaltung: „Die Flutlichtanlage wird von den Stadtwerken installiert. Ein genauer Zeitpunkt steht aber noch nicht fest, weil die Lieferzeit sich verzögert.“

Zusätzlich sollen hygienisch problematische Bereiche über Lichter mit Bewegungsmeldern besser ausgeleuchtet werden, um die Problematik des immer wieder beklagten „Wildpinkelns“ in den Griff zu bekommen. Die Stadtverwaltung setzt auch auf ein Angebot von Kultur und Jugendarbeit, dies gemeinsam mit den beiden Hochschulen.

Eine „unverändert klare Linie“ kündigen Stadt und Polizei im Fall von Ordnungsstörungen und Straftaten an. Störer erhalten Platzverweise und Straftäter neben der Strafanzeige auch ein Aufenthaltsverbot, das bereits niederschwellig greifen soll. Ein generelles Alkoholverbot oder eine Videoüberwachung sind dagegen derzeit noch keine Optionen.

Die Verantwortlichen der beiden direkt angrenzenden Hochschulen hatten sich bereits an die Stadt gewandt, nachdem ihnen wiederholt von Übergriffen auf Studierende berichtet worden war. Sie begrüßen und unterstützen die nunmehr erarbeiteten Maßnahmen. „Die angedachten Maßnahmen sind ein erster Schritt für diesen so wichtigen innerstädtischen Raum, eine erweiterte Gestaltung des Platzes mit Angeboten durch Gastronomie und/oder Veranstaltungsräumen würde die Kommunikation unter den Jugendlichen in zivilere Bahnen lenken“, sagt Elisabeth Schweeger, Leiterin der Theaterakademie. Thomas Schadt von der Filmakademie ergänzt: „Die Filmakademie hält die geplanten Maßnahmen für sehr zielführend und wird sich in den weiteren Prozess zur Vermeidung von alkoholisierter Gewalt, sexistischen Übergriffen, Rassismus und möglichem Drogenmissbrauch auf dem Akademiehof aktiv mit einbringen.“

Am Mittwoch hatten laut Mitteilung der Polizei rund 400 Personen auf dem Akademiehof den Ferienbeginn gefeiert. Insgesamt sei die Stimmung sehr ausgelassen und friedlich gewesen. Lediglich ein 17-Jähriger sei durch sein provokantes Verhalten gegenüber den Einsatzkräften aufgefallen und habe deshalb einen Platzverweis erhalten.

Da die Teilnehmer laut Polizei viel Alkohol konsumierten, leistungsstarke Musikboxen betrieben, keine Abstände und Bestimmungen der aktuell geltenden Coronaverordnung einhielten, sowie die Vermüllung immer mehr zunahm, wollte die Polizei die Festivität gegen 24 Uhr beenden. Weil auf Lautsprecherdurchsagen nicht reagiert wurde, so die Polizei, habe man Feiernde persönlich angesprochen, die dann auch ohne Probleme den Platz verließen. (red)