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Filmakademie Baden-Württemberg
Albrecht Ade: Gründer der Filmakademie in Ludwigsburg wird 90 Jahre alt

Albrecht Ade auf einem Foto aus dem Jahr 2016.LKZ-Archiv
Albrecht Ade auf einem Foto aus dem Jahr 2016.LKZ-Archiv
Er ist der Gründer der Filmakademie in Ludwigsburg und war bis 2000 deren künstlerischer Direktor: Albrecht Ade wird am heutigen Mittwoch 90 Jahre alt. Aufgrund seiner Verdienste für die Stadt wurde er 2001 mit der Bürgermedaille ausgezeichnet.

Ludwigsburg. „Albrecht Ade war der klassische Glücksfall für die Filmakademie und damit auch für Ludwigsburg“, würdigt OB Dr. Matthias Knecht den gebürtigen Tübinger zu dessen Geburtstag. „Mit seinem Reichtum an Ideen, Konzepten und Visionen entwickelte er die Filmakademie zur Filmhochschule Nummer eins in Deutschland. Und er legte den Grundstein dafür, dass die Akademie heute als ein führendes Institut in Europa und der Welt angesehen wird.“

Die Menschen in Ludwigsburg liebten „ihre“ Filmakademie und seien stolz, dass der Name der Stadt auf dem Gebiet des Animationsfilms in einem Atemzug mit Hollywood genannt werde, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. „Ich bin sehr stolz und glücklich, dass ich ihn schon zwei Mal, unter anderem auch in diesem Sommer,persönlich treffen und vital und voller Tatendrang erleben durfte.“

Vater des Internationalen Trickfilmfestivals

Der Animationsfilm prägt Ades Leben. Bereits 1977 gründete er die Klasse für Trickfilm an der Kunstakademie Stuttgart. 1982 schuf er das Internationale Trickfilmfestival in der Landeshauptstadt und leitete es bis 2002. Von 1987 bis 1988 war er verantwortlich für das Forschungsprojekt Computeranimation und neue digitale Techniken in der medialen Anwendung im Auftrag des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst. An seiner Seite: die TC-Studios in Ludwigsburg und der Lehrbeauftragte Thomas Haegele, der spätere langjährige Leiter des Animationsinstituts an der Filmakademie.

Ein Fürsprecher des Standorts in Ludwigsburg

Bei der Gründung der Filmakademie war Albrecht Ade verantwortlich dafür, dass die Hochschule sich in Ludwigsburg niederließ. Es war Glück und auch Zufall: Der damalige Stuttgarter OB Manfred Rommel winkte ab bei Ades Anfrage nach Räumen für eine Filmakademie in der Landeshauptstadt. Sein Sohn habe ihm dann den Tipp gegeben, so Ade später, sich doch in Ludwigsburg umzusehen. Dort gebe es leerstehende Kasernengebäude, die prädestiniert seien für eine Filmhochschule. Und Ade fand sofort ein offenes Ohr beim damaligen Ludwigsburger Oberbürgermeister Hans Jochen Henke und einen Standort: das ehemalige Mathilden-Kasernenareal, heutiger Sitz der Akademie. Der Rest ist Geschichte, oder besser: Erfolgsgeschichte.

Für Ade stand von vornherein fest, dass die Filmakademie Baden-Württemberg keine klassische Hochschule werden sollte. Er machte sich stark für ein Konzept mit hohem Praxisbezug, für den Aufbau einer modernen Technik und die Anwerbung eines hoch qualifizierten Lehrpersonals. Und er setzte sich durch. Bis heute ist das der Wesenskern der Akademie und Garant des Erfolgs. Zudem schlug er Brücken zur Wirtschaft und öffnete seinen Studierenden damit Wege in die Zukunft. Albrecht Ade hatte stets das untrügliche Gespür für den richtigen Einsatz der richtigen Personen zur richtigen Zeit.

Träger des Bundesverdienstkreuzes

Ade gehörte der Vergabekommission der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) an und war Mitglied in der Programmauswahl für den internationalen Wettbewerb beim Trickfilmfestival Stuttgart. Bis 2003 war er zudem Vorsitzender des Aufsichtsrats der Film- und Medienfestival GmbH, überdies führte er lange Jahre den Förderverein der Filmakademie.

Bereits 1997 erhielt er das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland, 2001 ehrte ihn das Land mit dem Verdienstorden. (red)