Logo

Spielstätte

Alle Register der Klaviatur: Neues Saison-Programm des Ludwigsburger Forums

Forum-Chef Lucas Reuter stellt das vielseitige Programm für die kommende Spielzeit vor. Tanz ist natürlich wieder die „Flaggschiff-Sparte“, aber auch dank Kooperationen mit der Internationalen Bachakademie Stuttgart und dem Nationaltheater Mannheim haben die anderen Bereiche weiter Kontur gewonnen.

Die koreanische Eun-Me Ahn Company. Fotos: Nikolaj Lund, Jean-Marie Chabot, Rahi Rezvani/p
Die koreanische Eun-Me Ahn Company. Fotos: Nikolaj Lund, Jean-Marie Chabot, Rahi Rezvani/p
Das Nederlands Dans Theater („The Big Crying“). Fotos: Nikolaj Lund, Jean-Marie Chabot, Rahi Rezvani/p
Das Nederlands Dans Theater („The Big Crying“). Fotos: Nikolaj Lund, Jean-Marie Chabot, Rahi Rezvani/p
Die Violinistin Alina Pogostkina. Fotos: Nikolaj Lund, Jean-Marie Chabot, Rahi Rezvani/p
Die Violinistin Alina Pogostkina. Fotos: Nikolaj Lund, Jean-Marie Chabot, Rahi Rezvani/p
Forum-Chef Lucas Reuter. Foto: privat
Forum-Chef Lucas Reuter. Foto: privat

Ludwigsburg. Die alte Forum-Saison ist noch gar nicht vorbei – nach den Schlossfestspielen gibt es im Juli noch einen kleinen Nachschlag –, da gewährt Lucas Reuter bereits einen Einblick in das, was das Publikum in der kommenden Spielzeit 2022/23 erwartet. Aber auch das Seelenleben des künstlerischen Leiters wird für einen kurzen Moment offengelegt. „Diese Spielzeit war eine, wie wir sie noch nie erlebt haben“, sagt er mit Blick auf die vergangenen Monate, und die Strapazen stehen ihm in diesem Moment ins Gesicht geschrieben. „Es war viel Arbeit.“ Wegen der Auflagen angesichts der Coronapandemie konnten im Winter Veranstaltungen nur mit maximal 500 Zuschauern stattfinden, manche wurden daher gleich zweimal gegeben – weshalb das Publikum telefonisch auf den einen oder anderen Termin bugsiert wurde.

Seit dem Wegfall der Einschränkungen Ende März sei es wieder ganz gut gelaufen, wenn auch nicht wie vor Corona. „Man muss schon etwas kämpfen.“ Die Unsicherheit stecke noch bei allen in den Köpfen. Was der Herbst bringen wird? „Wir müssen die Entwicklung abwarten, denn wir dachten ja schon oft, dass die Pandemie vorbei sei.“ Nun ziehen er und sein Team „alle Register unserer Klaviatur“, um das Publikum zu begeistert. In Zahlen bedeutet das zunächst: 48 Produktionen sind für die kommende Saison geplant, zehn davon werden doppelt gezeigt, also gibt es an 58 Abenden Programm.

Möbel, Kerzenständer und Unmengen an Strohballen

Gut gefragt ist traditionell das Tanz-Abo, die „Flaggschiff-Sparte“ (Reuter) des Hauses. Wie in allen Bereichen ist es eine Mischung aus neuen Gastspielen und verschobenen aus den vergangenen zwei Jahren – was angesichts der durchgehend hohen Qualität allerdings kaum eine Rolle spielt. So ist etwa am 15. Oktober die Eun-Me Ahn Company zu Gast, die sich mit dem gemeinsamen tänzerischen Erbe Nord- und Südkoreas auseinandersetzt – „bunt, schrill, crazy“, wie Reuter verspricht. Ebenfalls unter anderem im Programm: das Slowenische Nationalballett Maribor („Peer Gynt“, 11. November), einmal mehr das Nederlands Dans Theater (10. Februar 2023) und das Ballett Dortmund (27. April 2023) – Letzeres reist für seinen „Mittsommernachtstraum“ mit diversen Möbeln, Kerzenständern und Unmengen an Strohballen an.

Das Nationaltheater Mannheim (NTM) wird in den kommenden Jahren saniert und das Forum – das wurde bereits vor gut einem Jahr erstmals angekündigt, wird „am verlängerten Arm“ (Reuter) zu einer der Ausweichspielstätten für die dortigen Produktionen. Das bringt mit sich, dass alle drei Theaterabende der Forum-Spielzeit vom NTM bestritten werden – durchweg recht avantgardistisch, heißt es, seien die mythologische Rap-Oper „Der Fluch der Tantaliden (25. November), Ibsens feministische Adaption „Eine Volksfeindin“ (29. März 2023) und, recht aktuell, „Herkunft“ nach dem Roman von Saša Stanišic. Hinzu kommen drei Opernabende, etwa Loriots komprimierter Dreieinhalb-Stunden-„Ring“ von Wagner (30. Oktober) – mit dem indes 1988 das neu gebaute Forum eingeweiht wurde.

Ex-Festspiel-Dirigent Pietari Inkinen kehrt erneut zurück

Im Konzert-Bereich zeigt Ex-Festspiel-Dirigent Pietari Inkinen einmal mehr seine Verbundenheit zur Barockstadt: Am 19. März 2023 gastiert er mit dem Violinisten Sergey Khachatryan und der Deutschen Radio Philharmonie und einem Sibelius-Programm im Forum. Inkinens Berufsgenosse Dennis Russell, viele Jahre in Stuttgart aktiv, kommt mit dem MDR Sinfonieorchester und der Violinistin Alina Pogostkina (9. Juli 2023). Die Kooperation mit der Bachakademie wird natürlich ebenfalls fortgesetzt – die Gaechinger Cantorey spielt mit wechselnden Orchestern und Solisten fünf Konzerte – darunter, zur Weihnachtszeit, Hector Berlioz’ „L‘Enfance du Christ“ (10. Dezember).

Internet: www.forum.ludwigsburg.de

Autor: