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OBerbürgermeister-Wahl

Auch im Internet auf Stimmenfang

In der Woche vor der Oberbürgermeister-Wahl geben die Kandidaten noch einmal richtig Gas. Doch bei Wahlständen, Stadtteilgesprächen und Diskussionsrunden allein bleibt es nicht. Bei dieser Oberbürgermeister-Wahl spielen erstmals die Sozialen Medien im Internet eine größere Rolle.

Die OB-Kandidaten präsentieren sich, ihren Wahlkampf und ihre Ziele für Ludwigsburg bei Facebook und Instagram. Illustration: Hans-Peter Heeb
Die OB-Kandidaten präsentieren sich, ihren Wahlkampf und ihre Ziele für Ludwigsburg bei Facebook und Instagram. Illustration: Hans-Peter Heeb
Die OB-Kandidaten präsentieren sich, ihren Wahlkampf und ihre Ziele für Ludwigsburg bei Facebook und Instagram. Illustration: Hans-Peter Heeb
Die OB-Kandidaten präsentieren sich, ihren Wahlkampf und ihre Ziele für Ludwigsburg bei Facebook und Instagram. Illustration: Hans-Peter Heeb
Die OB-Kandidaten präsentieren sich, ihren Wahlkampf und ihre Ziele für Ludwigsburg bei Facebook und Instagram. Illustration: Hans-Peter Heeb
Die OB-Kandidaten präsentieren sich, ihren Wahlkampf und ihre Ziele für Ludwigsburg bei Facebook und Instagram. Illustration: Hans-Peter Heeb
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Ludwigsburg. Wenn es um die Zahl der Facebook-Abonnenten geht, hat der 26-Jährige Jakob Novotny die Nase vorn. Gut 600 Personen haben seine Fabebook-Nachrichten abonniert. Beim Amtsinhaber Werner Spec sind es mehr als 460, bei Matthias Knecht über 430 Abonnenten. Auf Instagram verzeichnet Knecht 412 Follower, vor drei Tagen ist auch Spec auf diesem Kanal eingestiegen.

Bei einer Stadt mit über 62.000 Wahlberechtigten klingt das zunächst nicht besonders viel. Trotzdem ist das Internet eine wichtige Plattform für die Kandidaten. „Social Media sind mit Blick auf die heutigen unterschiedlichen Informations- und Kommunikationswege aus meiner Sicht bei einer Wahl unverzichtbar“, sagt der Amtsinhaber Werner Spec. Er hat im Wahlkampf ein Facebook-Portal eingerichtet. Sein Video zum Wahlkampfauftakt haben in drei Wochen 6862 Menschen aufgerufen. Kurze Videos informieren, was Spec in der Stadt voranbringen will, er lässt Unterstützer zu Wort kommen.

„Soziale Medien eröffnen über die klassischen Wahlveranstaltungen hinaus die Möglichkeit, Kandidaten unmittelbar Fragen zu stellen und Antworten zu bekommen“, so Spec. Das bedeutet auch Arbeit für die Kandidaten. Er betreue seine Seite selbst, sagt Spec, und antworte auf fast jeden Kommentar unter seinen Videos, meist früh morgens oder spät abends. „Das ist aufwendig, aber ich halte es für wichtig, dass ich mich persönlich mit den Beiträgen beschäftige.“ Er bekomme über diese Kanäle oft wertvolle Hinweise.

Auch Jakob Novotny verwaltet seine Seite selbst. Der 26-Jährige setzt stark auf die Sozialen Netzwerke und hat seine Kandidatur auch per YouTube-Video in die Welt geschickt. „Die Bürger interessieren sich mittlerweile viel stärker für Inhalte als für Wahlplakate und Slogans“, ist Novotny überzeugt und lässt sich per Livestream im Internet auch Fragen stellen.

Die Facebook-Seite von Matthias Knecht liest sich wie ein Tagebuch. Neben Fotos und Berichten zu der Fülle von Terminen, die der Herausforderer absolviert, kommt auch das Private nicht zu kurz. So erfährt man, dass Knecht mit seiner Mutter Geburtstag gefeiert und mit seinem Sohn einen Vatertagsausflug in den Wildpark unternommen hat. „Meinen Facebook-Auftritt betreue ich grundsätzlich selbst, weil ich den Menschen genauso wie bei E-Mail-Anfragen direkt antworten und mit ihnen persönlich in Kontakt treten will“, so Knecht. Nicht alle aktuellen Beiträge stammen aus seiner Feder. „Ausnahmen gelten dann, wenn aus laufenden Stadtteilgesprächen oder Rundgängen berichtet wird. Dann macht es eine kleine, eingespielte Gruppe meines Wahlkampfteams, die auch meinen Instagram-Auftritt betreut“, so Knecht. Ein Video, auf dem es sich präsentiert, haben seit einer Woche 5441 Menschen aufgerufen.

Während Jakob Novotny die Sozialen Netzwerke als zeitgemäße Kommunikation sieht und keine Nachteile erkennt, blicken Spec und Knecht auch kritisch auf Facebook und Co. „Der Kommunikationsstil ist in den sozialen Medien unterschiedlich ausgeprägt“, so Spec. „Teilweise gibt es nicht nur sachliche Fragen oder Hinweise, sondern auch sehr überzogen kritische Beiträge.“ Und wenn auf die Frage nicht schnell genug eine Antwort kommt, reagiert manch ein Facebook-Nutzer mitunter ungehalten oder enttäuscht, was sich auch in der Kommentarfunktion zeigt.

Die negativen Seiten von Facebook kennt auch Matthias Knecht: „Nachteil ist für mich die oftmals erlebbare Grenzüberschreitung in Sachen Stil, Wahrheit und achtsamer Umgang mit den dargestellten Personen“, so seine Erfahrung. „Auch viele gestellte Fragen wären eigentlich per Mail oder im persönlichen Gespräch besser aufgehoben.“ Er freue sich, dass viele Menschen an den Infoständen oder in den Stadtteilen die beste Möglichkeit des Kennenlernens sehen. Sein Fazit: „Im Ergebnis bleibt für mich der persönliche Kontakt unschlagbar.“

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