Logo

Alt-Hoheneck

Bagger an Ludwigsburgs Neckarufer: Die Erbsenquelle wird freigelegt

Seit Anfang des Jahres nur als Bauloch am Neckartal-Radweg erkennbar, wird jetzt eine der Quellen in Alt-Hoheneck freigelegt. Es ist die Erbsenquelle – am Dienstag wird der Durchbruch zum Neckar erfolgen. Der Baggerfahrer ist bereit.

Die Quelle wird mit großem Gerät freigelegt. Die Grafik zeigt, wie der Zulauf in den Neckar gestaltet werden soll. Foto: Holm Wolschensdorf
Die Quelle wird mit großem Gerät freigelegt. Die Grafik zeigt, wie der Zulauf in den Neckar gestaltet werden soll. Foto: Holm Wolschensdorf
Die Quelle wird mit großem Gerät freigelegt. Die Grafik zeigt, wie der Zulauf in den Neckar gestaltet werden soll. Foto: Holm Wolschensdorf
Die Quelle wird mit großem Gerät freigelegt. Die Grafik zeigt, wie der Zulauf in den Neckar gestaltet werden soll. Foto: Holm Wolschensdorf

Ludwigsburg. So belebt der Neckartal-Radweg am Wochenende war, bei Alt-Hoheneck war erst mal Schluss. Der Radweg war gesperrt, ohne erkennbaren Grund. So manche Ausflügler reagierten irritiert, bogen dann auf die Umleitung durch den Ort ab und fuhren über die Uferstraße weiter. Kaum einer bemerkte die fast schon übergroße Infotafel, die in der Nähe des Heilbadturms angebracht war.

Wer anhielt, konnte lesen: Es geht um Arbeiten am Wasser. Die sogenannte Erbsenquelle, eine der Hohenecker Quellen, wird freigelegt. Bislang verläuft sie in einem Rohr, das Quellwasser sprudelte in den Neckar. Mit der Baumaßnahme wird jetzt wieder ein Stück Neckarufer renaturiert. Zuletzt war die Schiffsanlände neu aufgebaut worden, mit Holzliegen zum Ausruhen.

Die Quelle sprudelt fleißig

Die Arbeiten sind weit fortgeschritten. Baggerführer Ralf Knödler steuert sein Gerät sicher zwischen Quellgraben und Neckar. Sorge, dass er mitsamt Bagger in den Fluss rutscht, hat er nicht. „Ich mache hauptsächlich Arbeiten am Wasser“, berichtet er. Mit seinem Bagger stand er auch schon mitten in Gewässern, um Renaturierungsarbeiten durchzuführen. Beispielsweise auch in der Rems.

Die Quelle sprudelt fleißig, in einem Schlauch wird das Wasser während der Arbeiten an der Baustelle vorbei in den Neckar abgeleitet. Ein großes Rohr, über dem auch künftig der Radweg verläuft, ist bereits eingebaut, mit dem Bagger hat Knödler von beiden Seiten aus Sediment eingetragen. Am Rand sind große Kalksteinquader gesetzt, die dem Rohr fast den Eindruck einer Steinbrücke geben.

Bleibt Wunsch nach naturnaher Kneipp-Möglichkeit unerfüllt?

Der Baggerfahrer aus Aalen, wo dessen Firma Eichele ansässig ist, zieht die ganze Geschichte allein durch. Die Steine setzt er mit dem Greifer an Ort und Stelle. Wenn das alles fertig ist, kann er den Bachlauf in Richtung Neckar ausgraben und am Ende den Uferbereich aufbrechen. Das soll am Dienstag passieren.

Die Quelle ist für die Hohenecker nicht irgendeine, auch wenn sie mehrere haben. Insbesondere der Kneipp-Verein, unterstützt vom Stadtteilausschuss, hat ein Auge darauf geworfen. Beide haben der Stadt vorgeschlagen, dort eine naturnahe Wassertretanlage einzurichten. Zumal der Bach sich in S-Form dem Neckar entgegenschlängelt. Auf Nachfrage unserer Zeitung stellt die Stadt jedoch fest, dass eine solche Kneipp-Möglichkeit nicht geschaffen wird. Die Entwicklung von Flora und Fauna wäre dadurch beeinträchtig, eine begehbare Anlage würde auch die Förderung durch den Verband Region Stuttgart gefährden. Allerdings sollen an wenigen Stellen Trittsteine eingefügt werden, die den Zugang an den kleinen Bach ermöglichen. Auch werden etwas abgerückt Bänke zum Verweilen aufgestellt. Bei Regen werde, so die Stadt, nicht nur Quellwasser in dem Bachlauf fließen, auch die Straße „Am Neckar“ werde hierüber entwässert.

Kommt der Durchbruch zum Neckar, wird zunächst von dort Neckarwasser in den Bachlauf hereindrücken. Der Wasserstand ist im Neckar höher, berichtet Ralf Knödler. Später werde sich das ändern, Quellwasser dann zurückfließen.

Weitere Umbauten am Neckarufer noch nicht terminiert

Weitere Quellen sollen nicht freigelegt werden, teilt die Stadt mit. Bisher ist geplant gewesen, den Graben freizulegen, der unterhalb der Lucien-Tharradin-Brücke verläuft. Er führt Quellwasser, aber auch Schmutzwasser aus einem Regenüberlaufbecken. In Hoheneck ist zudem die Schleifmühlenquelle ein Thema, nach wie vor machen sich Vertreter im Stadtteil dafür stark, sie für den Friedhof zu nutzen. Ebenfalls noch offen ist die Neugestaltung einer Erlebnisbucht direkt anschließend an die Anlegestelle. Diese soll, so die Planung, teils nur der Tier- und Pflanzenwelt vorbehalten sein, ein Teil soll zugänglich gemacht werden. Wann diese Uferumgestaltung folgt, ist noch offen.

Autor: