Logo

Natur

Baumnachwuchs für den Salonwald

Ende Juli wurden im Salonwald zur Verkehrssicherung mehrere Bäume gefällt. Das rief bei einigen Bürgern große Entrüstung hervor. Bei einem gemeinsamen Treffen vor Ort mit Ludwigsburgern im August haben sich die Verantwortlichen von ForstBW der Kritik gestellt. Nun wurden kürzlich junge Bäume gepflanzt.

Die beiden Auszubildenden Lukas Völker und Julian Friedle pflanzen gemeinsam mit dem Ausbildungsleiter Andreas Winkler die neuen Bäume.
Die beiden Auszubildenden Lukas Völker und Julian Friedle pflanzen gemeinsam mit dem Ausbildungsleiter Andreas Winkler die neuen Bäume. Foto: Holm Wolschendorf
Christian Feldmann, Leiter des Forstbezirks Unterland, neben einer neu gepflanzten Elsbeere. Fotos: Holm Wolschendorf
Christian Feldmann, Leiter des Forstbezirks Unterland, neben einer neu gepflanzten Elsbeere. Foto: Holm Wolschendorf

Der Baumnachwuchs, der kürzlich in den Salonwald zog, ist den Kinderschuhen schon entwachsen. Die zwölf Bäume sind wohl eher schon im Teenageralter. Normalerweise, wenn die Förster vom Forstbetrieb ForstBW einen Wald aufforsten, pflanzen sie ganz kleine Bäume. Doch für den Salonwald durfte es etwas größer sein. Schließlich spielt hier die Forstwirtschaft nicht die Rolle wie in anderen Wäldern. Der Salonwald dient den Ludwigsburgern der Erholung. Deshalb sollten Bäume her, die so schnell wie möglich eine große, schöne Krone bilden, erklärt Christian Feldmann, der Leiter des Forstbezirks Unterland.

„Ich bin mir sicher, dass die Bäume schon im Frühjahr schön austreiben.“

Christian Feldmann
Leiter ForstbezirkUnterland

Im Juli wurden im Salonwald mehrere alte Bäume gefällt. „Verkehrssicherung“ nennt ForstBW den Grund dafür. Die Bäume seien krank gewesen, Passanten seien durch möglicherweise herabfallende Äste gefährdet gewesen. „Es war uns bewusst, dass es da ein Aufschrei der Entrüstung gibt“, sagt Feldmann. Dass nie wieder Bäume gefällt werden, das kann er nicht versprechen. „Aber wir werden nächstes Mal früher informieren und Bürger, die sich engagieren, mit ins Boot nehmen.“

Einer, der sich für den Salonwald engagiert, ist Thomas Brückner. „Die gefällten Bäume zu sehen, hat sehr wehgetan“, sagt er bei der Pflanzaktion. Die Förster hatten ihn dazu eingeladen, nachdem er bei einer gemeinsamen Begehung des Salonwalds nach der Fällung als Vertreter der Ludwigsburger dabei war. Es habe eine Zeit lang gedauert, bis er den Anblick verarbeitet hatte. Inzwischen habe sich jedoch seine Sichtweise geändert, auch dank der offenen und kritikfähigen Art der Förster, so Brückner. Es gebe zwar immer noch Dinge, die er nicht versteht, trotzdem möchte er den Förstern jetzt helfen. „Ich bin sowieso viel hier unterwegs, da kann ich mich melden, wenn mir etwas auffällt“, bietet er an.

Zwei Funktionen des Salonwaldes hatten die Förster bei der Auswahl der Bäume im Blick. Ein Schwerpunkt ist die Erholung, die Ludwigsburger dort finden. Außerdem biete der Wald Tieren Schutz. Im Gegensatz zu anderen Wäldern diene der Salonwald nicht der Holzproduktion. Hat ein Forst eine Nutzfunktion, werden kleine, günstige Bäume dicht nebeneinander gepflanzt. Für den Salonwald haben sich die Förster für größere Bäume entschieden, die weit auseinander wachsen. So können sie eine große Krone bilden. „Parkbäume“ nennen die Förster sie.

Die zwölf Bäume sind „eine bunte Mischung“, sagt Raphael Müller, der als Forstrevierleiter seit August für das Gebiet Neckar-Enz zuständig ist. Es sollten heimische Bäume gepflanzt werden, aber auch welche, die in Deutschland nicht heimisch sind, im Klimawandel aber eine Alternative bieten. Klimarobust soll der Nachwuchs sein, damit er auch heiße Sommer übersteht. Wenn Jungbäume im Herbst gepflanzt werden, müssen sie nicht gegossen werden, erklärt Christian Feldmann. Doch wird der nächste Sommer sehr trocken, muss eventuell gegossen werden. „Ich bin mir sicher, dass die Bäume schon im Frühjahr ganz schön austreiben“, so Feldmann.

Autor: