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Gefällte Bäume

Bedauern wegen der gefällten Bäume sitzt tief

Stadträte empfehlen grünes Licht für den Bau des Kreisverkehrs an der Mündung der Königinallee in die Aldinger Straße

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Etliche Bäume mussten weichen, jetzt ist alles bereit für den Bau eines Kreisverkehrs am Knotenpunkt Königinallee, Aldinger- und Danziger Straße.Foto: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. Es ist schon alles vorbereitet für den geplanten Kreisverkehr: Ende Februar wurden an der Salonwaldspitze bei der Einmündung der Königinallee in die Aldinger Straße dafür zehn Bäume gefällt (wir berichteten). Bald kommen die Baumaschinen. Denn der Ausschuss für Bauen, Technik und Umwelt hat dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich die endgültige Zustimmung zu dem zwei Jahre lang heiß umkämpften Projekt empfohlen. Lediglich Lubu-Stadträtin Elga Burkhardt stimmte ausdrücklich dagegen.

„Ich bin froh, dass der Kreisverkehr endlich gebaut wird, die Kreuzung ist zu gefährlich, da gehen die Menschen vor“, so CDU-Stadtrat Thomas Lutz. „Die Freien Wähler sind überglücklich, dass dieser Kreisverkehr kommt“, bestätigte auch Stadtrat Andreas Rothacker. Grünen-Stadträtin Christine Knoß kündigte ebenfalls die Zustimmung ihrer Fraktion an, stellte aber die Frage in den Raum: „Haben Sie sich überlegt, wo die Stadtbahn eventuell über diesen Kreisverkehr geführt werden könnte?“

Klar wurde bei der Diskussion allerdings auch, dass das abschließende Votum im Gemeinderat nicht ganz so eindeutig ausfallen wird, denn noch immer gibt es in manchen Fraktionen Gegner dieses Vorhabens.

Schließlich gab es gegen die jetzt beschlossene Lösung lange erbitterten Widerstand der Anwohner. Sie wollten eine Ampellösung – auch, um die alten Bäume zu erhalten. Demgegenüber hat ein Verkehrsgutachten jedoch der Kreisverkehrslösung eine höhere Leistungsfähigkeit bei geringeren Wartezeiten als der Ausbau eines signalisierten Knotenpunktes bestätigt. Zudem ist die Kreuzung als Gefahrenpunkt berüchtigt. Zwischen drei und sechs Verkehrsunfällen haben sich dort pro Jahr ereignet, manchmal mit Verletzten.

Geplant ist nun ein Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 33 Metern und separat außerhalb der Fahrbahn geführten Radwegen. Um den Verlust an Vogelbrutstätten an dieser Stelle zu kompensieren, wird am Lochwald auf Oßweiler Markung auf einer Länge von etwa 50 Metern und bis zu 20 Zentimeter tief ein naturgemäß aufgebauter Waldrand neu angelegt. Außerdem sollen im Salonwald vier neue Brutkästen angebracht werden. Hier schlug Christine Knoß vor, ihre Zahl „als Trostpflaster für die weggefallenen Bäume“ auf zehn zu erhöhen. Eine Anregung, die Stadtplaner Martin Kurt aus dem Gremium mitgenommen hat.

Schnell flammte denn auch die Diskussion um die jüngsten Baumfällungen wieder auf. „Es wird bei jeder Gelegenheit an dem viel zu knappen Baumbestand in Ludwigsburg geknabbert“, kritisierte Elga Burkhardt. Die ökologische Wirksamkeit der alten Bäume sei mit Neupflanzungen nicht auszugleichen.

SPD-Stadträtin Margit Liepins wollte wissen, warum auch in den nahen Alleen noch eine ganze Reihe weiterer Bäume gefällt worden sind. Laut Ulrike Schmidtgen, Leiterin des städtischen Fachbereichs Tiefbau und Grünflächen, war dies aus Gründen der Verkehrssicherung erforderlich, da diese krank gewesen seien. Das habe ein unabhängiger Gutachter vor Ort festgestellt. „Kein Baum ist gefällt worden, weil wir ihn einfach weghaben wollten“, betonte Schmidtgen.

Elga Burkhardt bezweifelt das. Experten des BUND hätten bestätigt, „dass diese Bäume zum Großteil nicht krank waren“. Der fraktionslose Stadtrat Harald Lettrari hält es hingegen „für bedauerlich, dass immer wieder unterstellt wird, dass hier Bäume zerstört werden. Es ist alles vorab geplant und durchdacht, was notwendig ist, und was nicht“.