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Gartenschau

Blüba erhöht die Eintrittspreise

Das Blühende Barock macht sich bereit für die kommende Saison. In den Gewächshäusern wachsen 50.000 Tulpen und Narzissen heran, auf dem Areal werden Wege instandgesetzt, und ab 29. Februar läuft der Dauerkartenvorverkauf an. Dabei müssen sich Blüba-Besucher auf höhere Preise einstellen.

Schuttberge vor der Südfassade des Schlosses: Das Land erneuert in den Heckenquartieren die Wege und reißt den Asphalt raus. Der lagert hier zwischen. Foto: Oliver Bürkle
Schuttberge vor der Südfassade des Schlosses: Das Land erneuert in den Heckenquartieren die Wege und reißt den Asphalt raus. Der lagert hier zwischen. Foto: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. Ein Euro mehr für eine Tageskarte (10 Euro), zwei Euro mehr für eine Dauerkarte im Vorverkauf (35 Euro), „das ist maximal eine Erhöhung von zehn Prozent“, sagt Blüba-Direktor Volker Kugel. Drei Jahre seien die Preise stabil geblieben, nun sollen sie wieder drei Jahre festgesetzt sein.

„Uns ist klar, dass das in den Geldbeutel greift, aber wir müssen auch wirtschaftlich arbeiten“, so Kugel. Die Gehälter der Mitarbeiter seien in den letzten Jahren um rund sieben Prozent gestiegen, und auch die Handwerkerpreise setzen die Gartenschau unter Druck. „Unser oberstes Ziel ist, dass wir den Gesellschaftern nicht auf der Tasche liegen.“

Wenn am 20. März die Saison eröffnet wird, dann erwartet die Besucher wieder das bekannte Programm: Frühlingserwachen, Sand-Kunst, Kürbisausstellung, Musikfeuerwerk, Märchenfest und Lichterzauber. In den Sommerferien wird Circus Roncalli sein inzwischen drittes Gastspiel in Ludwigsburg haben, und das sogar „mit Klimaanlage für die ganz heißen Tage“, so Kugel.

Er könnte noch viel mehr Veranstaltungen machen, sagt der Blüba-Direktor, „uns wird sehr viel angeboten“. Gerade auch für den Winter gäbe es Anfragen, aber das lehnt Kugel ab. „Wir wollen nicht übereventisieren.“ Und so eine winterliche Pause tue sowohl dem Garten als auch dem Team gut. „Wenn wir die Kürbisausstellung abgebaut haben, sind wir gleich wieder mit Instandsetzungsarbeiten beschäftigt.“

So ist auch jetzt, wenige Wochen vor der Saisoneröffnung, jede Menge Bewegung im Gartenschau-Gelände. Vor der Südfassade des Schlosses türmen sich riesige Geröllberge auf. Verantwortlich dafür ist das Land als Grundstückseigentümer. „Im Rahmen der Denkmalpflege werden die Wege in den Heckenquartieren im Südgarten entasphaltiert.“ Dieser Abraum lagert vor der Südfassade des Schlosses zwischen, bis feststeht, wie das Material entsorgt werden kann. „Nächste Woche wird das sicher abtransportiert“, schätzt Kugel. Die Wege in den Heckenquartieren bekommen einen wassergebundenen Belag, der Wasser besser aufnehmen und verdunsten lassen kann.

Auch im Unteren Ostgarten wird noch kräftig gearbeitet. Hier investiert das Blühende Barock rund 200.000 Euro in eine Sicht- und Lärmschutzwand mit Klimahang. Die Lärmschutzwand entlang der Marbacher Straße wird zwischen Cafeteria und Ende Märchengarten geschlossen. Dabei handelt es sich um eine 75 Meter lange und 2,60 Meter hohe Gitterkonstruktion, die mit Substrat gefüllt und mit Schlingpflanzen bepflanzt ist. „Den Hang innen im Blüba werden wir experimentell bepflanzen“, so Kugel. Hier sollen besonders hitzeresistente Pflanzen gesetzt werden, darunter auch einige, bis zu acht Meter hohe Bäume (zum Beispiel Zerreiche, Dreispitzahorn und Esskastanie). Mit dieser Art der Bepflanzung reagiert das Blüba auf die Klimaveränderung, die an diesem „extremen Südhang“ besonders spürbar wird.

Und noch etwas Neues wird es zur Saisoneröffnung im März geben: einen digitalen Gartenschauführer. An acht Stellen im Gelände können Besucher via App auf dem Smartphone einen Blick in die Vergangenheit werfen. So wird zum Beispiel das Opernhaus von Herzog Carl Eugen wiederauferstehen, „allerdings nicht mit dem Anspruch auf historische Genauigkeit“, betont Kugel. Denn vielfach existierten leider keine Zeichnungen, sondern lediglich Beschreibungen. Wer nicht mit dem Smartphone durchs Blüba laufen möchte, kann sich die Videopräsentation in einem Aktionshaus beim Labyrinth im Märchengarten anschauen.

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