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Gartenschau

Blüba legt sich für Kürbisse ins Zeug

Es ist das große Finale! Seit 20 Jahren schließt das Blühende Barock seine Saison mit der Kürbisausstellung ab und zieht damit in den letzten Wochen noch einmal die Besuchermassen an. Kommenden Freitag ist Eröffnung, der Aufbau läuft auf Hochtouren.

Jeder Kürbis wird mit Kabelbinder an der Unterkonstruktion festgebunden. Fotos: Ramona Theiss
Jeder Kürbis wird mit Kabelbinder an der Unterkonstruktion festgebunden. Foto: Ramona Theiss
Beim Aufbau in der prallen Sonne kommen die Helfer ganz schön ins Schwitzen.
Beim Aufbau in der prallen Sonne kommen die Helfer ganz schön ins Schwitzen.
Dieses Flugtier ist schon fertig.
Dieses Flugtier ist schon fertig.

Ludwigsburg. „Hast du auch Kanthölzer dabei?“ Uwe Eckert hält den Akkubohrer fest in der Hand und schaut in die Kiste, die der Gabelstapler gerade vorgefahren hat. Eckert baut einen Kürbisverkaufsstand auf. Jan Hinner wischt sich mit der Hand den Schweiß von der Stirn. „Nur ein paar“, ruft er Eckert zu, der mit dem Bohrer einen Gruß andeutet und weiter schraubt.

Jan Hinner ist eigentlich für die Kürbisgastronomie zuständig. In diesen Tagen aber muss jeder alles machen. „Wir sind sehr gut im Zeitplan“, meint er. „Vielleicht werden wir auch einen Tag früher fertig. Das wäre dann das erste Mal.“

Rund 40 Personen kümmern sich um den Aufbau der inzwischen 20. Kürbisausstellung im Blühenden Barock. Was anfangs von vielen als spinnerte Idee angesehen wurde, ist heute ein Erfolgsgarant. „Fabelhafte Märchenwelt“ lautet der diesjährige Titel. Und schon jetzt kann man Einhörner, Drachen und andere Figuren aus der Welt der Märchen erkennen.

Silas Link ist einer der Helfer. Er breitet mit anderen weißes Vlies zu Füßen des Drachen aus. „Darauf legen wir dann Kürbisse, damit man die Standkonstruktion später nicht sehen kann.“ Silas hat Sommerferien. Nächstes Jahr macht er sein Abi. „Ich helfe zum ersten Mal beim Aufbau. Sonst hab ich immer nur Kürbiskerne verkauft.“ Das wird er auch dieses Jahr wieder machen.

Besucher schießen schon die ersten Fotos der Ausstellung, stellen sich vor Peter Pan in Pose. Ein kleiner Junge streichelt über einen Kürbis, der entlang der Wege platziert ist. Immer wieder. Das fühlt sich so schön an. „Das ist hier doch wie Urlaub am Meer – nur ohne Meer“, sagt eine Besucherin zu ihrer Begleitung.

In den Holzkisten stapeln sich die Kürbisse. Weiß, orange, dunkelgrün. Die Männer, die die Holzkonstruktion für die Kürbisbrücke aufbauen, haben ihre Shirts ausgezogen an diesem heißen Tag. Der Kürbis-Shop ist schon eröffnet. Die ersten Besucher bestaunen das Angebot zwischen Kürbiskernöl und Einhorntasse. Katrin Biebl sitzt an der Kasse. Eigentlich ist sie Erzieherin im Kindergarten. Der hat aber gerade Ferien und sie Urlaub. „Ich mach‘ das gerne hier“, sagt sie. Und das nicht zum ersten Mal. „Das ist meine vierte Saison.“

Ein Mann knuspert gebrannte Kürbiskerne. „Muss man da noch eine Schale abmachen?“, fragt er seine Frau. „Nein“, sagt diese und greift selbst in die Tüte. An den Biertischgarnituren im Bereich der Kürbisgastronomie ist noch viel Platz. Nur vereinzelt wird hier eine Kürbissuppe geschlürft. „Suppe und Kürbis-Kässpätzle gehen am besten“, sagt Lisa Binder. Sie studiert Online-Medien-Managment in Stuttgart und jobbt zum wiederholten Mal im Service der Gastronomie. An ihrer Seite steht Schülerin Leonie Haux. Die beiden hatten schon im vergangenen Jahr gemeinsam Dienst. „Vor allem die Suppe mit den Kürbismaultaschen ist beliebt“, erzählen die beiden. Seit dem Lichterzauber hat die Kürbisgastronomie geöffnet. „Es gibt Stammkunden, die kommen fast jeden Tag“, sagt Lisa.

Hier und da stehen auf dem Areal verteilt Liegestühle. Eine Familie hat es sich im Schatten eines Baumes gemütlich gemacht und beobachtet die Szenerie. Stück für Stück entstehen die märchenhaften Kürbisfiguren. Jeder Kürbis wird von Hand mit Kabelbindern an eine Unterkonstruktion aus Holz und Maschendraht gebunden.

Pumuckl ist schon fertig. Ebenso das Einhorn, das seine bunte Mähne in den Wind stellt. Uwe Eckert schraubt derweil weiter am Verkaufsstand, Lisa und Leonie verkaufen in der Hitze des Tages vor allem gekühlte Getränke – und die Jungs von der Holzbrücke machen eine gute Figur.

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