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Innenstadt

Bollerwagen und Bälle statt Autos auf der Wilhelmstraße

Die Wilhelmstraße ist für ein paar Stunden eine große Erlebnisfläche – Yoga-Gruß zum Start des Tages

Dichtes Gedränge am Sonntagnachmittag auf der Ludwigsburger Wilhelmstraße.Fotos: Holm Wolschendorf
Dichtes Gedränge am Sonntagnachmittag auf der Ludwigsburger Wilhelmstraße. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Yoga auf dem Asphalt der Wilhelmstraße , da hat es wohl noch nie gegeben. Der auch bei „Aktiv im Park“ engagierte Ludwigsburger Yogalehrer Joachim Buchhäusl hat die besondere Stunde am Sonntag geleitet. Die Gruppe Interessierter breitete vor dem Rathaus ihre Matten aus und nach einer Stunde üben hieß es „Namaste“. Der Yoga-Gruß für einen guten Start in den Tag bescherte dem Projekt Pop-Up-Innenstadt mit seinen Aktionen einen großen Zulauf.

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Wilhelmstraße wird zur Spielzone

Die Wilhelmstraße war zwischen den Einmündungen Eberhard- und Arsenalstraße gesperrt. Statt Autos dominierten Fußgänger und Radfahrer und an einzelnen Stationen gab es Möglichkeiten für Spiel, Sport, Entspannung und Kunst. Das alles machte bei strahlendem Sonnenschein richtig viel Spaß und die Straße zur Erlebnisinsel.

Als die Yogastunde zum Auftakt beendet war, bevölkerten die Kinder und Jugendlichen den eigens aufgebauten Skatepark, wo mit Rollern oder Rädern rasante Fahrten bergauf und bergab samt Sprüngen möglich waren. Weiter vorne war Streetball mit Körbewerfen angesagt. Auch ein Badmintonnetz war aufgebaut. In einem der gepolsterten Sofas aus weiß gestrichenen Paletten sitzend konnte das Geschehen ganz entspannt verfolgt werden.

Von der Sonne beschienene Sonntagsgemütlichkeit dominierte auch nebenan auf dem Arsenalplatz, wo zwölf Parkplätze einschließlich der Wendeplatte zu einem Pop-Up-Park umgebaut wurde und die dortigen von Kübelbäumen umringten Liegestühle auf Sand heiß begehrt waren. Vor allem Familien genossen den unbeschwerten Aufenthalt. Mit Lastenrädern, Bollerwagen sowie Kind und Kegel waren sie gekommen. Es rollten Bälle statt Autos, der Freude an der Bewegung waren keine Grenzen gesetzt. Die Straße wurde zum großen Spielareal, die Corona-Pandemie war da mal vergessen und sommerliche Leichtigkeit kehrte zurück.

„Ludwigsburg inspiriert“ hatte die Aktionskünstlerin und Kalligraphin Sigrid Artmann mit weißer Farbe auf den Gehweg gemalt und in der Tat ließen sich dann vor allem Kinder inspirieren, künstlerisch tätig zu werden. Sie malten mit Kreide vorgezeichnete Kreise aus, es entstanden spontan bunte Gemälde, die vielfach bewundert wurden. Sigrid Artmanns Straßenkunst lebt vom Augenblick, sie ist vergänglich, aber dennoch eindrücklich, denn sie zeigt, dass Kreativität Raum braucht und den bekam sie am Sonntag zugestanden.

Das traf auch auf das Thema Bewegung zu: Dribbeln, schmettern oder eben wie beim Yoga im Einbeinstand das Gleichgewicht üben. Auf die richtige Balance zwischen dem Straßenverkehr und dem Wunsch, die Stadt mit allen Sinnen zu erleben kommt es ebenfalls an, so eine der Erfahrungen. Und so soll das im Rahmen eines Bundesprogramms geförderte Projekt Pop-Up-Innenstadt auch weitergehen. Das Ziel: Ludwigsburgs Mitte wieder verstärkt beleben. Mit Events und eigenen Angeboten.

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