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Lokalpolitik

Bolzplatz, Boule und Skateranlage: Reicht das Angebot in Ludwigsburg?

Die Stadtverwaltung hat zusammengetragen, wo überall in Ludwigsburg Menschen freien Zugang zu Bewegungsmöglichkeiten haben, vom Bolzplatz bis zur Bouleanlage. Ihrer Einschätzung nach ist das Angebot abgesehen von wenigen Ausnahmen ausreichend. Sie stellt das Thema in der Lokalpolitik zur Debatte.

Eines der jüngeren Angebote in der Stadt: Trainingsgerät im Freien, hier ein sogenanntes Calisthenics-Gerät im Schulhof am Berliner Platz (Oststadt). Foto: Holm Wolschendorf
Eines der jüngeren Angebote in der Stadt: Trainingsgerät im Freien, hier ein sogenanntes Calisthenics-Gerät im Schulhof am Berliner Platz (Oststadt). Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Die Stadt steht dieses Jahr vor der Aufgabe, für das gesamte Stadtgebiet jenen grundlegenden Plan zu aktualisieren, der im Detail festlegt, welche Gebiete und Flächen im Stadtgebiet für welche Nutzungen reserviert sein sollen. Es geht um den sogenannten Flächennutzungsplan, und in dem soll jetzt auch der Bereich Sport und Bewegung neu justiert werden.

In diesem Planungsprozess stellt die Stadtverwaltung für den Gemeinderat in einer Übersicht dar, wo Jung und Alt derzeit in Ludwigsburg Angebote findet, um sich auch außerhalb von Sportvereinen zu bewegen und den sogenannten informellen Sport zu treiben (siehe Plan oben). „Wir bringen das Thema damit in die politischen Beratungen ein“, heißt es.

Im Ergebnis bewertet man im Rathaus das Angebot als weitgehend ausreichend. „Aus Sicht der Verwaltung ist das Stadtgebiet mit den vorhandenen Freiflächen sowohl für den vereinsgebundenen als auch den Mainstream des informellen Sports gut ausgestattet“, heißt es in dem Papier für die Stadträte.

Bedarf sieht die Verwaltung noch für „qualitätsvolle Nischenangebote, wie zum Beispiel einen modernen Skatepark oder eine spezielle Parcoursanlage“. Aus Sicht der Verwaltung sollten diese Nischenangebote jedoch nur auf echten Bedarf nachhaltig entwickelt werden.

Ein Vorschlag für die Zukunft: Kleinspielfelder sollten nach Möglichkeit multifunktional gebaut beziehungsweise saniert werden, neben Fußball auch Möglichkeiten für Basketball bieten. Und weiter heißt es: „Ebenfalls sollten unterschiedliche, neue Bewegungsformen und Trendsportarten bei Neubaumaßnahmen wie bei Sanierungen berücksichtigt werden. Hierfür müssen entsprechende Flächen frei gehalten werden, da sich die Sport- und Bewegungsangebote immer wieder ändern, neue Trends entstehen und damit manchmal Flächenbedarfe entstehen, die vorher nicht absehbar waren.“

Hier die Analyse der Stadtverwaltung zu den verschiedenen Angebotsformen:

Bolzplätze

Das gesamte Stadtgebiet ist mit Bolzplätzen (oftmals multifunktionale Anlagen, auf denen zum Beispiel auch Basketballspielen möglich ist) sehr gut abgedeckt. Im Sportpark Ost ist ein weiterer Bolzplatz vorgesehen, der dort dringend benötigt wird. Im Stadtteil Pflugfelden ist der akute Bedarf für ein zusätzliches multifunktionales Kleinspielfeld gegeben. In der Innenstadt wird ein dringend benötigter Bolzplatz im Zuge der Neugestaltung des Walckerparks neu angelegt.

Basketball

Über das gesamte Stadtgebiet finden sich laut Plan der Stadt 21 Anlagen mit Basketball. Einzige Ausnahme: der Stadtteil Ost. Die Stadtverwaltung legt deshalb besonderen Wert darauf, dass die vorgesehenen Basketballmöglichkeiten mit den Plänen für einen Sportpark Ost realisiert werden.

Jogging

Im Stadtgebiet gibt es drei Laufwege mit Sportgeräten (Trimm-dich-Pfade), die nach Ansicht der Stadtverwaltung den Bedarf decken. Weitere Laufwege (ohne Sportgeräte) sind im Internet unter www.sport-gesundheit-ludwigsburg.de zu finden. Im Rahmen eines Schülerprojekts sollen weitere Joggingstrecken dazukommen. Zu Angeboten, die vor Ort feste Laufmöglichkeiten bieten, heißt es im Rathaus: „Normierte Strecken sind nicht zwingend erforderlich, auch wenn eine Finnenbahn oder vermessene gerade Strecken (fünf oder zehn Kilometer) wünschenswert wären.“

Boule

Die Anzahl an Boule-Anlagen sei ausreichend, so die Stadt, zumal es sicherlich auch weitere informelle Flächen gebe, auf denen gespielt wird.

Skaterplätze

Vier Skateranlagen sind im Stadtgebiet verteilt. Weitere Skateplätze sind in den angrenzenden Nachbarkommunen gut erreichbar, zum Beispiel von Grünbühl nach Pattonville. Eine neue große Skateanlage soll im Sportpark Ost entstehen. Aus Sicht der Stadtverwaltung wäre ein weiterer Pump-Track zum Beispiel in Eglosheim sinnvoll. Der Pump-Track in Poppenweiler mit den angeschlossenen Sportanlagen erfreue sich großer Beliebtheit bei einem sehr gemischten Publikum und sei als großer Erfolg zu werten.

Trainingsgeräte

Die Stadt hat eine Reihe von Trainingsgeräten im Freien aufgebaut. Mit den neu errichteten sogenannten Calisthenics- Anlagen bei der Laufstrecke im Salonwald, zusätzlich im Schulhof der Justinus-Kerner- Schule am Berliner Platz sowie am Bildungszentrum West sind zusammen mit der sogenannten Esslinger- Station in der Innenstadt und den Geräten am Heilbadweg fünf Anlagen mit Outdoor-Sportgeräten im Stadtgebiet vorhanden. Die Einschätzung der Stadtverwaltung: „Es gilt zunächst abzuwarten, wie die bestehenden Anlagen angenommen werden, bevor weitere Anlagen geplant werden.“

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